Damit hatte er nicht gerechnet: Hubert Strittmatter ist schon lange Feuerwehrmann und war zur Hauptversammlung der Feuerwehr Ibach gekommen, um über die neue Altersmannschaft zu berichten. Doch dann kam die Überraschung: Auf gleich zwei Urkunden stand sein Name. 1978 trat er in die Einsatzmannschaft ein – seither hat er sich auf vielfältige Weise für die Feuerwehr eingesetzt.

40 Jahre Feuerwehrdienst: Für die Ehrung war der stellvertretende Kreisbrandmeister Clemens Huber nach Ibach in die „Steigass Stube“ gekommen, um dem Oberbrandmeister das Feuerwehrehrenzeichen in Gold zu überreichen. „Du hast Dich vier Jahrzehnte für die Gemeinschaft engagiert“, lobte Huber. Seit seinem Eintritt in die Einsatzmannschaft habe sich das Feuerwehrwesen stark verändert – die Gefahrensituationen seien heute andere, ebenso die technischen Möglichkeiten. Früher gab’s die Sirenenalarmierung und das Festnetztelefon, heute läuft die Kommunikation über Smartphone und digitale Meldeempfänger.

Strittmatter brachte bedeutende Neuerungen

Atemschutz, 1978 erst ein neues Thema, führte Strittmatter in der Ibacher Feuerwehr ein. Heute funktioniere der Brandeinsatz ohne Atemschutz gar nicht mehr, sagte Kommandant Hermann Wassmer.

Beruflich und privat habe der frühere und langjährige Kommandant viel durchgemacht, der Feuerwehr sei er aber über all die Jahre treu geblieben. Die Feuerwehrmitglieder dankten ihm mit Applaus, außerdem bekam er auch einen Florian aus Holz.

Kaum saß der Geehrte, ging es wieder um ihn – die zweite Überraschung folgte: Hubert Strittmatter wurde zum Ehrenkommandanten ernannt.

1982 sei er zum Kommandanten gewählt worden, 2002 gab er das Amt ab, erinnerte sein Nachfolger Hermann Wassmer. Er habe die Feuerwehr immer auf dem Stand der Zeit gehalten, lobte er. Der Kauf neuer Fahrzeuge, neue Uniformen, neue Brandweiher – für viele Neuerungen habe Strittmatter die Initiative ergriffen und Verantwortung getragen. Schwerwiegende Unfälle, eine Katze, die vom Dach gerettet werden musste, Sturmschäden – „es gab kein Jahr, in dem es nichts gab“, sagte Bürgermeister Helmut Kaiser. Außerdem sei es Strittmatter immer wichtig gewesen, dass die Kameradschaft stimmt und, dass die Feuerwehr im Gemeindeleben verankert ist, sagte Kaiser. Also initiierte er beispielsweise Tanzabende und auch das Kohlhüttenfest. Als Geschenk bekam Strittmatter eine Holzbank geschenkt, die er auch gleich ausprobieren konnte.

Auf der Terrasse der „Steigass Stube“ stand noch eine zweite Holzbank. Die war für Reinhold Böhler gedacht. Ebenfalls 1978 in die Feuerwehr eingetreten, war er aber kurz vor dem 40. Jahrestag 65 Jahre alt geworden und somit aus der Einsatzmannschaft ausgeschieden. Eine offizielle Ehrung durch das Land war also nicht mehr möglich, erläuterte Hermann Wassmer.