Was ist geblieben vom Kalksteinabbau im Weilergraben vor 100 Jahren? Zusammen mit Wanderführer Franz Brädler machten sich 40 Wanderer auf den Weg zu den Überresten des einstigen Industriezweigs, um mehr darüber zu erfahren. Aufgrund des großen Interesses wird die Geschichtswanderung am Sonntag, 26. Juni, nochmals angeboten.

In einem anschaulichen Kurzvortrag beim Bürgertreff Blockhuus informierte Wanderführer Franz Brädler über den damaligen Kalksteinabbau ...
In einem anschaulichen Kurzvortrag beim Bürgertreff Blockhuus informierte Wanderführer Franz Brädler über den damaligen Kalksteinabbau im Weilergraben zwischen Guggenmühle und Bergöschingen, ehe es auf die abwechslungsreiche 14 Kilometer lange Wanderstrecke ging. .Bild: Sabine Gems-Thoma | Bild: Sabine Gems-Thoma

Unter der Regie der Projektgruppe Kleindenkmäler des Bürgernetzwerks und in Zusammenarbeit mit der Touristinfo war die Idee zu dieser Wanderung entstanden. Hohentengener aus allen Ortsteilen trafen sich am Sonntagmorgen um 10 Uhr beim Blockhuus, um sich nach einem Kurzvortrag über den damaligen Kalksteinabbau im Weilergraben mit Franz Brädler auf den Weg zu machen.

In der Höhle im Weilergraben wurde einst der Sprengstoff gelagert, um den Kalkstein aus dem Fels zu lösen.
In der Höhle im Weilergraben wurde einst der Sprengstoff gelagert, um den Kalkstein aus dem Fels zu lösen. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Der Transport des zerkleinerten Gesteins erfolgte damals aus dem Weilergraben über eine Materialseilbahn und sieben Stationen zur Weiterverarbeitung zu Kalziumkarbid und Kalkstickstoff zum Lonza-Werk nach Waldshut.

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Durch den Hohentengener Wald

Durch den Hohentengener Wald ging es nach Bergöschingen zum Dachshof und von hier Richtung Fernsehturm. Nur wer es weiß, wird die Überreste, Betonbrocken und Eisenteile, der ehemalige Winkelstation südwestlich des Turms im Dickicht finden. Hier wurden die mittels Dampfmaschine aus dem Weilergraben zum höchsten Punkt transportierten Loren umgeleitet, um im freien Fall über Küssaberg zur Lonza nach Waldshut zu gelangen.

Mächtig ist das Gebäude der damaligen Verladestation des Kalksteinabbaus im Weilergraben. Über Schienen lieferten die Loren den ...
Mächtig ist das Gebäude der damaligen Verladestation des Kalksteinabbaus im Weilergraben. Über Schienen lieferten die Loren den Kalkstein vom Abbaugebiet ins oberste Stockwerk an. Hier wurde das Gestein zerkleinert und nach Zwischenlagerung in den Silos (Mitte) im untersten Stockwerk in Loren zum Weitertransport an die Winkelstation auf dem Wannenberg abgefüllt. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Über den Heiterhof und die Weilerhöfe ging es in den links der Kreisstraße gelegenen ehemaligen Steinbruch. Hier sind die Höhle, in der der Sprengstoff eingelagert war, und die große dreistöckige Verladestation zu sehen.

Der Kalkstein aus der Umgebung wurde mittels Loren auf Schienen zu dem Gebäude transportiert, im oberen Stockwerk zerkleinert, in den darunterliegenden Silos zwischengelagert und in die schwebenden Loren abgefüllt, die auf den Wannenberg zur Winkelstation hochgezogen wurden. Ab zirka 1919 wurde das Werk in Hohentengen betrieben, allerdings nur wenige Jahre.

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