Bürgermeister Jürgen Wiener ist erst seit Ende Mai im Amt, doch hat bereits jetzt zukunftsträchtige Projekte in Hohentengen zu bewältigen. Die jüngste Gemeinderatssitzung war von zwei Themen bestimmt – dem Zustand des Gemeindewaldes und die Sanierung des Rathauses. Bei der Fragemöglichkeit für Bürger herrschte reges Interesse an den zu diskutierenden Themen, aber auch dem neuen, jungen Bürgermeister. Sein multimedialer Einsatz, um Informationen schnell und niederschwellig zu verbreiten, ist den Bürgern aufgefallen. Zwar gab es Kritik daran, dass diese zunächst nur auf Social Media geteilt wurden, doch das wurde dem Einrichten des fehlenden Websitezugangs schnell gesehen und behoben. In Zukunft plane er, mit kurzen Videos Bürgern komplexe Sachverhalte zu erklären, so Wiener.

Ein wichtiges Thema: Hohentengens Gemeindewald leide unter den Dürren der vergangenen Jahre und die Schäden durch Borkenkäfer an Fichten ginge nur zurück, weil es inzwischen weniger Fichten in den Wäldern gebe. Um die wichtige Aufforstung und Renaturierung des Waldes zu fördern, stellte Gemeindeförster Tom Drabinski die Bundesförderung „Klimaangepasstes Waldmanagement“ vor. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, eine Anmeldung zu prüfen.

Die Sanierung des Rathauses war das dominante Thema. Zwei Vorplanungen wurden vom Rathaus in Auftrag gegeben, beim Planungsbüro Bachmann und Architekturbüro Schanz, beide aus Hohentengen. Bei der Klausurtagung zu dem Thema wurde der Entwurf des Planungsbüros Bachmann angenommen, dennoch gab es den Antrag, beide Entwürfe öffentlich vorzustellen.

Das Büro Bachmann konzentrierte sich vor allem auf die Innenraumgestaltung, um so die Wünsche der Rathausmitarbeitenden nach klareren Trennungen einzelner Arbeitsbereiche umzusetzen. So soll die Postabteilung mit einer eigenen Zufahrt für Zusteller besser zu erreichen sein. Auch die Touristeninformation bekommt einen eigenen, gut sichtbaren Bereich.

Zudem soll es zusätzliche interaktive Informationsbildschirme in einem überdachten Außenbereich geben. Dem Büro Schanz ist eine nachhaltige Bauweise und Konzentration auf höchste ökologische Standards wichtig. Zusätzliche Photovoltaikflächen und viel verbautes Holz bestimmten den Entwurf. Zwar bestätigte der Gemeinderat die Auswahl des Planungsbüros Bachmann, dennoch gab es Anmerkungen. Christian Burkhard merkte an: „Im Entwurf Schanz sehe ich wesentliche Vorteile, speziell im Bereich Nachhaltigkeit.“

So einig man sich im bisherigen Verlauf der Sitzung war, bei den Wünschen der Fraktionen wurden die unterschiedlichen Interessen deutlich. Während die Freien Wähler sich einen Dorfpolizisten wünschen, plädiert die SPD-Fraktion für gesünderes Schulessen an der Gemeinschaftsschule, mehr Budget für die Schulsozialarbeit und Isolierung des Schulgebäudes, um den Hitzetagen im Sommer zu begegnen.