Unter dem Titel „Auf den Spuren unserer Geschichte“ hat sich der Freundeskreis Kleindenkmäler des Bürgernetzwerkes Hohentengen einem weiteren Projekt zugewandt, um vergangene Tage wieder erlebbar zu machen. In Zusammenarbeit mit der Touristinfo wird zum Thema Kalksteinabbau im Weilergraben am Sonntag, 22. Mai, eine geschichtliche Wanderung unter der Leitung von Wanderführer Franz Brädler angeboten.

Wer von der Guggenmühle die Landstraße Richtung Bergöschingen hinauffährt, kann rechts im Wald die noch erhaltende einstige ...
Wer von der Guggenmühle die Landstraße Richtung Bergöschingen hinauffährt, kann rechts im Wald die noch erhaltende einstige Verladestation des Steinbruchs entdecken. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Der Freundeskreis hat sich die Restaurierung von Wegkreuzen zur Aufgabe gemacht. Außerdem trifft er sich jeden zweiten Montag im Monat im Bürgertreff Blockhuus und widmet sich geschichtlichen Themen. Dieses Jahr wollen die Mitglieder den ehemaligen Kalksteinabbau im Weilergraben in den Mittelpunkt stellen, von dem noch Spuren zu entdecken sind.

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Der Abbau von Kalken im großen Stil erfolgte besonders in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Damals wurde der große Steinbruch Weilergraben rechts der Straße von der Guggenmühle nach Bergöschingen eröffnet, ist in der Chronik von Herbert Fuchs sen. nachzulesen. Der Transport erfolgte mittels einer Materialseilbahn ab Weilergraben bis in die ehemaligen Lonza-Werke in Waldshut. Dort wurde Kalziumkarbid und Kalkstickstoff hergestellt.

In der Gemeindechronik von Herbert Fuchs sen. sind Bilder von der noch heute zu entdeckenden Verladestation im Weilergraben und der ...
In der Gemeindechronik von Herbert Fuchs sen. sind Bilder von der noch heute zu entdeckenden Verladestation im Weilergraben und der umgestürzten Dampfmaschine, mittels der die Loren per Drahtseil zum Wannenberg hinaufgezogen wurden. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Der abgebaute Kalkstein wurde in der Verladestation im Steinbruch in Loren geladen und über eine Seilbahn zunächst mittels Dampfmaschinenantrieb, später mittels Elektromotoren, hoch zur Winkel- und Umlenkstation auf den Wannenberg transportiert. Von der Höhe liefen die hängenden Loren dank ihres Eigengewichts über die Drahtseilbahn in westlicher Richtung zur Lonza.

1918 wurde die Transportbahn gebaut, der Abbau aber nach wenigen Jahren eingestellt, da der hiesige Kalkstein zu eisenhaltig war, was zu Problemen bei der Verarbeitung führte. Für die Lonza-Arbeiter wurde in der Guggenmühle eine eigene Wohnsiedlung errichtet, die heute noch existiert.

Die Wanderung am 22. Mai führt sowohl zu den noch sichtbaren Gebäuden und Abbaustellen im Weilergraben als auch zu der Winkelstation auf dem Kalten Wangen. Wanderführer Franz Brädler hat viel Wissen zu vermitteln. Wer noch Fotos aus dieser Zeit hat oder sich an Erzählungen erinnert, kann sich gerne an den Freundeskreis Kleindenkmäler wenden. In den Sommerferien ist eine Aktion zum Thema Kalksteinabbau mit den Ferienspaßkindern geplant.