Hohentengen – Es darf wieder gefeiert werden: Mit einem Tag der offenen Tür wird die komplett sanierte und erweiterte Mehrzweckhalle Hohentengen am Sonntag, 15. Mai, eingeweiht. Nach gut eineinhalb Jahren Umbauzeit zeigt sich der Bau modern und sehr ansprechend gestaltet, funktionell und einladend, den Brandschutzvorgaben entsprechend und technisch auf dem neuestem Stand. Rund 2,85 Millionen Euro wurden in die Runderneuerung investiert. Zeit- und Kostenrahmen wurden eingehalten.

1980 wurde die Hohentengener Mehrzweckhalle erbaut. Architekt war Willi Jockers aus Tiengen, Statiker Elmar Maier aus Hohentengen. 1996 wurde das Flachdach im Zuge einer Dachsanierung durch ein Walmdach ersetzt und vor zehn Jahren der Hallenboden erneuert.

„Nach 40 Jahren war die Halle abgenutzt und entsprach den aktuellen Brandschutzbestimmungen nicht mehr. Mit dem Anwachsen der Gemeinde, der Schule und der Anzahl der Vereine wuchs auch der Platzbedarf. Es gab also Handlungsbedarf“, so Bürgermeister Martin Benz.

Erste Überlegungen dazu gab es 2015, 2018 wurden die Anträge auf Förderung gestellt. Die Gemeinde kam jedoch nicht sofort zum Zuge, sondern erhielt erst mit dem Rückfluss nicht abgerufener Gelder Mittel aus dem ELR-Programm, außerdem Unterstützung aus der Sportstättenförderung und den Ausgleichstockmitteln des Landes in Höhe von insgesamt 775.000 Euro.

Eine Projektgruppe mit Vereinsvertretern wurde gebildet, zusammen mit Schule, Gemeindeverwaltung, Gemeinderat Hausmeister und dem Planungsbüro Bachmann GmbH Besichtigungstermine wahrgenommen und vielfältige Ideen eingebracht. „Es war eine tolle Zusammenarbeit“, lobt Martin Benz die Beteiligten und ist vom Ergebnis begeistert.

Ein Hauptpunkt sei die Verbesserung der Akustik gewesen. „Anforderungen von Akustik und Brandschutz zusammenzubringen, das war sehr schwer“, sagt er rückblickend und freut sich schon jetzt auf die Konzerte mit neuem Sound.

Große Herausforderungen gab es nicht nur in baulicher und technischer Hinsicht, auch der Kostenrahmen sollt eingehalten werden. „Eine Preissteigerung von lediglich sechs Prozent seit 2017 ist hervorragend. Das Projekt hat echt Spaß gemacht und kann sich sehen lassen“, freut er sich.

Im Zuge der Sanierung und Erweiterung wurde auch für den Katastrophenfall aufgerüstet. „Wir haben jetzt Platz für Evakuierungen und können hier einige hundert Menschen mindestens drei Wochen mit Strom, Wärme und Wasser versorgen.“

Ende August 2020 wurde mit dem Westanbau begonnen. Da die Halle coronabedingt fast zwei Jahre nicht benutzt werden konnte, fiel die Hallensperrung für die Umbauzeit nicht so stark ins Gewicht. Im April 2022 war sie fertiggestellt. Jetzt stehen Schule, Sporttreibenden und kulturellen Vereinen optimale Möglichkeiten für die Nutzung offen, in einer modernen Halle, die sich sehen und „hören“ lassen kann.

Tag der offen Tür

Die Fertigstellung der Mehrzweckhalle Hohentengen wird mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 15. Mai, gefeiert.

  • Gottesdienst: Beginn ist um 10 Uhr mit einem Gottesdienst und Segnung.
  • Frühschoppenkonzert: Um 11 Uhr spielen die Musikvereine Hohentengen-Kaiserstuhl und der Musikverein Lienheim zur musikalischen Eröffnung und im Anschluss an die Ansprachen zum Frühschoppenkonzert auf.
  • Führungen: Ab 14 Uhr werden Führungen durch die neue Halle angeboten.
  • Leibliches Wohl: Mittagessen und ab 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen.

Viel Platz für Sport und Kultur

Hohentengen (gt) Rundum saniert, um einen Bühnenanbau im Osten und Vereinsbereich mit Küche und Lagerräumen im Westen erweitert, präsentiert sich die Mehrzweckhalle barrierefrei, energetisch, akustisch, brandschutzmäßig und technisch ertüchtigt fit für die Zukunft. Mit klarer Linie und harmonischer Farbgebung hat das Planungsbüro Bachmann GmbH das Gebäude samt Außenanlagen ansprechend gestaltet.

„Die Halle war damals ein moderner Bau. Uns hat die offene, sehr klar strukturierte Bauweise gefallen, die wir beibehalten haben. Auch die Bausubstanz war in Ordnung“, sagt Matthias Bachmann. Alles andere allerdings, wurde erneuert.

Ziele waren die energetische Sanierung, Barrierefreiheit zu schaffen, die Akustik zu verbessern und die Bereiche für Sport und Veranstaltungen organisatorisch besser zu trennen.

Letzteres wurde unter anderem durch den 138 Quadratmeter großen Anbau im Westen erreicht. Vom Parkplatz aus kann das Untergeschoss über einen Lift oder die Treppe erreicht werden. Hier befindet sich das Herzstück, die großzügige, topmoderne Edelstahlküche mit Theken- und Kochbereich, Lager- und Kühlräumen. Daneben sind das Stuhl- und Tischlager und ein Hausmeisterraum.

Völlig neu, hell und ansprechend präsentiert sich der 405 Quadratmeter große Hallenbereich. Mit großem Aufwand wurden rundum in die neuen Prallschutzwände aus hellem Birkenholz akustische Maßnahmen integriert. Dem Brandschutz geschuldet wurde die Decke komplett neu aufgebaut, mit einer gelochten weißen Akustikdecke und mit neuen Leuchten ausgestattet. Einen zusätzlichen Effekt für die Akustik geben die Glastrennwände auf der Empore, statt der bisherigen Ballfangnetze. Dadurch wurde auch der Foyer-Bereich deutlich aufgewertet.

Ein weiterer Geräteraum schafft Platz, im Regieraum ist die neue Veranstaltungstechnik untergebracht. Senkrechtmarkisen bieten Sonnenschutz.

Der Bühnenraum wurde weiter geöffnet und ist statt Vorhang mit einer flexiblen Holzwand abgetrennt, die es ermöglicht, dass der Bühnenbereich auch als zusätzlicher Gymnastikraum genutzt werden kann. Lagerfläche für Requisiten und Anlieferungsmöglichkeit sind im Anbau Ost geschaffen worden.

Die elektrischen Installationen und Sanitärbereiche wurden komplett erneuert, die Heizung überholt, eine Behindertentoilette mit Wickeltisch, zwei weitere Damen- und eine weitere Lehrertoilette eingebaut.

„Ein großes Kompliment geht an alle Handwerker, vorwiegend aus der Region, die zuverlässig und im Zeitplan mitgearbeitet haben. Die Zusammenarbeit war einwandfrei“, freut sich Matthias Bachmann, dass das große und fordernde Projekt fristgerecht fertiggestellt werden konnte und im Kostenrahmen blieb.

In der Gestaltung hat das Planungsbüro Wert daraufgelegt, dass Altes und Neues gut zusammenpassen, was durchaus gelungen ist. Zusammen mit den neugestalteten Außenanlagen und dem Umfeld mit Vereinsheim, Schule und Mensa, ist ein attraktiver Campus entstanden, zum Nutzen für alle Bürger der Gemeinde.