Aufgrund der Finanzhilfen von Bund und Land wird die Gemeinde Hohentengen bei der Finanzierung des Haushaltes für das Jahr 2021 voraussichtlich mit einem blauen Auge davonkommen. Dass trotz schwieriger Lage investiert werden kann, wurde durch vorausschauende Ansparungen in den Vorjahren ermöglicht. Dennoch wird dabei „auf Sicht“ gefahren, da vieles für 2021 nicht voraussehbar ist.

Von einem wieder äußerst anspruchsvollen und herausfordernden Programm sprach Bürgermeister Martin Benz in seiner Haushaltsrede. Er machte deutlich, dass die gewährten Finanzhilfen auf Schulden beruhen, „die von jemandem zurückbezahlt werden. Warten wir ab, wer das alles sein wird“. Viele Unbekannte blieben angesichts der Corona-Pandemie bei der Aufstellung des Haushaltes 2021, dennoch habe man versucht, die richtige Weichenstellung zu treffen. „Auf Sicht fahren“ sei dabei die Leitlinie gewesen.

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Ausgaben wurden gekürzt, insbesondere beim Straßen- und Wegeunterhalt, der Sanierung von Kanälen, bei Bachläufen und im Personalbereich. Dennoch erhöhen sich die Personalausgaben um 214.000 Euro gegenüber dem Vorjahr durch tarifliche Erhöhungen, Rückkehr aus Elternzeit, Einstellungen im Betreuungsbereich (112.000 Euro) und Ordnungsamt. Der Personalaufwand ist mit 3,68 Millionen Euro die größte Aufwendung im Ergebnishaushalt (34,16 Prozent). Die vom Gemeinderat gewünschte Stelle eines Ortsbaumeisters soll zum 1. Juli kommen, kostenneutral, da alle Ausgaben für Aushilfen im Bauhof gestrichen sind. Nicht gekürzt wird in den Bereichen Bildung, Betreuung und Feuerwehr. Erstmals wurden Mittel für eine mögliche Genossenschaft zur Anstellung von Ärzten aufgenommen.

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Zurückhaltend wurde bei den Einnahmen aus Grund- und Gewerbesteuer kalkuliert, sodass sich insgesamt im Ergebnishaushalt ein Minus von 452.550 Euro ergibt. Größter Einnahmeposten ist der Einkommenssteueranteil mit 2,5 Millionen Euro, 144.000 Euro weniger als im Vorjahr.

Der Anbau an der westlichen Seite der Hohentengener Mehrzweckhalle wächst.
Der Anbau an der westlichen Seite der Hohentengener Mehrzweckhalle wächst. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Die größten Investitionen sind Ausbau und Sanierung der Mehrzweckhalle Hohentengen (1,7 Millionen Euro), Einbau eines Fahrstuhls, um das Rathaus barrierefrei zu gestalten, Baumaßnahmen für das Dorfhaus in Stetten, Kanal- und Straßenbauarbeiten für die Baugebiete „Hanfwiesen“ in Bergöschingen und „Untere Lenggen“ in Lienheim, Grunderwerb (400.000 Euro), Sanierungen an der Kläranlage und der Radweg nach Stetten. Zusammen mit den Haushalten der Eigenbetriebe Moko (Investitionen für das Rechenzentrum) und Gemeindeentwicklung (Soziales Projekt Pfarrwiese) sollen 7,34 Millionen Euro im Jahr 2021 investiert werden.

Bauarbeiten sind durch das Sparen in den Vorjahren möglich.
Bauarbeiten sind durch das Sparen in den Vorjahren möglich. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Übersichtlich und transparent legte Rechnungsamtsleiterin Kristina Schwab das Zahlenwerk im Detail vor. Der Ergebnishaushalt hat ein Volumen von 10,65 Millionen Euro, der Finanzhaushalt eines von 4,06 Millionen Euro. Letzterer wird zum größten Teil aus Rücklagen (1,2 Millionen Euro) und Zuschüssen (819.600 Euro) finanziert. Eingeplant ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 500.000 Euro. In der Sitzung des Gemeinderats am kommenden Donnerstag, 10. Dezember, soll der Haushalt beschlossen werden.