Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns ging auch an der Gemeinschaftsschule Rheintal Küssaberg-Hohentengen nicht spurlos vorüber. Der Bericht von Schulsozialarbeiterin Alexandra Feldmann im Gemeinderat Hohentengen zeigte, dass seit dem Schuljahr 2020/21 die Zahlen bei Beratungen und Einzelfallhilfen stark angestiegen sind.

Michaela Jehle von der Kriminalprävention Waldshut hat in der 5. Klasse zum Thema Medien aufgeklärt. In einer weiteren Kooperation mit ...
Michaela Jehle von der Kriminalprävention Waldshut hat in der 5. Klasse zum Thema Medien aufgeklärt. In einer weiteren Kooperation mit der Polizei wurden im Rahmen der Schulsozialarbeit in den Klassen 7 das Thema Gewalt und in den Klassen 8 das Thema Sucht aufgegriffen. | Bild: Alexandra Feldmeier

Deutlich wurde der Anstieg besonders unter Berücksichtigung der Zahlen nach dem letzten Lockdown bis zum März diesen Jahres. Waren es im Schuljahr 2019/20 noch 91 Beratungen mit 46 Schülern, stieg die Zahl in 2020/21 auf 101 Beratungen mit 40 Schülern und im neuen Schuljahr bis zum 10. März auf 176 Beratungen mit 65 Schülern. Auch die Eltern- und Lehrerberatungen nahmen mit der Zahl der Konflikte zu, so Alexandra Feldmeier.

Psychische Probleme nehmen zu

Hauptthemen waren Schulabsentismus, worunter auch die Mitarbeitsverweigerung bei Anwesenheit im Unterricht zählt, die Zunahme psychischer und sozialer Probleme, Probleme im Elternhaus, Konflikte mit Mitschülern, Mobbing, emotionale Krisen und Ängste, familiäre Überforderungen, Sozialverhalten und schulische Leistungen. Positiv sei, dass ein gutes Vertrauensverhältnis zur Schulsozialarbeiterin bestehe und die Angebote zu Konfliktlösung gerne angenommen werden. Intensiviert habe sich folglich die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und weiteren Fachdiensten, insbesondere im Bereich psychologische und psychiatrische Unterstützung.

„Inhaltlich wird hier deutlich, dass die Schüler große Schwierigkeiten haben, sich nach längeren Schulschließungen wieder in das Schulgeschehen einzugliedern und sich entsprechend anzupassen“, was sich besonders im sozialen Miteinander auswirke, fasste Alexandra Feldmeier zusammen. Fortgeführt wurden unterschiedliche Projekte in den verschiedenen Klassenstufen, unter anderem zu Streitschlichtung, Handynutzung, Stärkung des Selbstbewusstseins, Klassenrat. Kooperationen gab es mit der Polizei zu den Themen Medien, Mobbing, Gewalt und Sucht. Gut angekommen sei das Alkoholpräventionsprojekt „Tom und Lisa“ in Klasse 7.

In den Gemeinden, zu Beratungsstellen im Landkreis und zum Arbeitskreis Schulsozialarbeit bestehe eine gute und breite Vernetzung. Bürgermeister Martin Benz informierte im Hinblick auf eine Ausweitung der Schulsozialarbeit um eine halbe Stelle im Grundschulbereich zusammen mit der Gemeinde Küssaberg, dass derzeit abgeklärt werde, ob die förderfähige Stelle bereits ausgeschrieben werden kann. Ein großes Lob gab es für die engagierte Arbeit der Schulsozialarbeiterin.