Mit einer Finissage ging die erste Hochrhein Triennale am Sonntag bei strahlendem Spätsommerwetter zu Ende. Sechs Wochen lang war an 18 Stationen in Kaiserstuhl und Hohentengen Kunst im öffentlichen Raum zu sehen und zu erleben. Ein Anfang ist gemacht, sind sich Kuratoren und die Vertreter des Vereins „Kulturbrücke“ einig. In drei Jahren soll es weitergehen.

Ausstellung zum Thema Mobilität

Sonntagmittag kurz vor halb Zwei, strahlend blauer Himmel und jede Menge Betrieb rund um den Bahnhof Kaiserstuhl: Autos, Motorräder, Radfahrer, Fußgänger, über den Köpfen die Flugzeuge. Erst die Bahnschranke stoppt den Verkehr. „Mobilität“ – unter diesem Thema stand ein Großteil der Arbeiten der ersten Hochrhein Triennale. Hier wird es sinnfällig.

Sie waren zufrieden mit der 1. Hochrhein Triennale und haben eine Fortsetzung in drei Jahren im Blick (von links): Daniel Hertli, Mitinitiant (Verein Kulturbrücke), Kurator Alain Jenzer, Mitinitiantin Mechthild Wagner (Verein Kulturbrücke), Claudia Meierhofer, Vorsitzende Verein Kulturbrücke, und Kurator Franz Krähenbühl beim Abschluss der sechswöchigen Hochrhein Triennale auf dem Rathausplatz. Im Hintergrund des Mitmachwerk von Marinka Limat.
Sie waren zufrieden mit der 1. Hochrhein Triennale und haben eine Fortsetzung in drei Jahren im Blick (von links): Daniel Hertli, Mitinitiant (Verein Kulturbrücke), Kurator Alain Jenzer, Mitinitiantin Mechthild Wagner (Verein Kulturbrücke), Claudia Meierhofer, Vorsitzende Verein Kulturbrücke, und Kurator Franz Krähenbühl beim Abschluss der sechswöchigen Hochrhein Triennale auf dem Rathausplatz. Im Hintergrund des Mitmachwerk von Marinka Limat. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Kunst zeigt zeitgenössische Positionen

„Die Triennale als Fortsetzung des 2000 installierten Skulpturenwegs wollte keine zusätzlichen Perlen entlang des Rheins aufreihen, vielmehr die Region beleuchten, befragen, hinterfragen“, erklärte Franz Krähenbühl, der mit Alain Jenzer die thematische Ausstellung kuratierte. Wer sich darauf einließ, bekam einen Einblick in Kunst im öffentlichen Raum, die zeitgenössische Positionen zeigt und sich mit gesellschaftlich diskutierten Themen auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzt.

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Neun Künstler aus Deutschland und der Schweiz

Neun Künstler aus Deutschland und der Schweiz waren während der durch Corona verlängerten Vorlaufzeit von rund drei Jahren vor Ort, um ihre Aktionen, Projekte, Installationen zu entwickeln und an der Triennale nicht nur zu präsentieren, sondern auch ins Gespräch mit den Menschen zu kommen. Ergänzt wurde das durch schon bestehende Videoinstallationen in Schaufenstern, Scheunen, Werkstätten zum Thema Mobilität.

Das frisch renovierte Blockhuus des Bürgernetzwerkes Hohentengen war immer wieder Treffpunkt für Aktionen, gemeinsames Essen, Workshops und bot bei den Führungen am letzten Tag der Hochrhein Triennale eine willkommene Zwischenstation.
Das frisch renovierte Blockhuus des Bürgernetzwerkes Hohentengen war immer wieder Treffpunkt für Aktionen, gemeinsames Essen, Workshops und bot bei den Führungen am letzten Tag der Hochrhein Triennale eine willkommene Zwischenstation. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Gründung des Vereins Kulturbrücke

Bereits im Vorfeld hatten sich viele Bürger aus Hohentengen und Kaiserstuhl eingebracht, der Verein Kulturbrücke war gegründet worden. Er war Ansprechpartner und Mitorganisator, und er unterstützte bei der Sponsorensuche. Unter anderem arbeiteten beim frisch renovierten Blockhaus Paloma Ayala und ihre Freunde mit dem Team vom Blockhuus des Bürgernetzwerks zusammen und boten Treffpunkte.

„Einige Arbeiten wären ohne das nicht möglich gewesen“, sagte Jenzer. Wie auch das „Asylum“ von Pfelder, das er in der Lagerhalle der Familie Brädler fertigen konnte und deren Firma auch gleich die Transporte über den Rhein übernahm. „Für die meisten Leute war das eine völlig neue Art von Kunst. Jetzt weiß man mehr, darauf kann man aufbauen“, fasste Alain Jenzer zusammen.

Eine Brücke zur Politik

„Es ist beachtlich, was alles entstanden ist an Strukturen, Netzwerken, Begegnungen. Das zeigt, was Kunst für ein Potenzial hat und wie wertvoll sie ist“, ergänzte Krähenbühl. „Die Leute wurden neugierig und fanden es spannend, wenn man ihnen die Werke erklärt hat“, stellte Mechthild Wagner, Mitinitiatorin und Mitglied in der „Kulturbücke“, fest. Und Claudia Meierhofer, Vorsitzende des Vereins, erlebte in der Podiumsdiskussion, wie Kunst eine Brücke zur Politik schlagen kann.

Wie und warum aus einem Schmugglerauto diese Trompete im Schaufenster von  Lotto Wagner wurde, war im gegenüberliegenden Kellergewölbe in einem Video  zu sehen.
Wie und warum aus einem Schmugglerauto diese Trompete im Schaufenster von Lotto Wagner wurde, war im gegenüberliegenden Kellergewölbe in einem Video zu sehen. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Jetzt geht es ans Abbauen, mit einiger Distanz an die Überlegungen, was sich besser machen lässt, und wie in drei Jahren die zweite Hochrhein Triennale aussehen kann.

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