Ziel sei es, mehr für die Themen zu sensibilisieren. Die anderen Fraktionen sahen die Gemeinde diesbezüglich bereits gut aufgestellt, stimmten aber bis auf eine, Landwirte betreffende Maßnahme, zu. Christian Burkhard, Peter Schanz und Liesa Sutter von den Grünen hatten die Anträge eingebracht. Der Antrag „Pestizidfreie Kommune“ sieht erstens vor, auf allen kommunalen Flächen keine chemisch-synthetischen Pestizide mehr einzusetzen, zweitens beauftragte Dienstleistungsunternehmen für die Pflege öffentlicher Flächen ebenfalls zu einem Pestizidverzicht zu verpflichten und drittens bei der Verpachtung kommunaler Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung ein Verbot des Einsatzes von Pestiziden im Pachtvertrag zu verankern.

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Die Anträge waren bereits vorab in den Fraktionen diskutiert worden. Elmar Maier (CDU) und auch Christian Brädler (Freie Wähler) zeigten sich überrascht von den Anträgen und fragten nach dem Anlass. Man wolle für das Thema sensibilisieren und auch Beispiel gebend wirken, so Burkhard. In vielen anderen Kommunen sei die Verpflichtung bereits umgesetzt.

Als Tritt vor das Schienbein empfanden die Landwirte Franz Sutter (CDU) und Christian Hupfer (FW) die Vorgaben für eine Verpachtung. Der Großteil der verpachteten Flächen sei Grünland und werde nahezu biologisch bewirtschaftet. Es könne nicht grundsätzlich auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verzichtet werden, führten sie an. „Man darf in der Landwirtschaft bald gar nichts mehr machen ohne Vorschriften. Jeder meint dem Landwirt sagen zu müssen, was er zu tun hat“, ärgerte sich Sutter. „In Sachen Biodiversität machen die Landwirte schon sehr viel“, führte Hupfer an.

Dass sich die Landwirtschaft ändern müsse, stehe außer Frage, sei aber auf anderer Ebene zu verfügen und dann auch zu entschädigen, meinte Rosi Drayer (SPD). Die Änderung der Pachtverträge sei existenzerschwerend. Dem könne sie nicht zustimmen.

Keine Pestizide seit 2016

Bereits seit 2016 würden gemeindeseits keine Pestizide mehr eingesetzt, so Bürgermeister Martin Benz. Das gelte auch für beauftragte Dienstleister. Den ersten beiden Punkten wurde zugestimmt, Punkt drei des Antrages (Pachtverträge Landwirte) mehrheitlich, bis auf die Stimmen der Grünenfraktion, abgelehnt. Unproblematischer war der Antrag zur Biodiversität. Erstens sollen kommunale Grünflächen insektenfreundlich gestaltet werden, zweitens die Bestände in Zusammenarbeit mit den Gemeindemitarbeitern erfasst werden und drittens die Bürger über die Bedeutung von Biodiversität informiert werden. „Da erwarte ich Vorschläge der Grünenfraktion“, merkte Martin Benz in der Sitzung an.