Der Gemeinderat Hohentengen hat sich in seiner jüngsten Sitzung erneut mit einer Überbauung des Gewanns „Untere Stauden“ im Osten von Hohentengen befasst. Die Fläche rechts im Anschluss an die Herderner Straße liegt allerdings in einem Landschaftsschutzgebiet. Nach eingehender Diskussion sprachen sich elf Gemeinderäte für eine Vorabklärung zur Einleitung einer punktuellen Änderung des Flächennutzungsplans aus, vier Gemeinderäte votierten dagegen.

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Möglich würde eine Bebauung, da eine Erbengemeinschaft 7500 Quadratmeter der Fläche für eine Wohnbebauung einbringen möchte. Die eine Hälfte könnte die Gemeinde (nach Kauf) als Bauland zur Verfügung stellen, die andere Hälfte möchten die Eigentümer selbst bebauen.

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Aber bereits in der März-Sitzung war deutlich geworden, dass die Hürden zur Umwandlung der Fläche hoch liegen. Dem Wunsch, weiteres Bauland auszuweisen, stand die Mahnung, mit Flächen sparsam umzugehen und Wald- und Wiesenfläche nicht anzutasten, gegenüber.

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Bürgermeister Martin Benz erklärte, dass lediglich rund 265 Hektar der 2755 Hektar Gemeindefläche durch Bauflächen und Straßen genutzt würden, seit Jahren das Augenmerk auf Innenbereichsverdichtung gelegt und Ausgleich geschaffen werde, der Bedarf gegeben sei und das Gebiet „Untere Stauden“ zusammen mit der im Flächennutzungsplan als Wohnbaugebiet enthaltenen, oberhalb gelegenen Fläche „Obere Stauden“ nur sukzessive überbaut werden soll. Eine kostenintensive und nicht einfache Erschließung der Baufläche „Groß Riesen“ könne so bis 2030 hinausgeschoben werden.

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Nachdrücklich plädierte Peter Schanz für die Fraktion der Grünen gegen eine Ausweisung des neuen Baugebietes. „Wir müssen andere Wege gehen. Unser Kapital ist die Landschaft. Ich sehe keine Notwendigkeit für die Bebauung. Wir sollten die Fläche erst überplanen, wenn die vorhandenen Flächen der Stauden überbaut sind.“ Richard Wagner (CDU) plädierte hingegen für eine Ausweisung von Bauland: „Wir müssen den Bürgern Wohnraum und Vielfalt bieten. Nicht jeder möchte in Geschossbauweise wohnen.“ Christian Brädler (Freie Wähler) schloss sich der Meinung an: „Dadurch lässt sich „Groß Riesen“ soweit wie möglich verschieben.“

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Rosi Drayer (SPD) brachte Ergänzungen im Hinblick auf Artenschutz und einen sparsamen Landverbrauch durch den Einbezug von Geschossbauweise und eine defensive Vergabepraxis ein. Elmar Maier (CDU) gab zu bedenken, dass es nicht sicher sei, ob die Eigentümer ihr Grundstück auch in zehn Jahren noch einbringen werden. „Wir sollten die Chance wahrnehmen. Es macht städtebaulich Sinn.“ Auch für Matthias Bachmann (CDU) und Heiko Zimmermann (Freie Wähler) fügt sich die Bebauung als Abschluss der bestehenden Baugebiete ein. Franz Sutter (CDU) mahnte, die Fläche optimal zu nutzen, da hier landwirtschaftliche Fläche entzogen werde.

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Für den Vorschlag der Verwaltung, das Gebiet „Untere Stauden“ hinsichtlich einer Bebauungsmöglichkeit zu überprüfen, stimmten zehn Gemeinderäte und der Bürgermeister, dagegen die Fraktion der Grünen mit Peter Schanz, Christian Burkhard und Liesa Sutter sowie Ulrike Gabrin (SPD).

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