Herdern ist im Osten der Gemeinde Hohentengen gelegen, unmittelbar am Rhein, unweit des denkmalgeschützten Rheinkraftwerks Eglisau-Glattfelden, umgeben von viel Natur. Der drittgrößte Ortsteil ist durch die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern in innerörtlichen Baulücken wieder gewachsen. Ein neues Baugebiet ist in Planung. 2012 ist das Dorf 900 Jahre alt geworden. Funde wie das steinzeitliche Hünengrab im Gewann „Schatzbühl“ am Ortseingang zeugen davon, dass Herdern schon viel früher besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1112 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Schaffhausen. Herdern war nie eine selbstständige Gemeinde, sondern gehörte als Nebenort zur Gemeinde Hohentengen. Den Bestrebungen politisch selbstständig zu werden, wurde 1855 stattgegeben, allerdings nur teilweise, man wurde Stabhalterei des Hauptortes (Chronik Herbert Fuchs sen.).

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Großer Waldbesitz und Almendland brachte den Bürgern Wohlstand. Ab 1920 flossen Steuereinnahmen aus dem Wasserkraftwerk, später Gelder aus dem Kiesabbau in die Gemeindekasse bis heute. Neben der reizvollen Rheinuferlandschaft mit Skulpturenweg und den weiten Feld- und Waldflächen ist für Spaziergänger und Radfahrer das Wasserkraftwerk Eglisau-Glattfelden, gleichzeitig Grenzübergang, ein besonderer Anziehungspunkt. Der denkmalgeschützte Industriebau aus den 1920er Jahren ist umfassend restauriert worden. Elf Meter Fallhöhe sorgen bei Hochwasser und offenen Schleusen für tosende Wassermassen.

Immer einen Spaziergang wert: Das denkmalgeschützte Rheinkraftwerk Eglisau-Glattfelden, hier mit Blick auf das Herderner Rheinufer. ...
Immer einen Spaziergang wert: Das denkmalgeschützte Rheinkraftwerk Eglisau-Glattfelden, hier mit Blick auf das Herderner Rheinufer. Rechts auf schweizerischer Seite das Turbinengebäude, links auf deutscher Seite die vollautomatische Schleusenanlage für Motorboote und der lange Steg zum Umsetzen kleinerer Boote. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Gebhard Wagner (66), Landwirt- und Forstarbeiter, stammt aus Herdern, war Gemeinderat und ist in der Altersabteilung der Feuerwehr aktiv. Er möchte nicht woanders wohnen. „Ich schätze das ländliche Leben, die Natur, die Rheinnähe, im Sommer das Baden im Fluss. Und die Beziehungen, die man von Kind auf im Dorf hat, die Nachbarschaft. Man hilft sich gegenseitig. Ich fühle mich hier sehr wohl.“ Auffallend sind beim Spaziergang die vielen Pferdekoppeln, zwei Reitställe bieten in Herdern Pensionspferden Platz. Die Ortsmitte prägen Fachwerkhäuser und Fridolinskapelle, die sich in Gemeindebesitz befindet und Ende der 1980er Jahre komplett saniert wurde.

Die Kapelle in Herdern ist dem Heiligen Fridolin, einem irischen Mönch, der im 6. Jahrhundert lebte und am Hochrhein missionierte, ...
Die Kapelle in Herdern ist dem Heiligen Fridolin, einem irischen Mönch, der im 6. Jahrhundert lebte und am Hochrhein missionierte, geweiht. Sie ist in Gemeindebesitz. | Bild: Sabine Gems-Thoma

2017 ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Das alte Schulhaus und der integrierte Kindergarten wurden renoviert und das Gebäude zum Bürgerhaus erweitert. Hier haben die Vereine ihr neues Domizil und der große Bürgersaal bietet Platz für Versammlungen und Feiern. Neben dem Gebäude ist eine Bolzwiese für die Dorfjugend.

2017 ging ein langehegter Wunsch der Herderner in Erfüllung: Das ehemalige Schulhaus, in das die Kindertagesstätte integriert ist, wurde ...
2017 ging ein langehegter Wunsch der Herderner in Erfüllung: Das ehemalige Schulhaus, in das die Kindertagesstätte integriert ist, wurde saniert und zum Bürgerhaus erweitert. Gebhard Wagner stammt aus Herdern, schätzt die Natur und das gute Miteinander. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Das Schwimmbad gibt es seit 1992 nicht mehr. An dessen Stelle ist ein Spielgelände entstanden, das in absehbarer Zeit erneuert werden soll. Beliebt ist der benachbarte am Rhein gelegene Campingplatz, auch Ferienwohnung laden zur Erholung ein.