Ein Schmuckstück ist es geworden, das Wegkreuz am westlichen Ortseingang von Bergöschingen. Der „Freundeskreis Kleindenkmäler“, eine Gruppe des Bürgernetzwerks Hohentengen, hat das stark beschädigte Kreuz instand gesetzt. Dank Spenden und Tatkraft vieler Unterstützer konnte das Projekt realisiert werden.

Der Freundeskreis hat sich den Erhalt von Kleindenkmälern in der Gemeinde Hohentengen zur Aufgabe gemacht. Erstes Projekt war das Wegkreuz in Bergöschingen an der Landstraße, das im Zuge der Straßenerneuerung vor circa 50 Jahren auf das Grundstück der Familie Schäuble zurückversetzt wurde. Aus welchem Jahr das Kreuz stammt, war nicht mehr zu erkennen, vermutlich aus dem Jahr 1875.

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Mittlerweile war es fast zugewachsen, stark verwittert und ein Arm des Sandsteinkreuzes bereits abgefallen. Gerlinde Ebi und Alexander Stillner von der Arbeitsgruppe Kleindenkmäler ergriffen die Initiative, trafen sich im März mit Steinmetzmeister Jürgen Kübler aus Jestetten vor Ort, um abzuklären, ob und wie das Kreuz erhalten werden kann. „Ich hatte gedacht, es sei hoffnungslos verloren“, sagt Jürgen Kübler und nahm dann doch die Herausforderung der Restaurierung an. Auf 2500 Euro schätzte er die Kosten.

Stark verwittert und baufällig war das Sandsteinkreuz an der Landstraße am westlichen Ortseingang von Bergöschingen und außerdem unter dem Tuja-Bewuchs fast verschwunden.
Stark verwittert und baufällig war das Sandsteinkreuz an der Landstraße am westlichen Ortseingang von Bergöschingen und außerdem unter dem Tuja-Bewuchs fast verschwunden. | Bild: privat/Alexander Stillner

Grundstückseigentümer Joachim Schäuble sagte spontan zu, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Er entfernte das dichte Gehölz und wird für die Neuanpflanzung sorgen. Für die Restsumme fanden sich in kurzer Zeit viele Spender. Das neue Fundament hat der Gemeindebauhof erstellt.

Schwierige Inschrift

Den Korpus der Christusfigur hat die Firma Blechinger, unterstützt von Michael Hack, sandgestrahlt und grundiert, die Vergoldung hat aus Kostengründen Alexander Stillner in Eigenleistung aufgetragen. Knifflig wurde es bei der Entzifferung von Inschrift und Jahreszahl. Trotz intensiver Bemühungen von Alexander Stillner und Albert Würth gab schließlich ein Jürgen Kübler bekanntes Kreuz in Jestetten den entscheidenden Hinweis, sodass die Inschrift wieder aufgetragen werden konnte.

Für die nächsten 100 Jahre

Steinmetz und Initiatoren freuten sich sichtlich über das gelungene Werk. „100 Jahre sollte es jetzt wieder halten“, hofft Gerlinde Ebi. Und ein Fest für alle wird es auch noch geben. 47 Wegkreuze befinden sich in der Gemeinde Hohentengen. Als nächstes Projekt ist die Rekonstruktion des Kreuzes an der L 161a oberhalb von Stetten geplant.

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