Vor 500 Jahren wurde die Kirche St. Maria Hohentengen eingeweiht, bis heute weithin sichtbarer Mittelpunkt des Dorfes. Rechtzeitig zu diesem besonderen Jubiläum wurde die Außenrenovation an Turm und Kirchenschiff abgeschlossen. Mit einem besonderen Festakt am Kirchweihsonntag, 18. Oktober, wird das Jubiläum zusammen mit Erzbischof Stephan Burger gewürdigt.

Offen und einladend zeigt sich jetzt das überdachte Hauptportal an der Westseite. Der von drei Seiten geschlossene Vorbau musste weichen. An der Spitze des Torbogens steht die Jahreszahl 1518.
Offen und einladend zeigt sich jetzt das überdachte Hauptportal an der Westseite. Der von drei Seiten geschlossene Vorbau musste weichen. An der Spitze des Torbogens steht die Jahreszahl 1518. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Lange vor der Erbauungszeit des heutigen Kirchengebäudes von 1518 bis 1520 gab es, so der Chronik von Herbert Fuchs sen. zu entnehmen, bereits eine Urkirche aus karolingischer Zeit, wahrscheinlich eine der ersten Kirchen im weiten Umkreis.

Restauriert und wieder angebracht wurde das große Epitaph an der Südseite der Kirche St. Maria, das der 1661 verstorbenen sehr angesehenen Anna-Catherina Zweyer von Evebach von Bellikon gewidmet ist.
Restauriert und wieder angebracht wurde das große Epitaph an der Südseite der Kirche St. Maria, das der 1661 verstorbenen sehr angesehenen Anna-Catherina Zweyer von Evebach von Bellikon gewidmet ist. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Große Bedeutung hatte die Pfarrkirche in früheren Zeiten, als Hohentengen und Kaiserstuhl noch kirchlich zusammengehörten und zur Pfarrei 14 Gemeinden beidseits des Rheins zählten. Um dem gerecht zu werden, sei um 1500 der Bau der neuen großen Pfarrkirche beschlossen worden. Über dem Portal des Haupteingangs ist die Jahreszahl 1518 zu finden, über dem Chorbogen im Inneren das Jahr 1519.

Behutsam restauriert wurde das große Holzkreuz an der Südwand der Kirche, dass gemäß Chronik an eine Mission im Dezember 1906 erinnert. Bild: Sabine Gems-Thoma
Behutsam restauriert wurde das große Holzkreuz an der Südwand der Kirche, dass gemäß Chronik an eine Mission im Dezember 1906 erinnert. Bild: Sabine Gems-Thoma | Bild: Sabine Gems-Thoma

1598 wurde sie mit Fresken reich ausgemalt, 1739 nach großen Sturmschäden barockisiert, die Fresken übertüncht. Erst 1939 wurden sie wieder freigelegt, gingen jedoch beim großen Kirchenbrand 1954 endgültig verloren. Schlicht und modern wurde die Marienkirche wieder aufgebaut. 1979 erhielt sie durch die Innenrenovation und Ausmalung ihr heutiges Gesicht. In der aktualisierten und reich bebilderten Kirchenchronik von Herbert Fuchs ist die wechselvolle Geschichte umfassend dokumentiert.

Wegen Corona im kleinen Rahmen

Coronabedingt muss das geplante große Jubiläumsfest in kleinerem Rahmen stattfinden und es werden nur bereits angemeldete Gäste teilnehmen. Um 10 Uhr ist ein feierlicher Gottesdienst. Die Messe werden Erzbischof Stephan Burger, Pfarrer Martin Metzler, sein Vorgänger Marcus Maria Gut, Diakon Spitznagel und Pater Anoop halten.

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Am Nachmittag hält Herbert Fuchs einen Vortrag über das Leben in Hohentengen vor 500 Jahren und das Museum im Kirchturm wird eröffnet. Am Sonntag, 25. Oktober, wird Herbert Fuchs ab 14.30 Uhr seinen Vortrag ein weiteres Mal halten und die Kirchenchronik vorstellen. Außerdem ist Gelegenheit, das Museum in Kleingruppen zu besichtigen. Hierfür bedarf es keiner Anmeldung.

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