Der Jahresanfang ist eigentlich die Zeit, in der Bürgermeister Martin Benz die Bürger in den sechs Ortsteilen der Gemeinde Hohentengen zu den Bürgerversammlungen einlädt. Wegen der Corona-Pandemie ist das dieses Jahr nicht möglich. Überlegungen, wie sie dennoch stattfinden können, führten zu keinem befriedigenden Ergebnis, sodass sie in diesem Jahr wohl ausfallen werden.

Normalerweise informiert Bürgermeister Martin Benz in den Bürgergesprächen in allen sechs Ortsteilen über das Gemeindegeschehen.
Normalerweise informiert Bürgermeister Martin Benz in den Bürgergesprächen in allen sechs Ortsteilen über das Gemeindegeschehen. | Bild: Sabine Gems-Thoma

1991 trat Martin Benz sein Amt als Bürgermeister an, 1992 lud er zur ersten Bürgerversammlung in die Mehrzweckhalle Hohentengen ein. Seitdem finden die Bürgerversammlungen immer Anfang des Jahres innerhalb von zwei Wochen in allen Ortsteilen statt. Das ist auch die Zeit der Vereinsversammlungen, sodass der abendliche Terminkalender des Rathauschefs in dieser Phase gut gefüllt ist.

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An die 300 interessierte Bürger kommen für gewöhnlich, um sich zu informieren, was in der Gemeinde läuft und geplant ist, um Fragen zu stellen, Anregungen zu geben, zu loben und Kritik zu üben. „Dieses Jahr werden sie vermutlich nicht stattfinden“, bedauert Martin Benz. „Bis Ende März geht gar nichts und Mitte des Jahres ist der Ausblick auf das Jahr sicher nicht mehr so interessant.“

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Es gab viele Überlegungen, auch, ob eine zentrale Veranstaltung in der großen Halle möglich wäre. Dafür müsste allerdings die Teilnehmerzahl beschränkt werden. Zudem wird die Halle derzeit umgebaut. „Mir ist wichtig in alle Ortsteile zu gehen. Ich möchte den persönlichen Kontakt mit allen Bürgern“, so Benz. „Eine zentrale Veranstaltung wäre für mich wesentlich einfacher, aber die Ortsteile sollen erkennen können, sie haben alle das gleiche Gewicht. Und ich möchte die spezifischen Probleme aus erster Hand erfahren.“ Mit der Resonanz auf das Angebot vor Ort ist der Bürgermeister zufrieden. „In den kleineren Ortsteilen ist aus fast jedem Haushalt jemand vertreten. Und nach holprigem Start ist inzwischen auch im Ortsteil Hohentengen der Zuspruch sehr gut.“

Das Fazit

Was nimmt ein Bürgermeister mit aus den Versammlungen? „Für mich, dass Dinge zur Sprache kommen, die man sonst nicht so im Blick hat. Das können Kleinigkeiten sein, wie dass eine Laterne nicht brennt. Das ist kein großes Problem, aber es beschäftigt die Menschen und muss behoben werden. Es ist auch ein Gradmesser, ob man richtig liegt mit seiner Arbeit. Und was ganz wichtig ist: die Nachgespräche nach dem Ende der offiziellen Versammlung.“ Da findet sich meist ein Verein, oft die Feuerwehrleute, die eine Bewirtung übernehmen und es wird mitunter noch lange debattiert. Und wie fällt das Fazit aus? „Nur positiv. Viele Menschen bringen sich ein. In der Regel wird sachlich konstruktiv Kritik geübt. Es gibt auch schon mal harte Gespräche, das gehört dazu. Aber der Ton muss stimmen.“