Ein großer Festtag war für die Pfarrgemeinde Hohentengen die Feier des 500-jährigen Bestehens der Kirche St. Maria. Dass eine solche Feier, wenn auch bedingt durch die Corona-Pandemie in kleinerem Rahmen, eine große Bedeutung hat, unterstrich der Besuch von Erzbischof Stephan Burger. Er war erstmals in der Gemeinde zu Gast und hielt die Festpredigt.

In seiner Predigt forderte Erzbischof Stephan Burger dazu auf, die gelebte Christusbeziehung in die Welt hineinzutragen, um dem Schwund christlichen Lebens entgegenzuwirken.
In seiner Predigt forderte Erzbischof Stephan Burger dazu auf, die gelebte Christusbeziehung in die Welt hineinzutragen, um dem Schwund christlichen Lebens entgegenzuwirken. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Vor 500 Jahren, am 2. Dezember 1520, wurde das heutige Kirchengebäude eingeweiht. Zum Jubiläum erstrahlt es nach umfassender Außenrenovierung in neuem Glanz. „Freude und Dankbarkeit sind heute in unseren Herzen“, begrüßte Pfarrer Martin Metzler die aus Abstandgründen rund 80 angemeldeten Gäste und dankte allen an der Vorbereitung dieses Tages Beteiligten.

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Um die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten durften nur angemeldete Gäste an der feierlichen Messe zum 500-jährigen Jubiläum der Hohentengener Pfarrkirche St. Maria teilnehmen.
Um die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten durften nur angemeldete Gäste an der feierlichen Messe zum 500-jährigen Jubiläum der Hohentengener Pfarrkirche St. Maria teilnehmen. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Gemeinsam zelebrierten Erzbischof Stephan Burger, Pfarrer Martin Metzler, sein Vorgänger Marcus Maria Gut, Diakon Wolfgang Spitznagel und Pater Anoop die feierliche Messe. „Dieser Ort hat Menschen zusammengeführt und tut dies immer noch zu unterschiedlichen Anlässen“, nahm Erzbischof Burger die Kirche als Ort der Gottesbegegnung in den Blick, auch in einer Zeit wie damals, als mit der Reformation die Menschen den Eindruck hatten, die Welt gerate aus den Fugen.

Das Jubiläum

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Priestermangel, Schwund der Gläubigen – alle geplanten Änderungen würden die Situation nicht besser machen, „wenn es uns nicht gelingt, uns Christus frohe Botschaft zu eigen zu machen“. Der Kirchenbau zeige: „Christliche Hoffnung hat in der Vergangenheit getragen und will und wird uns weitertragen, wenn wir uns darauf einlassen.“ Er forderte dazu auf: „Tragen wir die gelebte Christusbeziehung in die Welt hinein. Das ist die beste aller Möglichkeiten, dem Schwund christlichen Lebens entgegenzuwirken.“

Kaiserstuhls Stadtammann Ruedi Weiss hob die besonderen Beziehungen der Kirchen- und auch politischen Gemeinden hervor. Aus dem Stadtarchiv von Kaiserstuhl brachte er die damalige Weiheurkunde der Hohentengner Kirche aus dem Jahr 1520 mit. .Bild: Sabine Gems-Thoma
Kaiserstuhls Stadtammann Ruedi Weiss hob die besonderen Beziehungen der Kirchen- und auch politischen Gemeinden hervor. Aus dem Stadtarchiv von Kaiserstuhl brachte er die damalige Weiheurkunde der Hohentengner Kirche aus dem Jahr 1520 mit. .Bild: Sabine Gems-Thoma | Bild: Sabine Gems-Thoma

Die musikalische Note gaben Organistin Imazu Gabrea, Georg Boller (Tenorhorn) und eine Abordnung des Kirchenchors Hohentengen-Stetten unter der Leitung von Doris Etspüler.

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Beim Treffen geladener Gäste im Pfarrsaal dankten Pfarrer Metzler und die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marlena Weißenberg Gerlinde Ebi für die Vorbereitung dieses Festtages. Die Grüße der Gemeinde, die sich an der Finanzierung der Renovierungsarbeiten beteiligt hat, übermittelte Bürgermeisterstellvertreter Richard Wagner.

Ausführliche Einblicke in die Jahrhunderte alte Geschichte der Pfarrkirche St. Maria, die damalige Zeit und die einst engen Beziehungen von Hohentengen zu Kaiserstuhl gab Herbert Fuchs sen. in seinem interessanten Festvortrag. .Bild: Sabine Gems-Thoma
Ausführliche Einblicke in die Jahrhunderte alte Geschichte der Pfarrkirche St. Maria, die damalige Zeit und die einst engen Beziehungen von Hohentengen zu Kaiserstuhl gab Herbert Fuchs sen. in seinem interessanten Festvortrag. .Bild: Sabine Gems-Thoma | Bild: Sabine Gems-Thoma

Die einst überaus engen Beziehungen zwischen Kaiserstuhl und Hohentengen hob Kaiserstuhls Stadtammann Ruedi Weiss hervor. Er hatte ein besonderes Kleinod, die damalige Weiheurkunde der Kirche St. Maria, die im Stadtarchiv aufbewahrt wird, zur Ansicht mitgebracht.

Statt Schlüssel überreichte Gerhard Bachmann (rechts) Pfarrer Martin Metzler ein essbares Hefekreuz zum Abschluss der Außenrenovierung der Pfarrkirche. Mit seinem Sohn Matthias (hinten, links) hatte das Büro Bachmann Planung und Bauleitung inne.
Statt Schlüssel überreichte Gerhard Bachmann (rechts) Pfarrer Martin Metzler ein essbares Hefekreuz zum Abschluss der Außenrenovierung der Pfarrkirche. Mit seinem Sohn Matthias (hinten, links) hatte das Büro Bachmann Planung und Bauleitung inne. | Bild: Sabine Gems-Thoma

„Erstaunlich, was Menschen vor nunmehr 500 Jahren ohne jegliche technische Hilfe oder Baukräne errichten konnten“, sagte Gerhard Bachmann, dessen Büro mit Denkmalamt und Restauratoren das Konzept für die Renovierung erstellte. Es habe unzähliger Detaillösungen bedurft, daher zolle er den Handwerkern höchste Wertschätzung. Als Symbol überreichte er Pfarrer Metzler ein Hefezopfkreuz. Kirchenkenner Herbert Fuchs senior gab spannende Einblicke in die Geschichte der Kirche und der Region. Zum Abschluss des Festtages konnte das neue Museum im Turm besichtigt werden.

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