Er ist wieder einmal zurück in der früheren Heimat – und dieses Mal hat Ekkehard Altenburger Zeit mitgebracht, um die von ihm vor 21 Jahren für den Skulpturenweg entlang des Rheins gefertigte Skulptur zu erneuern. Der aus Jestetten-Altenburg stammende Bildhauer ist viel in der Welt unterwegs und lebt nach Jahren in London heute in Hongkong. Ekkehard Altenburger war einer der elf Künstler, die im Jahr 2000 eine Arbeit für den grenzüberschreitenden Skulpturenweg entlang des Rheins bei Kaiserstuhl und Hohentengen angefertigt haben.

Aufgewachsen ist er mit neun Geschwistern in Altenburg. Einmal im Jahr versucht er, nach Deutschland zu kommen. „Es ist seltsam, jetzt für längere Zeit wieder hier zu sein“, sinnt er nach. Nach vielen Jahren mit eigenem Studio in London, in dem er seine großen Auftragsarbeiten gefertigt hat, lebt er seit 2017 in Asien und möchte gerne dahin zurückkehren, kann sich aber auch vorstellen, wieder mehr in Deutschland zu arbeiten. Derzeit ist er in seinem halbjährigen Sabbatical viel unterwegs – und darf momentan nicht wieder nach Hongkong einreisen.

Seit einigen Jahren war das mehrfach demolierte Werk von Ekkehard Altenburger auf der schweizerischen Rheinseite nahe dem Kraftwerk ...
Seit einigen Jahren war das mehrfach demolierte Werk von Ekkehard Altenburger auf der schweizerischen Rheinseite nahe dem Kraftwerk Rheinsfelden nur noch unvollständig zu sehen. | Bild: Sabine Gems-Thoma

An der Hütte der Pontoniere, unweit des Wasserkraftwerks Rheinsfelden auf schweizerischer Rheinseite war die Skulptur „Vessel“ zu finden: „Boot – Haus – Landschaft, in Stein gehauen, abgelegt am Rheinufer, Platzhalter für einen, der vom Fluss weggezogen ist“, heißt es in der Kurzbeschreibung des Werkes. Eine Arbeit aus seiner Zeit in Edinburgh in Schottland, erinnert sich Ekkehard Altenburger gut daran. Allerdings wurde die Skulptur in den vergangenen 21 Jahren mehrfach beschädigt und war seit Jahren nur noch unvollständig zu sehen.

Die Umarbeitung

Mechthild Wagner aus Hohentengen, damals Mitinitiatorin des Skulpturenwegs, hat den Kontakt zum Künstler gehalten und freut sich, dass die Skulptur jetzt erneuert und an einem anderen Platz aufgestellt werden soll. „Es war eine meiner ersten öffentlichen Arbeiten. Für das Fragment habe ich jetzt ein komplett neues Konzept erarbeitet“, sagt der Künstler, der bei Bauunternehmer Oswald Spuhler in Fisibach einen Platz zum Arbeiten zur Verfügung gestellt bekommen hat. Für ihn sei es spannend, zurück zu einer studentischen Arbeit zu kommen und als Professor daran weiterzuarbeiten. „Gedanken vor der Abreise“ betitelt er sein Werk, dessen Grundlage das noch erhaltene Boot ist.

Der neue Standort

„Es wird eine poetische Arbeit. Das Boot findet Platz in einem Stahlgerüst, in dem Ruder aufgestellt sind, die sich auffächernd in Schilf verwandeln. Ein Seil stellt die Verbindung zu einem groben Felsblock, einer Landschaft, her.“ Was der Betrachter darin sieht, bleibe ihm überlassen. Wo die Skulptur stehen wird, ist offen. Angedacht ist ein Ort beim neuen Kaiserstuhler Bootshafen.