Informationen zum aktuellen Sachstand bei der Umstellung auf das Neue Kommunale Haushaltsrecht (NKHR), das am 1. Januar für alle Gemeinden verbindlich wird, standen im Mittelpunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Verwaltung und insbesondere das Rechnungsamt leisteten demnach umfangreiche Vorarbeiten. Deutlich wurde: Das NKHR wird auch zukünftig große Herausforderungen an Verwaltung und Gemeinderäte stellen.

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2020 stehe, so Bürgermeister Martin Benz. Bevor er vorgestellt werde, habe sich die Verwaltung entschlossen, über das neue Haushaltrecht zu informieren und die Änderungen in der Haushaltsstruktur vorzustellen, damit er für die Gemeinderäte lesbar sei.

Rechnungsamtsleiterin Kristina Schwab erläuterte zunächst die Ziele der Reform und das Vorgehen der Gemeinde. 2014 hatte der Gemeinderat die Einführung des NKHR beschlossen. Die zunächst vorgesehene Einführung zum 1.1.2019 wurde 2017 um ein Jahr verschoben. Bei der für die Umstellung vorab notwendigen Erfassung und Bewertung des gemeindeeigenen Vermögens, die Grundlage für den Aufbau der Anlagebuchhaltung ist, gab es Differenzen mit einer externen Beraterfirma. Deshalb wurde der Datenbestand seitens der Gemeinde zeitintensiv neu aufbereitet, erklärte Schwab. Nach der Vertragsauflösung arbeitet die Gemeinde Hohentengen nun mit dem Gemeinschaftsprojekt Waldshut-Lörrach der Firma Schüllermann zusammen. Die Mitarbeiter haben dafür regelmäßige Schulungen und ein umfangreiches Workshop-Programm besucht. Seit März läuft das Umstellungsprojekt beim Rechenzentrum in Freiburg.

„Wir sind mit allen Arbeiten im Zeitplan. Die erste große Testmigration fand zum 1. November 2019 statt. Aktuell finden Korrekturarbeiten statt“, informierte Kristina Schwab und weiter: „Der erste Haushaltsplanentwurf ist aufgestellt.“

Von 23. Dezember bis 6. Januar werden Kasse und Rechnungsamt geschlossen sein. Für die Mitarbeiter stehen umfassende Prüfungs- und Vorbereitungsarbeiten an. Die Kassenproduktivsetzung werde voraussichtlich zwischen dem 13. und 20. Januar sein. Ab diesem Tag könne im neuen System gebucht werden.

Nach diesem allgemeinen Teil stellte die Rechnungsamtsleiterin anhand eines Beispiels die neue Struktur des Haushaltsplans mit Finanzhaushalt, Bilanz und Ergebnishaushalt vor, die die Beteiligten vor einige Herausforderungen stellen werde.

Kritisch äußerste sich Bürgermeister Martin Benz zum Sinn des NKHR, das eingeführt werden müsse, und hob den enormen Arbeitsaufwand und die Kosten für die Einführung hervor. „Es ist eine ungeheure Belastung, die unsere Mitarbeiter zu schultern haben. Ich kann nur ein Riesenlob erteilen, wie es bislang läuft.“