Schon von einem gelben Hund gehört? Tamara May, Besitzerin eines besonders sensiblen Hundes, waren der Begriff und die dahinter stehende Kampagne bis vor kurzem neu. Mit einem gelben Halstuch oder einer gelben Schleife werden Hunde kenntlich gemacht, die aus verschiedensten Gründen mehr Abstand von Menschen oder anderen Hunden brauchen. Somit können bei einem Zusammentreffen Erklärungen durch den Hundebesitzer entfallen und werden die Begegnungen, etwa bei einem Spaziergang, für alle entspannter.

Tamara May begeistert von der Idee

Tamara May (48), Physiotherapeutin aus Hohentengen, ist durch ein Radiointerview auf die Kampagne „Gelber Hund braucht Freiraum“ aufmerksam geworden. Ein Hundetrainer erzählte davon, dass er die Idee, die in Schweden unter dem Namen „Gulahund/Yellow Program“ 2012 gestartet und schon weit verbreitet ist, gerne in Deutschland bekannter machen würde.

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„Der Gedanke, der dahinter steht ist, dass man Kindern und Erwachsenen zeigt: Wenn ein Hund etwas Gelbes trägt, sollte man nicht so nah ´rangehen“, erklärt Tamara May. „Nicht, weil der Hund böse ist, sondern weil er es nicht mag, wenn man ihm zu nahe kommt oder ihn streichelt. Auch andere Hunde sollten Abstand halten.“ Schade nur, dass von dieser Idee noch nicht viele wissen.

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Jedenfalls hat sie noch niemanden mit einem „gelben Hund“ getroffen und fand: Das muss bekannter werden. Ihr Hund Tom ist so ein sensibler Hund. Als Hundebaby wurde er ihr auf einer Thailandreise quasi vor die Füße gelegt und wäre ohne Hilfe verendet. Bis er nach Deutschland kommen konnte, blieb er in einer Hundeauffangstation einer deutschen Bekannten.

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„Dort kam er mit viel größeren Hunden zusammen und hatte wohl nur zwei Möglichkeiten: sich unauffällig zu verhalten oder sich zu wehren.“ Daher, so vermutet die Hundebesitzerin, käme wohl seine Zurückhaltung. „Er braucht einfach länger, bis er mit jemandem vertraut ist.“

„Eine tolle Sache“

Dennoch ist er neugierig und geht auf andere zu. „Kommen dann Leute ihrerseits aktiv nah an ihn heran, kann es sein, er wird ängstlich und schnappt.“ Das jedoch jedes Mal zu erklären, sei eine anstrengende Angelegenheit. „Da ist das gelbe Band eine tolle Sache.“ Auf dem Spaziergang läuft Tom entspannt an der Leine, bis ein freilaufender Hund sich nähert – da wird er etwas nervös und wird von seiner Besitzerin auf Abstand gehalten.

Für mehr Respekt

„Ich würde mir einen achtsameren Umgang unter den Hundebesitzern wünschen. Wenn ich darum bitte, den Hund an die Leine zu nehmen, sollte dies auch ohne lange Diskussionen getan werden. Und auch gegenüber Leuten, die Angst vor Hunden haben, sollte das respektiert und das Tier zu sich genommen werden“, so Tamara May. „Wenn sich das mit dem gelben Signaltuch verbreitet, würde das vieles vereinfachen“, ist sie überzeugt.