Nach vielen Vorgesprächen und Diskussionen ist mit dem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates jetzt die Zusammenarbeit der Gemeinde und der Agrar-Energie GbR in Sachen Nahwärmeversorgung unter Dach und Fach. Künftig soll die Abwärme der vor dem Ortsteil Stetten gelegenen Biogasanlage Boller den Betrieb mit Hackschnitzeln ersetzen.

"In die Jahre gekommen"

In die Jahre gekommen ist das 1999 in Betrieb gegangene Nahwärmenetz des Eigenbetriebes der Gemeindewerke, das im Hohentengener Oberdorf 36 öffentliche und private Gebäude mit Wärme versorgt. 1100 Megawattsunden werden derzeit im Jahr dafür bereitgestellt. Anfangs wurde der Wärmebedarf zu 92 Prozent mit einem Hackschnitzelkessel abgedeckt, derzeit sind es nur noch 70 Prozent, der Rest wird über einen Ölkessel geliefert. Aufgrund des Alters der Anlage sei in absehbarer Zeit mit einer Ersatzinvestition zu rechnen, erläuterte Bürgermeister Martin Benz.

Weniger Wärmeverluste

Optimiert werden soll die Wärmeübergabe in den angeschlossenen Objekten, das Netz verkürzt und teilweise erneuert werden, so dass es weniger Wärmeverluste gibt und die Netzbetriebstemperatur gesenkt werden kann. 1,2 Kilometer vom Oberdorf entfernt, betreibt die Agrar-Energie GbR seit Ende 2012 eine Biogasanlage mit demnächst zwei Blockheizkraftwerken. Mit der anfallenden Wärme wird derzeit eine Fermenterheizung betrieben und Strom erzeugt. Es verbleiben rund 3000 Megawattstunden im Jahr, die für die Nahwärmeversorgung eingesetzt werden können.

Dazu wird die Agrar-Energie eine 1,3 Kilometer lange Wärmezufuhrleitung bis zur Einmündung in das Gemeindenetz Schulstraße/Bergstraße erstellen, in einen Wärmespeicher und heizungstechnische Anlagen bei der Biogasanlage investieren, so dass ein zweites, hydraulisch nicht abgetrenntes Wärmenetz entsteht. Die Agrar-Energie übernimmt die Vollenergieerzeugung und kann dazu die heizungstechnischen Einrichtungen im Schulheizungskeller nutzen.

Sicher und kostengünstig

„Zusammen streben wir an, die umweltfreundliche Nahwärme sicher und kostengünstig zu nutzen“, so Benz. „Ich begrüße das Projekt, wir haben es lange diskutiert“, so Rosi Drayer (SPD). Und Richard Wagner (CDU): „Ich bin froh, dass wird es jetzt zum Abschluss bringen und freue mich, dass die Wärme vernünftig genutzt wird.“ „Es macht effektiv Sinn, die Abwärme so zu nutzen. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit“, sagte Bert Kelz (FW). „Es ist eine Win-Win-Situation für beide Vertragspartner und eine gute Sache“, schloss sich Markus Wehrle (FW) an.

Einstimmiges Votum für Zusammenarbeit

Das Votum für die Zusammenarbeit fiel einstimmig aus. Für den Bau der Verbindungsleitung von der Heizzentrale in der Schule bis zum Übergabepunkt an das Agrar-Energie-Netz an der Kreuzung Schulstraße/Bergstraße wurden die Arbeiten an die Firma Lienhard Rohrleitungsbau, Schopfheim, für 84 313 Euro vergeben.