Bei den Beschäftigten der Sensoplan GmbH, einer Tochter des General Electric (GE) Konzerns, steigt die Empörung über das Verhalten des Managements. Nach der am 30. Juni völlig unerwartet verkündeten Schließung des Betriebs fordert der mittlerweile gewählte Betriebsrat einen Sozialplan von GE. Doch der Konzern ließ die für Montag angesetzte Verhandlung platzen.

Sensoplan soll trotz mehrjährigem Umsatzwachstum und Bilanzgewinn im Jahr 2015 zum Jahresende geschlossen werden. Laut einer Pressemitteilung der IG Metall haben 51 Mitarbeiter umgehend ihre Kündigung erhalten, 31 Ingenieure sollen an einen anderen Standort wechseln.

Dank der positiven Zahlen und der hohen Kundenzufriedenheit hatten die verantwortlichen GE-Manager in diesem Jahr den Mitarbeitern mehrfach die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze bestätigt. Bei der Mitarbeiterversammlung im Juni erwartete die Belegschaft gespannt Informationen zu ihrem Platz in der neuen Organisationsstruktur von GE und Alstom nach der Fusion der Konzerne.

"Aber statt spannende neue Aufgaben genannt zu bekommen, erfuhren die Mitarbeiter, dass der Standort aus strategischen Gründen der Marktbereinigung geschlossen werden soll", so Gewerkschaftssekretär Franz Ritter von der IG-Metall. Der mittlerweile gewählte Betriebsrat hat einen Sozialplan gefordert wie er in anderen Bereichen bei GE üblich ist.

Am 25. August trafen sich Management, Betriebsrat und IG Metall erstmals zu Gesprächen über die Maßnahme. "Unsere Ziele sind ergebnisoffene Gespräche über den Standort und eine finanzielle Absicherung für die Belegschaft", so Franz Ritter.

Eine Fortsetzung der Gespräche war für den 29. August vereinbart worden. Doch dieser Termin wurde kurzfristig abgesagt, ohne dass GE ein essentielles Angebot unterbreitet hätte. "Die Beschäftigten sind empört über die Ungleichbehandlung gegenüber anderen GE Einheiten", erklärt Franz Ritter in einer Pressemitteilung.

Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung ließ sich die Belegschaft am Montag durch den Betriebsrat und die IG Metall über die Geschehnisse informieren.

Im Anschluss versammelten sich die Mitarbeiter vor dem Betriebsgelände unter dem Motto „GE lässt Köpfe rollen“. Die Betroffenen ziehen Arbeitskampfmaßnahmen in Erwägung, wenn sich an der grundlegenden Haltung von GE bis zum nächsten Verhandlungstag am 8. September nichts ändert.

Marco Sprengler, Geschäftsführer der IG Metall Freiburg und Lörrach zugleich Mitglied des Aufsichtsrats bei der Konzernmutter, hält das Vorgehen für untragbar. „Ich will, dass sich auch der Aufsichtsrat mit der Angelegenheit beschäftigt. Außerdem verlangen wir GE übliche Angebote für die Belegschaft in Form von Jobperspektiven und Sozialplanabfindungen bei nicht vermeidbarem Verlust des Arbeitsplatzes.“

 

Die Firma

Sensoplan ist weltweit als Spezialist im Bereich Kraftwerksindustrie tätig und bietet Revisionen und Leistungssteigerungen für große Generatoren. Die Firma beschäftigt derzeit 93 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 wurde Sensoplan als innovativer Spezialist in GE integriert. 2012 investierte GE noch sieben Millionen Euro in den Standort für eine erneute Werkserweiterung.

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