Über die Neuregelungen in der Forstorganisation infolge des Kartellverfahrens informierte im Gemeinderat Helge von Gilsa, Leiter des Kreisforstamtes Waldshut. Einstimmig war das Votum für den Vertrag mit dem Landkreis zur Übernahme der forstlichen Dienstleistungen und der Verkehrssicherungspflicht ab Januar 2020. Die Gemeinde bleibt eigenes Forstrevier mit einer halben Revierleiterstelle für Kommunal-, und Privatwald sowie hoheitliche Aufgaben.

Größte Forstreform seit 1830

Bereits zum Januar 2018 wurde der Holzverkauf neu organisiert. Jetzt geht es um die künftige Betreuung des Waldes durch einen Revierleiter. Hierzu wurde unter Federführung von Forstamtsleiter Helge von Gilsa unter den Prämissen der Kooperation, weiterhin einem forstlichen Ansprechpartner vor Ort sowie hochwertiger und bezahlbarer Dienstleistungen eine Lösung entwickelt, die jetzt den Gemeinden vorgestellt wird.

Berge von Holz türmen sich am Waldrand. In Sachen Borkenkäferbeall ist weiterhin höchste Wachsamkeit geboten, um die Schäden zu minimieren.
Berge von Holz türmen sich am Waldrand. In Sachen Borkenkäferbeall ist weiterhin höchste Wachsamkeit geboten, um die Schäden zu minimieren. | Bild: Sabine Gems-Thoma

„Die Verwaltung des Landratsamtes bietet weiterhin Leistungen an, diese müssen aber auch abgenommen werden“, so von Gilsa, der von der größten Forstreform in Baden seit 1830 sprach. Wichtig war eine Kostendeckung und dass die Lösung auch die Privatwaldbesitzer einschließt. Der Staatswald wird künftig ausgegliedert.

Revierleiterstellen neu ausgeschrieben

25 Forstreviere mit Kommunal- und Privatwald sind ausgewiesen. Hohentengen ist ein eigenes Revier mit einem Anspruch von 0,5 Revierleiterstellen, aufgeteilt in Aufgaben im Gemeindewald (0,2), hoheitliche Aufgaben und Beratung (0,11) und Aufgaben im Privatwald (0,2).

Für Private werden ab Januar die forstlichen Dienstleistungen voraussichtlich mit zirka 27,50 Euro pro Stunde abgerechnet, Beratung und hoheitliche Aufgaben müssen allerdings nicht bezahlt werden.

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Alle Revierleiterstellen werden im Mai neu ausgeschrieben, jeder der jetzigen Revierleiter muss sich bewerben. „Die Vertrautheit vor Ort wird bei der Vergabe entscheidend sein“, so von Gilsa. Ende April wird die Gemeindeverwaltung ein Gespräch mit dem jetzigen Förster führen.

Neu wird die Verkehrssicherungspflicht, die bisher vom Förster durchgeführt wurde, eine zusätzliche Dienstleistung. Hierfür wird der Kreis Spezialisten schulen. Martin Benz empfahl dringend diese Dienstleistung ebenfalls zu vergeben. „Die Haftung hätten wir damit an den Dienstleister abgegeben.“

"Froh, dass es dieses Angebot gibt"

Bei den forstlichen Dienstleistungen in Höhe von 18 510 Euro jährlich liegt die Kostensteigerung für die Gemeinde bei 1017 Euro. Für die Verkehrssicherung kämen 2654 Euro dazu. „Eine Gemeinde mit unserer Struktur und unserem Wald hat keine andere Möglichkeit, als dieses Angebot anzunehmen. Ich bin froh, dass es dieses Angebot gibt“, machte Benz deutlich.

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Der Vertrag mit dem Landkreis Waldshut zu den forstlichen Dienstleistungen und der Verkehrssicherungskontrolle mit einer Laufzeit von fünf Jahren wurde vom Gemeinderat einstimmig befürwortet.