Im April hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Abwärme aus dem Biogasbetrieb der Agrar Energie GbR Boller künftig in das Nahwärmenetz der Gemeinde eingespeist wird und damit den in die Jahre gekommenen Betrieb mit Hackschnitzeln ersetzt. Dafür bedarf es Änderungen und Erweiterungen der Biogasanlage, die wiederum die Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes erforderlich macht. Die Gemeinde hat im Verfahren dazu Stellung genommen.

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Beantragt wurde durch die Agrar Energie GbR die Änderung der Betriebsweise der Gasverstromungsanlage, die es künftig ermöglicht statt kontinuierlicher eine bedarfsgerechte Leistung zu liefern. Dadurch wird Strom dann erzeugt, wenn er gebraucht wird. Diese Flexibilisierung ist auch Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hinsichtlich der Einspeisung der bei der Stromerzeugung anfallenden Wärme in das Nahwärmenetz. Die Gasversorgung und damit die Strom- und Wärmeerzeugung muss aus den Sommermonaten in die Wintermonate verschoben werden.

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Durch Änderung der Betriebsweise der Gasverstromungsanlage werden ein zweites Blockheizkraftwerk, eine zweite Trafostation, eine neue Separierstation und eine neue Gasaufbereitungsanlage benötigt. Beantragt wurde auch die Änderung der Einsatzstoffe in Art und Umfang. Aufgrund der Erfahrungen mit der 2012 in Betrieb gegangenen Biogasanlage konnte durch eine Mischung der Einsatzstoffe Mist, Futterrüben und Mais die Menge der Einsatzstoffe reduziert werden, bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Gasmenge. Gülle wird noch sehr wenig eingesetzt, die Menge an frischem Mist erhöht.

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Unter der Voraussetzung, dass es sich um ein privilegiertes Vorhaben handelt, keine unzumutbaren Belastungen an Immissionen für die Umgebung entstehen, die bestehenden Grenzwerte eingehalten werden und eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung durch die in der Zone III des Wasserschutzgebietes für den Tiefbrunnen „Im Ried“ gelegenen Biogasanlage jederzeit ausgeschlossen sein muss, stimmte der Gemeinderat dem Vorhaben zu. Bürgermeister Martin Benz fügte einen Hinweis an das Landratsamt an, dass die Auflagen der vorherigen Baugenehmigung, die unter anderem eine Betonierung der Maschinenhalle und Begrünungsmaßnahmen vorschrieb, innerhalb der nächsten drei Monate erfüllt werden sollten.

Die Anlage

Die Gemeindewerke der Gemeinde Hohentengen betreiben seit dem Jahr 1999 eine Nahwärmeversorgung mittels Hackschnitzelheizung in der Schule in Hohentengen. 36 öffentliche und private Gebäude sind an dieser Anlage angeschlossen. Die Heizungsanlage wird zusätzlich mit einem Ölkessel betrieben. Künftig soll die Energielieferung über die Biogaswärme der Biogasanlage Agrar-Energie GbR der Familie Boller erfolgen.