Bei herrlich sonnigem Herbstwetter fand auf dem Wannenberg in Bergöschingen im Rahmen des 25. Euro-Birdwatch die alljährliche Zugvögelbeobachtung, gemeinschaftlich organisiert vom Nabu Waldshut-Tiengen und dem Naturschutzverein Bachsertal (NVB), statt. Nicht nur viele Vogelfreunde und interessierte Besucher kamen, auch wurden die stattliche Anzahl von 1884 Vögeln gezählt. Besonders erfreulich: Mit Fischadler, Heidelerchen und Wiesenpieper waren gefährdete Vogelarten zu beobachten.

Sei 25 Jahren findet einmal jährlich im Oktober europaweit der Birdwatch-Tag, eine Zugvogelbeobachtung, statt. Auf dem Wannenberg in Bergöschingen haben deutsche und schweizerischen Naturschützer eine gemeinsame Beobachtungsstation. Hier informiert Christian Stange aus Freiburg über ein Projekt zur Wiederansiedlung des Steinkauz am Kaiserstuhl. Bilder: Sabine Gems-Thoma
Sei 25 Jahren findet einmal jährlich im Oktober europaweit der Birdwatch-Tag, eine Zugvogelbeobachtung, statt. Auf dem Wannenberg in Bergöschingen haben deutsche und schweizerischen Naturschützer eine gemeinsame Beobachtungsstation. Hier informiert Christian Stange aus Freiburg über ein Projekt zur Wiederansiedlung des Steinkauz am Kaiserstuhl. Bild: Sabine Gems-Thoma

Seit Beginn der Aktion von Bird-Life International vor 25 Jahren wird mit Beginn der Reise der Zugvögel eine Vogelzählung am ersten Wochenende im Oktober durchgeführt. Von Anfang an waren die Vogelfreunde des Nabu Waldshut-Tiengen und für die Schweiz des Naturschutzvereins Bachsertal mit dabei und boten neben der Möglichkeit Vogelzug und Vögel mit Feldstechern und Ferngläsern genau zu beobachten auch vielfältige Informationen von Fachleuten zu vögeln und Zugverhalten.

Die auf dem 630 Meter hohen Wannenberg in Bergöschingen gemeinsame grenzüberschreitende Beobachtungsstation wurde in diesem Jahr erstmals von der Hochrheinkommission finanziell unterstützt. Sie ist eine der 58 Sektionen von BirdLife Schweiz, von denen die Anzahl beobachteter Zugvögel festgehalten und mit den Ergebnissen aus 39 Ländern in Europa und Zentralasien statistisch erfasst wird. Insgesamt wurden in der Schweiz von mehr als 4000 Beobachtern 145 652 Zugvögel gezählt. Europaweit nahmen über 20 000 Personen teil und zählten weit über vier Millionen Zugvögel auf dem Weg in ihre Winterquartiere.

Faszinierende Vogelbeobachtungen

„In den letzten zehn Jahren war am ersten Wochenende im Oktober immer herrliches Wetter. Das Interesse heute ist toll", freut sich Hauke Schneider, Vorsitzender des Nabu. Und: „Für Ornithologen ist das Treffen ein Highlight im Jahr.“ Aber auch für „Laien“ wird neben den faszinierenden Vogelbeobachtungen einiges geboten: Fritz Hirt, Mitinitiant des European Birdwatch, erzählt von den Anfängen, Christian Stange informiert über erfolgreiche Projekte zum Schutz gefährdeter Arten, Hauke Schneider referiert über regenerative Energien, Buntbrachen und gibt Tipps zu Fach- und Unterhaltungsbüchern.

Am grünen Bauwagen sind Informationen zu den Wintervogelzählungen entlang des Rheins, über den Waldrapp, Buntbrachen und Statistiken zum Vogelvorkommen zu finden, außerdem gibt es Infostände, Speis und Trank, und einen Bilderverkauf, deren Erlös dem Erhalt von Streuobstwiese zugutekommt.

Buchfinken, Ringeltauben und Wiesenpiepern

Mit 1884 Vögeln von 27 Arten waren dieses Jahr auch am Wannenberg sehr viele Tiere zu beobachten, am meisten kamen Buchfinken (847) vor, gefolgt von Ringeltauben (629) und Wiesenpiepern (102). Besonderheiten waren die Beobachtung eines Fischadlers, von 21 Heidelerchen und 102 Wiesenpiepern, alles gefährdete Vögel, die auf der roten Liste stehen.