Damit hatte wohl niemand gerechnet: Bei den Wahlen auf der Hauptversammlung der Feuerwehr-Abteilung Lienheim schien alles klar – die bisherigen Vorstandsmitglieder waren zur erneuten Kandidatur bereit. Doch dann kam alles anders. Nach drei Wahldurchgängen stand Rolf Teufel als neuer Kommandant fest. Er löst Christian Scheuble ab.

Stimmengleichheit nach erstem Wahlgang

Auf die Frage von Wahlleiter Bürgermeister Martin Benz nach weiteren Kandidaten für die Position des Kommandanten kam aus der Versammlung der Vorschlag: Rolf Teufel. Im ersten Wahlgang kam es zwischen ihm und Christian Scheuble zu einem Patt mit sieben zu sieben Stimmen bei vier Enthaltungen und einer ungültigen Stimme. Den zweiten Wahldurchgang entschied Christian Scheuble mit acht zu sieben Stimmen für sich. Auf die Frage, ob er die Wahl annehme, bat er um kurze Bedenkzeit, in der er auch Rücksprache mit Martin Benz nahm. Dann verkündete der Bürgermeister: „Christian Scheuble wird die Wahl nicht annehmen, obwohl ich ihn darum gebeten hatte. Dieser Entscheidung zolle ich meinen Respekt.“ Im daraufhin erforderlichen dritten Wahlgang mit nur einem Kandidaten votierten acht Mitglieder für Rolf Teufel, sieben enthielten sich, drei votierten mit „Nein“ und eine Stimme fiel auf Christian Scheuble. Rolf Teufel nahm die Wahl an.

"Es sind Wunden geschlagen worden"

„Es fällt mir schwer die richtigen Worte zu finden. Es ist das erste Mal in meiner Amtszeit, dass ich so eine Situation erlebe“, kommentierte Martin Benz das Ergebnis. „Obwohl als Wahlsieger hervorgegangen, dann zu sagen, dass ist mir nicht genug Rückhalt und auf das Amt zu verzichten, das zollt von Größe und ich wünsche, dass das auch erkannt wird.“ Benz appellierte an alle: „Sie haben heute eine Landschaft der Zerrissenheit in der Feuerwehr Lienheim hinterlassen. Ich wünsche dem Abteilungskommandanten Kraft, Geschick und Mut, diese Zerrissenheit so schnell wie möglich wieder aus der Welt zu schaffen. Es sind Wunden geschlagen worden, weil man auf der Mitgliederversammlung nicht den Mut gehabt hatte, Fehler anzusprechen. Ich bitte darum, die Grundsätze des fairen Umgangs wieder zu finden.“

Neuaufnahmen bei der Feuerwehr

Einstimmig wiedergewählt wurden Kassiererin Simone Hald, Schriftführerin Meike Gampp, Gerätewart Boris Scheuble sowie die Kassenprüfer Manuela Gampp und Jörg Sander (neu). Nicht zu wählen war der stellvertretende Kommandant Johannes Sutter, der die weitere Sitzung leitete. Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden Silke Hossmann, Simone Hald, Kassenführerin seit zehn Jahren und Christian Scheuble, der die Abteilung seit zehn Jahren leitet und vorher zehn Jahre Kassierer war, ausgezeichnet. Neuaufgenommen wurden an diesem Abend als aktive Feuerwehrmitglieder Steffen Guhl, Tobias Sutter und Frank Teufel.

Für 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr Lienheim zeichete stellvertretender Abteilungskommandant Johannes Sutter (rechts) Silke Hossmann, Christian Scheuble und Simone Hald (von links) aus.
Für 25 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr Lienheim zeichete stellvertretender Abteilungskommandant Johannes Sutter (rechts) Silke Hossmann, Christian Scheuble und Simone Hald (von links) aus.

 

Die Feuerwehrabteilung Lienheim in Zahlen

  • Mitgliederstand: Die Feuerwehrabteilung Lienheim hat 21 aktive Mitglieder, darunter fünf Frauen. Drei Kameraden sind in der Seniorenabteilung und immer noch aktiv dabei, vier sind Ehrenmitglieder. Neuer Abteilungskommandant ist Rolf Teufel, Stellvertreter Johannes Sutter.
  • Ausbildungsstand: 20 Sprechfunker, 13 Maschinisten, elf Atemschutzträger, sechs Truppmänner, sechs Truppführer, sechs Gruppenführer, drei Zugführer.
  • Einsätze 2018: Mit 21 Einsätzen waren es außergewöhnlich viele, allerdings neun davon auf Fehlmeldungen der Brandanlage der Firma Günthart zurückzuführen. Im Einsatz war die Wehr bei Baumbeseitigungen, einem Waldarbeiterunfall, Kaminbrand, Rauchentwicklung auf einem Balkon, einem Trafobrand in Günzgen und auf der Kläranlage, Heckenbrand, LKW-Brand und unerlaubten Grillfeuern.
  • Probenarbeit: In 2018 wurden 17 Proben absolviert, davon zwei Proben gemeinsam mit der Abteilung Hohentengen, zwei mit der Abteilung Küssaberg West und vier mit der Abteilung Bergöschingen sowie eine Gesamtprobe in der Gemeinde. Sehr guten Anklang fand die Schauübung im Herbst mit anschließendem Hock im Feuerwehrhaus.
  • Weitere Aktivitäten: Sieben Brandwachen, sechs Verkehrsregelungen, Schulprobe und Kindergartenbesuche, Mitwirkung am Bunten Abend, Durchführung von Preisjass und Alteisensammlung, Vergleichswettkampf mit den Abteilungen Hohentengen und Rheinheim, Ausflug, Kameradschaftsabend und Weihnachtsfeier.