Im Hohentengener Gemeindewald wird nachhaltig gewirtschaftet, das ergab die Bestandsaufnahme für die Forsteinrichtung 2018 bis 2027. Es wächst mehr Holz nach, als genutzt wird, sodass es einen leichten Zuwachs beim Holzvorrat geben wird. Der jährliche Einschlag soll bei 2356 Festmetern liegen. Probleme macht nach wie vor die Naturverjüngung, da der Aufwuchs unter Verbiss und Schälschäden durch Sikawild leidet.

Bilanz über zehn Jahre

Mit der Forsteinrichtungserneuerung im Gemeindewald wird alle zehn Jahre Bilanz gezogen und die Planung für das nächste Jahrzehnt festgelegt. Damit soll eine planmäßige und nachhaltige Bewirtschaftung sowie Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion sichergestellt werden. An ausgewählten Waldorten erläuterten Forsteinrichter Tom Drabinski von der Forstdirektion Freiburg, Forstdirektor Hans-Peter Barth vom Kreisforstamt und Förster Michael Albrecht die Arbeitsschwerpunkte im kommenden Jahrzehnt.

Holzvorrat bleibt fast unverändert

Die Holzfläche der Gemeinde Hohentengen liegt bei 261,2 Hektar und hat durch den Kahlhieb im Herderner Wald für den Kiesabbau etwas abgenommen. Hier wird später wieder aufgeforstet. Der Holzvorrat blieb nahezu unverändert. Das Vorratsniveau ist gut, der Anteil an Nadelholz mit 49 Prozent leicht gesunken. Fichte und Buche sind die Hauptbaumarten. Der geplante Hiebsatz mit neun Festmetern pro Hektar und Jahr liegt unter dem prognostizierten Zuwachs von 9,4 Hektar, sodass ein moderater Anstieg des Holzvorrates geplant ist.

Wildverbiss als Problem

Während die Naturverjüngung im Lienheimer Buchenwald gut funktioniert, macht sie im Hohentengener Distrikt Bergwald (bei der neuen Blockhütte) beim Nadelholzaufwuchs durch Verbiss und Schälschäden durch Sikawild große Probleme. Zur Verjüngung der Bestände sind Schutzmaßnahmen auf einer Fläche von 57 Hektar vorgesehen. Wo möglich, soll Nadelholz angebaut werden. Aufgrund der Klimaerwärmung wird verstärkt auf Douglasie gesetzt, insgesamt wird ein Mischbestand angestrebt.

An ausgewählten Waldbildern erläuterte Forsteinrichter Tom Drabinski zusammen mit Forstdirektor Hans-Peter Barth und Revierleiter Michael Albrecht (von rechts) dem Gemeinderat und interessierten Jägern und Waldbesitzern die Planung für den Gemeindewald in den nächsten zehn Jahren.
An ausgewählten Waldbildern erläuterte Forsteinrichter Tom Drabinski zusammen mit Forstdirektor Hans-Peter Barth und Revierleiter Michael Albrecht (von rechts) dem Gemeinderat und interessierten Jägern und Waldbesitzern die Planung für den Gemeindewald in den nächsten zehn Jahren. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Sorge bereitet nach wie vor das Eschensterben. „Wir haben mittlerweile ein flächenmäßiges Absterben mit nahezu Totalschaden“, bilanzierte Michael Albrecht. Auf diesen Flächen soll der Erhalt der Eichenanteile durch Pflanzung gefördert werden. Große Probleme macht momentan auch der Borkenkäfer. Vier Bereiche mit einer Fläche von 9,7 Hektar könnten als Refugien aus der Nutzung genommen werden, um mit den Stilllegungsflächen das Ökopunktekonto der Gemeinde aufzubessern.

Keine Gewinnmaximierung auf Kosten der Nachhaltigkeit

55 000 Euro wurden von 2008 bis 2017 durchschnittlich pro Jahr aus dem Wald erwirtschaftet. Durch eine qualitätsgestaffelte Holzernte soll auch künftig eine optimale Wertschöpfung, jedoch keine Gewinnmaximierung auf Kosten der Nachhaltigkeit erfolgen. Der Planung stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.