Morgens um 7 Uhr wird die Lesemannschaft eingewiesen. Ein Hektar Muscaristrauben sollen geerntet werden. So früh wie nie zuvor kann dieser Tage in der Region mit dem "Herbsten" begonnen werden, der Ausnahmesommer macht es möglich.

Bild: Salzmann, Dirk

Woran man erkennt, dass die Trauben reif sind? Mit einem Refraktometer, einem kleinen Messinstrument, wird der Oechslegrad der Trauben geprüft, wodurch wiederum der spätere Alkoholgehalt ermittelt werden kann. Zu viele Oechsle sind daher bei einigen Sorten gar nicht gut, schließlich sind seit Jahren eher leichte Weine in Mode, die eben weniger als 12 oder 13 Prozent Alkohol haben. Georg Netzhammer ist mit den 115 Oechsle dieser Traube mehr als zufrieden, wie unser Video zeigt.

Video: Salzmann, Dirk

Es gibt noch andere Indizien für den Reifegrad. Der Kern der Trauben sollte dunkel sein.

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Ein weiteres Indiz ist eine Verhölzerung am Ansatz.

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Im Weinberg ist wenig Platz für Romantik. Unser Redakteur Dirk Salzmann hat auf dem Bild zwar noch gut Lachen, eine Stunde später kämpfte er aber bereits mit Knie- und Rückenschmerzen.

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Ganz anders Walter Schöll, der mit seinen 79 Jahren noch jeden Tag 20 Kilometer läuft, weil es ihm eben Spaß macht und obendrein im Weinberg mithilft. 9,50 Euro gibt es dafür pro Stunde. "Man ist an der frischen Luft und hat Bewegung. Ich liebe das." Ihm zur Seite stehen Hilfskräfte aus der Region und Saisonarbeiter aus Polen.

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Die Muscaristrauben sind süß, die Hände kleben. Zumindest bleibt die Arbeitskleidung halbwegs sauber. Das wird sich ändern, wenn in wenigen Tagen der Cabernet Mitas geholt wird. Der Saft dieser Trauben ist blutrot.

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Die Trauben sind in diesem Jahr beinahe perfekt. Selbst ein kleiner Hagelschauer, der immer noch an einigen Blättern seine Spuren hinterlassen hat, konnte daran nichts ändern.

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Die im Mai gepflanzen Jungreben werden dagegen erst bis in drei Jahren Früchte tragen. Links im Bild Winzermeister Adrian Häfner, der ursprünglich aus St. Blasien stammt, recht Georg Netzhammer.

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Die geernteten Trauben werden per Traktor zum Keller gebracht und entladen.

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Danach wird im Reich von Kellermeister Alexander Schira der Saft aus den Trauben gepresst. Die Stengel werden vorher von den Beeren getrennt.

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Schließlich wird der Saft gefiltert und kommt dann in die dafür vorbereiten Stahltanks oder Barriquefässer zur Gärung.

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Schraubverschluss oder Korken? Für Kellermeister Schira keine Frage. "Der Korken birgt nur Risiko", sei eigentlich aus der Zeit gefallen. Schraubverschluss also.

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Während die Arbeit im Keller noch läuft, gibt es für die Erntehelfer nach getaner Arbeit im Weinberg Linsen mit Wienerle und später Kaffee und Zwetschgenkuchen.

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