Der Eigenbetrieb Moderne Kommunikationstechnologie bekommt ein neues Rechenzentrum. Nach zehn Jahren soll die aktive Technik für das breitbandige Glasfasernetz erneuert, Erweiterungsmöglichkeiten geschaffen und den Anforderungen an Sicherheit und Ausstattung Rechnung getragen werden.

Planungsvorstellung im Gemeinderat

Gerhard Bachmann und Andreas Nauroth stellten dem Gemeinderat die Vorentwurfsplanung für das Gebäude im geplanten Hohentengener Gewerbegebiet „Riedäcker-Höhen“ vor. Der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes zur Breitbandversorgung war und ist ein Erfolg. Längst hat die Nachfrage die ursprünglich geplanten Anschlussmöglichkeiten überschritten, es muss erweitert werden.

Im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet Ensfeld in Hohentengen ist das Gewerbegebiet "Riedäcker-Höhen" geplant. Das neue Rechenzentrum des Eigenbetriebes Moderne Kommunikationstechnologie soll angrenzend an das Ried im nordöstlichen Teil (Vordergrund) entstehen.
Im Anschluss an das bestehende Gewerbegebiet Ensfeld in Hohentengen ist das Gewerbegebiet "Riedäcker-Höhen" geplant. Das neue Rechenzentrum des Eigenbetriebes Moderne Kommunikationstechnologie soll angrenzend an das Ried im nordöstlichen Teil (Vordergrund) entstehen. | Bild: Sabine Gems-Thoma

Knotenpunkt für Backbone geplant

Derzeit gibt es in der Gemeinde vier Standorte, an denen die aktive Technik für Internet, Fernsehen und Telefonie untergebracht ist: eine Station in Lienheim, eine in Herdern, zwei in Hohentengen.

Die Kapazitäten für die Zentrale in der Schule sind mittlerweile erschöpft, erläuterte Andreas Nauroth, Leiter des Eigenbetriebes. Zudem seien die Zugangsmöglichkeiten nicht immer einfach. Aufgerüstet werden soll mit einem Notstromaggregat und Klimatechnik. Außerdem wird im Rahmen der Backbone-Planung des Landkreises einer der fünf Knotenpunkte in Hohentengen sein.

Geplant ist daher der Bau eines Rechenzentrums, im hinteren Teil des neuen Gewerbegebietes Riedäcker Höhen, angrenzend an das Hohentengener Ried. Planer Gerhard Bachmann erläuterte den Vorentwurf. Das teils zweistöckige Gebäude hat eine Wohn- und Nutzfläche von 250 Quadratmetern. Außerhalb des Gebäudes werden eine Trafostation für ein externes Notstromaggregat erstellt, außerdem Parkplätze und ein Geräteraum.

Blick auf das neue Rechenzentrum vom Ried her. Im Untergeschoss links der Raum für die Technik. Hinter dem Gebäude sind weitere Parkflächen für Besucher vorgesehen.
Blick auf das neue Rechenzentrum vom Ried her. Im Untergeschoss links der Raum für die Technik. Hinter dem Gebäude sind weitere Parkflächen für Besucher vorgesehen. | Bild: Planungsbüro Bachmann

Technik wird Landkreis zur Verfügung gestellt

Kernstück ist der im Untergeschoss untergebrachte Technikraum, von dem ein Drittel dem Landkreis zur Verfügung gestellt wird. Hier gibt es außerdem einen Raum für Veranstaltungen und Schulungen, eine Teeküche und ein WC.

Im Obergeschoss sind ein kleiner Büro- und Aufenthaltsbereich mit Küchenzeile, WC und auf dem begrünten Flachdach die Empfängeranlagen für TV vorgesehen. Alles wird mit der Sicherungstechnik ausgestattet. Die Kosten für das Gebäude liegen bei 914 000 Euro, der Landkreis übernimmt davon einen Anteil von 126 000 Euro.

„Diese Kosten sind durch unsere Aktivitäten für den Kreis gedeckt“, merkte Bürgermeister Martin Benz an. Dazu kommen die „Umzugskosten“ für die gesamte Technik mit 656 000 Euro, erläuterte Andreas Nauroth. 250 000 Euro davon seien ebenfalls bereits gedeckt.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat für den Planungsentwurf aus, sodass jetzt Bauantrag und Ausschreibungen erstellt werden können. „Wir setzen alles daran, das Projekt zügig umzusetzen. Allerspätestens in zwei Jahren soll das Rechenzentrum fertig sein“, versprach der Bürgermeister.