Mit einem Gewinn von 105 253 Euro schloss das Waldjahr 2018 ab, deutlich mehr als erwartet. Allerdings wurde mit 5194 Festmetern mehr als das Doppelte des geplanten Hiebsatzes eingeschlagen. 95 Prozent davon waren Zwangsnutzungen durch Sturm- und Insektenschäden.

„Wir haben ein Spitzenergebnis beim Vollzug, allerdings nicht gewollt“, schickte Bürgermeister Martin Benz der Waldbilanz für das Jahr 2018 voraus. „Es war ein sehr, sehr turbulentes Jahr und doch nur ein Vorgeschmack auf das noch turbulentere Jahr 2019“, resümierte Förster Michael Albrecht.

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63 Prozent des Einschlags wurden durch den Sturm im Januar 2018 verursacht, in dessen Folge zusammen mit der Trockenheit die massenhafte Verbreitung des Borkenkäfers 32 Prozentanteil Insektenschäden verursachte. Zwei Prozent des Einschlages sind dem Eschentriebsterben geschuldet.

Monokulturen mit höherem Befall

Mit insgesamt 67 Prozent des Einschlags (3465 Festmeter) war die Fichte am stärksten betroffen. „Wir haben relativ viele Monokulturen, da ist der Befall am größten“, so Albrecht. Dadurch, dass man schnell einschlagen konnte, habe man noch gute Preise erzielt, mittlerweile sei der Holzpreis deutlich gesunken. Allerdings mochte sich niemand so richtig über das gute Betriebsergebnis von 105 253 Euro freuen, da durch die Zwangsnutzung künftig viele Hölzer fehlen.

Der auf zehn Jahre festgelegte jährliche Hiebsatz liegt bei 2358 Festmetern. Dieses Jahr mussten bereits 5700 Festmeter im Gemeindewald eingeschlagen werden, im Privatwald etwa 1500 Festmeter. Und ein Ende des Käferbefalls sei nicht abzusehen. „Aber es gibt auch Flächen wo der Käfer draußen ist“, wollte Michael Albrecht die Hoffnung nicht ganz aufgeben. „Wichtig ist die Bäume, die befallen und noch grün sind, heraus zu nehmen. Das entlastet die anliegenden Flächen. Bis jetzt haben wir auf Spritzen verzichtet.“ Momentan habe man allerdings Probleme Arbeitskräfte und Maschinen zu bekommen.

Auch bei der Weißtanne seien inzwischen zwei Borkenkäferarten aktiv, bei Kiefer und Lärche sähe es besser aus. Etwas problematisch sei es bei Buchen in Südhanglage. Bei der Eiche seien kaum Belastungen aufgetreten. Angepflanzt wurden Eichen und auf kleinerer Fläche versuchsweise der schnellwüchsige aus Nordamerika stammende Tulpenbaum, ebenfalls ein Laubbaum. Wie es mit Verbiss und Schälschäden aussieht, wollte Bert Kelz (Freie Wähler) wissen. „Die Schälschäden liegen im glimpflichen Bereich, der Verbiss ist unverändert relativ hoch“, so der Förster.