Einen reichlich gedeckten Tisch bietet die Gemeinde Höchenschwand für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Bei der Kampagne „Blühender Naturpark“ des Naturparks Südschwarzwald ist dort der Hummel-Tummelplatz entstanden.

Noch vor wenigen Tagen strahlte der Hummel-Tummelplatz mit der Sonne im Gleichklang: Die frischen Orange-, Rot- und Blautöne der Pflanzen waren ein Spiegelbild der sommerlichen Temperaturen und ein harmonischer Anblick, den zahlreiche Passanten beobachteten. „Wir haben dieses Jahr zwei dieser Flächen neu angelegt, einmal am Parkplatz Richtung Heppenschwand und am Haus des Gastes“, berichtet Werkhofleiter Dominik Kaiser.

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Die beiden Flächen seien rund 200 Quadratmeter groß. Es gebe aber schon etwas länger auch eine Wiese mit 100 Quadratmetern auf dem Hochbehälter der Wasserversorgung in Höchenschwand. Die Blütenpracht ist das Handwerk von Bauhofmitarbeiter Bernhard Ebner, der sich im Mai um die Aussaat gekümmert hat. Hinter der Blumenpracht der Wildkräutermischung steckt eine präzise Planung – die Saatgutmischung hat ein Fachunternehmen zusammengestellt.

Vergangene Woche war nun aber der Schröpfschnitt (Pflegeschnitt) nötig. Wo also zuvor viele Zentimeter über dem Boden ein bewegtes Insektenleben stattfand, gleicht das Blumenfeld nun einer üblichen abgemähten Wiese. „In den Böden der auszusäenden Flächen befinden sich oft Samen unerwünschter Unkräuter, die meist schneller als die ausgesäten Wildblumen oder Gräser auflaufen. Da dann unerwünschter Aufwuchs austritt, ist nach sechs bis acht Wochen ein erster sogenannter Schröpfschnitt erforderlich“, erklären die Höchenschwander Werkhofmitarbeiter. Dieser verhindere, dass die Konkurrenz um Wasser, Nährstoffe und Licht zu groß wird.

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Darum knatterte der Rasentraktor, gelenkt von Bauhofmitarbeiter Matthias Block, über die Fläche. Sein Kollege Norbert Eckert sammelte die Mahd ein und entsorgte sie. Unerwünschten Rasenkanten rückte Ferienjobber Nils Schmidt mit einem Rasentrimmer zu Leibe. Davor sorgte eine Komposition von Akzeptanzarten wie Kornblumen und Klatschmohn für ein buntes Bild. Im zweiten Jahr würden Margeriten und Glockenblumen blühen, später Bocksbart, Witwen- und Flockenblumen, erläuterte Matthias Block.

Dieses Bepflanzungskonzept wurde entworfen, weil viele Insekten und andere Tierarten unter der Abnahme eines ausreichenden Nahrungsangebotes leiden würden, heißt es in einer Erklärung des Saatgutlieferanten. Vielerorts gehe die Artenvielfalt auf den Wiesen und Wegrändern zurück – zu beobachten sei das nicht nur in der freien Landschaft, sondern auch in Dörfern.

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Somit seien bunt blühende Wiesen und Säume nicht nur eine Bereicherung des Landschaftsbildes, sondern würden auch einen Beitrag zum Naturschutz liefern, sagen die für den Hummel-Tummelplatz Verantwortlichen. Der erste Schnitt wurde zur Hauptblüte der Gräser gesetzt. „Zusätzlich zum Schröpfschnitt sollte die Wiese im Spätsommer einmal abgemäht werden. Insgesamt ist der Aufwand somit sehr überschaubar“, sagt Gemeindemitarbeiter Dominik Kaiser.

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