Was macht eigentlich der Gärtner Raimund Grass (61), der seit 35 Jahren bei der Gemeinde angestellt ist und seither im Rhythmus der Jahreszeiten die Anlagen des Dorfes sauber hält und sie in ein wahres Blütenmeer taucht. Für sein Dienstjubiläum wurde er kürzlich von Bürgermeister Sebastian Stiegeler geehrt.

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Nach der Schule hatte Raimund Grass keine genaue Vorstellung, wie es beruflich weitergehen sollte. Neben „Schaffner“ oder „Koch“ habe er auch eine Lehre als Gärtner in Betracht gezogen, erzählte Grass. Den Ausschlag habe letztlich seine Liebe zu Blumen und Pflanzen und der Wunsch nach einer Tätigkeit in der freien Natur gegeben. So habe er sich für eine dreijährige Lehre (1976 bis 1979) in der Gärtnerei „Blumen Michel“ von Hugo Feger in St. Blasien entschieden. Nach der Lehre sei er noch bis 1986 in diesem Betrieb geblieben.

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An die Zeit in St. Blasien erinnere er sich gerne. Die Kollegen, der Chef und vor allem der ältere Geselle, Michael Spangenberg, aus Todtmoos, hätten sich um ihn gekümmert und für ein angenehmes Arbeitsklima gesorgt. Er habe deshalb gerne dort gearbeitet und in all den Jahren sehr viel gelernt, betonte Grass.

Im Pflanzrhythmus der vier Jahreszeiten wurden Blumen, Stauden und Gemüse angebaut, das im Laden in St. Blasien oder auf dem Markt in Freiburg verkauft worden sei. Auch die Kliniken auf dem Höchenschwanderberg hatten Gemüse von der Gärtnerei Michel bekommen. Er habe bei diesen Verkaufsfahrten den Chef einige Jahre begleitet. Später, als dieser gesundheitlich angeschlagen war, habe er den Verkauf und die Auslieferung alleine übernommen.

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Im Jahre 1986 habe ihn der damalige Höchenschwander Gemeinderat Thomas Kaiser informiert, dass die Gemeinde einen Gärtner suche. „Zur damaligen Zeit war nicht endgültig geklärt, wie es mit der Gärtnerei Michel weitergeht, denn Hugo Feger wollte wegen seiner gesundheitlichen Probleme eigentlich aufhören, seine Kinder wollten aber den Betrieb nicht weiterführen“, erzählte Grass.

Schließlich habe er schweren Herzens gekündigt und sich in Höchenschwand beworben. Hugo Feger habe ihm später bestätigt, dass seine Entscheidung richtig gewesen sei. Einige Monate nach seinem Weggang wurde die Gärtnerei verpachtet. Der Geselle Spangenberg habe zeitgleich mit ihm den Betrieb verlassen.

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Er sei unter zehn Bewerbern von Bürgermeister Werner Rautenberg ausgewählt worden. Als Gärtner kümmere er sich seither zu allen Jahreszeiten um den Blumenschmuck und die Pflege der Rasenflächen in der Gemeinde. Hierbei werde er vom Bauhofteam unterstützt. Im Winter helfe er beim Winterdienst oder ganz allgemein wenn „Not am Mann“ sei, sagte Grass. In den vergangenen 35 Jahren habe sich das Gesicht des Dorfes gewandelt.

Seit 35 Jahren kümmert sich Raimund Grass um die Gartenanlagen der Gemeinde Höchenschwand. Im Bild das Rathaus mit Parkplatz und Rasenfläche.
Seit 35 Jahren kümmert sich Raimund Grass um die Gartenanlagen der Gemeinde Höchenschwand. Im Bild das Rathaus mit Parkplatz und Rasenfläche. | Bild: Pichler, Stefan

Hier erzählte der Gärtner beispielhaft vom Umbau und der Erweiterung des Kurparks oder der Neugestaltung der Dorfplätze in Strittberg und Amrigschwand. Der Berufe mache ihm auch heute noch sehr viel Spaß, wenn auch die Aufgaben jedes Jahr zu nehmen würden. Grass erzählte in diesem Zusammenhang von der Pflege der neu aufgestellten, großen Blumenkübel vor dem „Haus des Gastes“, dem alten Rathaus in Amrigschwand und den Dorfplatz in Strittberg. Lobend erwähnte Raimund Grass die Unterstützung durch die örtlichen Vereine beim Gießen der Kübelpflanzen. Er könne sich gut vorstellen, noch einige Jahre als Gärtner weiter zu arbeiten. Hier betonte Grass das sehr gute Betriebsklima mit seinen Kollegen.