Seit Ende Mai verbringen 25 Kinder der Kindertagesstätte Höchenschwand die Vormittagsstunden im Wald. Diese abwechslungsreiche Zeit endet für diese Gruppe am Freitag, 2. Juli wieder. Für eine weitere Gruppe beginnen die Waldtage am Montag, 5. Juli, und enden am 5. August.

In diese Naturtage eingebunden sind zwei Vormittage mit Johanna Tayari und Alexandra Vollmer von der Nabu-Ortsgruppe Tiengen und der Höchenschwander Försterin Elena Kummer. Die Höchenschwander Erzieherin, Rita Maier, informiert als Sonnenschutzclown mit humorvollen Späßen über die verschiedenen Möglichkeiten, sich gegen die Sonne zu schützen.

Seit vielen Jahren bietet die Kindertagesstätte diese Waldwochen an. „Sie bietet den Kindern vielfältige Spielmöglichkeiten, intensive Naturerlebnisse und einen großzügigen Raum für Bewegungs- und Entdeckungsfreude. Ohne vorgefertigte Materialien und Spielzeug bietet der Wald den Kindern die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen kreativ umzusetzen“, sagte Carmen Schäuble vom Team der Kindertagesstätte. Kinder seien die zukünftigen Erwachsenen, die sich nur dann für die Natur einsetzen, wenn sie diese als wertvoll und schützenswert empfinden. Intensive Erlebnisse in der Natur legen hierfür den Grundstein.

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Das Kennenlernen der Tiere im Wald steht im Mittelpunkt der Projekttage. Die zwei Nabu-Vertreterinnen, machten Spinnen zum Thema. „Ich finde es ein gutes Thema, denn bei den Kindern gibt es teilweise Ängste, ja sogar Ekelgefühle“, erzählt Lehrerin Johanna Tayari. Es sei wichtig, durch Aufklärung über das Leben dieser Tiere, die vorhandenen, negativen Gedanken abzubauen.

Spinnen und Springschwänze

Der Vortrag drehte sich um die auf dem Boden lebenden Springschwänze und die Wolfsspinne. Mit Bildmaterial lernten die Kinder diese beiden Tiere näher kennen. Bevor sie in Kleingruppen mit Becherlupen in den Wald ausschwärmten, um Spinnen und Käfer einzusammeln, durften sie sich in einem Aufwärmspiel als Wolfsspinnen und Springschwänze gegenseitig fangen. Die Ausbeute des Vormittags war aber nicht so ergiebig, neben einigen kleineren Spinnen, die auf Bäumen gefunden wurden, fehlte die begehrte Wolfsspinne nicht zu den Funden in den Sammelbechern. „Die Kinder hatten dennoch ihren Spaß“, ist sich Erzieherin Rita Maier sicher.

Spannende Stunden gab es am zweiten Projekttag bei einer Pirsch mit der Höchenschwander Försterin Elena Kummer. Carmen Schäuble und die Försterin hatten dafür einige Holztiere wie Reh, Hase, Auerhahn, Eichhörnchen oder Eule in den Bäumen oder im Unterholz versteckt. Zum Einstieg forderte die Försterin die Kinder auf, ganz still zu sein, und auf die Geräusche des Waldes zu hören. Dabei hörten die Kinder neben verschiedenen Vogelstimmen und dem Rauschen der Blättern von Laubbäumen auch den Autolärm von der nahen Bundesstraße und die Geräusche eines Hubschrauberrotors.

Es folgte eine spannende Pirsch mit der Försterin. So leise wie möglich sollten die Kinder nach den Tierschildern Ausschau halten. Tatsächlich entdeckten sie die meisten der versteckten Waldbewohner. Auf dem Rückweg wurde alle Tiere eingesammelt und Elena Kummer gab dabei Informationen über deren Lebensräume und Ernährung. Dass dies den Kindern sehr viel Spaß bereitete, zeigte sich auch beim restlichen Programm. Als sie die Wahl hatten, entweder mit Rita Maier zu spielen oder die Försterin bei der Suche nach Tierspuren zu begleiten, gab es ein eindeutiges Votum für Elena Kummer und die gemeinsame Fährtensuche.