Mit den Beschränkungen der Corona-Pandemie blieben seit März 2020 nicht nur die Lokale geschlossen auch größere Veranstaltungen oder Gastspiele von Künstlern sind seither nicht mehr möglich. Davon betroffen war in Höchenschwand auch die „Teamwelt“.

Das könnte Sie auch interessieren

Für Olaf Jung, der sich mit seinem Unternehmen unter anderem auf größere Veranstaltungen und Familienfeiern spezialisiert hat, war die schwierige Zeit aber auch Nährboden für Innovationen. So entstand die Idee, Musikern, DJs, Straßenkünstlern oder Rednern eine Plattform zu bieten, sich ohne Publikum zu präsentieren: Der Auftritt wird live gestreamt.

Idee trifft Markt

Die geltenden Einschränkungen haben auch sein Geschäftsmodell lahmgelegt. Deshalb setzte sich Jung mit seinen Mitarbeitern zusammen, um darüber zu beraten, wie es mit dem Betrieb weitergehen sollte. „Ein Mitarbeiter hatte die Idee zu diesen Videoclips und wir merkten bald, dass dafür ein Markt vorhanden war, denn wir hatten unseren Terminkalender recht schnell belegt“, erzählt Jung. Das Projekt stemmte er zusammen mit „Eventmanagement Moonlight“ aus Lenzkirch und „Hochrhein Veranstaltungstechnik“ aus Waldshut, die die Technik beisteuerten.

Zwei Videoclips pro Woche

Seit Ende März werden zwei Videoclips wöchentlich veröffentlicht. „Mehr konnte ich mit meinem Personal nicht realisieren, denn sie waren zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit in Kurzarbeit und ich konnte sie deshalb nur mit den restlichen 20 Prozent einsetzen“, erläutert der Unternehmer.

Das könnte Sie auch interessieren

Schon der Start mit dem Alleinunterhalter Enrico Costa sei ein voller Erfolg gewesen, denn mehrere hundert Internetnutzer klickten das Video an. Um die Auftritte besonders in Höchenschwand bekannter zu machen, wurden die Videoclips zusätzlich auf der Facebook-Seite „Höchenschwand Tag und Nacht“ gezeigt. Weitere Musiker, wie beispielsweise Frank Heinkel (Dettingen) auf seinen Didgeridoo, aber auch viele DJs steuerten ihr Programm bei. Mit der Musikauswahl der DJs gab es aber auch manchmal Probleme mit den GEMA-Rechten. „Wenn wir mit der Sendung mehr als 500 Nutzer erreichen wollten, mussten wir das bei der Funkanstalt in Stuttgart anmelden. Obwohl wir das immer gemacht haben, wurde die Sendung öfters von Facebook unterbrochen, so dass die Sendung neue aufgebaut werden musste“, erzählt Olaf Jung.

Zwei Sendungen pro Woche

Aber nicht nur Musik wurde im Liveprogramm präsentiert, auch der Straßenkünstler Peter Jagusch aus Stuttgart beteiligte sich sehr erfolgreich mit einem Jonglage-Workshop an der Aktion. 1500 Besucher hatten sich darin geübt, mehrere Bälle zu jonglieren.

Die Künstler erhielten für ihren Auftritt vor der Kamera keine Gage, im Gegenzug hatten sie auch keine Kosten zu tragen. Jung sieht darin trotzdem Vorteile für alle Beteiligten: Die Künstler hätten sich einem breiten Publikum präsentieren können und wurden dadurch bekannter.

Das könnte Sie auch interessieren

Er selbst habe über den Aufruf seiner Seite zusätzliche Follower für seine Facebookseite gewonnen. Da auch Google die Zahl der Seitenaufrufe in ihr Ranking einrechnet, sei sein Unternehmen bei Suchanfragen nach vorne gerutscht, sagt Olaf Jung.

Aktion bis Ende Juni möglich

Bis Ende Mai soll es auf alle Fälle weitere Auftritte geben. Das Unterhaltungsprogramm reicht von einem „Malle-Opening“ bis zum gemeinsamen Auftritt der bekannten DJs „Matze und Andi Voice“. Jung überlegt, da die Lokale unter Einhaltung der Hygienevorschriften wieder öffnen dürfen, die Liveauftritte vor Publikum aufzuzeichnen. „Wenn wir die Hygieneauflagen des Gesundheitsamtes einhalten können, wäre eine Fortführung der Aktion bis Ende Juni möglich“, sagt der Unternehmer.