Eine Neuerung in den Ratssitzungen in Höchenschwand ist die Bürgerfrageviertelstunde. Genutzt hatte sie in der jüngsten Sitzung die Vorsitzende des Elternbeirates der Grundschule, Sarah Schulze. Sie trug die Ergebnisse einer Umfrage vor, in der Eltern ihre Erfahrung mit der Maskenpflicht für Grundschüler im Unterricht bewertet hatten. Demnach hält 50 Prozent der Eltern die Verordnung für richtig, die übrige Hälfte lehne sie vehement ab, da das Maske-Tragen bei vielen Schülern erhebliche gesundheitliche Belastungen verursache.

„Natürlich gibt es in der Pandemie ein gesundheitliches Risiko, sich zu infizieren, aber jetzt geben wir unsere gesunden Kinder in der Schule ab und bekommen sie teilweise krank zurück“, sagte Schulze in der Sitzung. Wegen der Maske hätten sich Kinder übergeben, ihnen sei schwindlig geworden, sie hätten über Kopfweh geklagt oder seien müde und unkonzentriert. Bei vielen Eltern sei, so Schulze, die die rote Linie inzwischen erreicht.

Befürchtungen der Eltern

Niemand habe geglaubt, dass die Maskenpflicht bei den ganz Kleinen tatsächlich kommen würde. Nun hätten die Eltern Angst vor dem, was von den Politikern noch beschlossen werde. Konkret befürchte man, dass nun auch die Tests eingeführt werden, bei denen den Kindern Stäbchen in die Nase oder den Rachen gesteckt werden. Sie habe diesbezüglich wahre Horrorgeschichten von weiterführenden Schulen gehört. Dazu komme, dass viele Eltern mit der Sorge leben, dass sie mit ihrer Kritik an dieser Schutzverordnung in die Ecke der Querdenker oder Corona-Leugner gestellt werden könnten.

Lob an den Schulleiter

Schulze lobte Schulleiter Arno Wagner, der versuche, die Verordnungen so kindgerecht wie möglich umzusetzen. Gleichwohl finde sie es wichtig, so Schulze weiter, dass die politischen Vertreter die Gefühlslage der Eltern kennen.

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„Hinterfragt und diskutiert mit den geeigneten Instanzen, welche Maßnahmen wie umgesetzt werden können und müssen, welche Alternativen es gibt, die die Maßnahmen für die Kinder angenehmer machen“, appellierte sie zum Schluss ihres Vortrags an das Höchenschwander Gremium.

Lolly-Tests für Kinder

Bürgermeister Sebastian Stiegeler seinerseits empfahl der Elternbeiratsvorsitzenden, sich mit ihrem Anliegen direkt an den Landrat und das Schulamt zu wenden. Für die Gemeinde gebe es bei der Umsetzung der Corona-Maßnahmen keine Alternativen. Hinsichtlich der angesprochenen Tests berichtete er, dass die Gemeinde gerade sogenannte „Lolly-Tests“ angeschafft habe. In einem Modellversuch würden diese benutzerfreundlichen neuen Tests bereits in Freiburg verwendet und seien als Schnelltests anerkannt. Die Lolly-Tests seien für Kinder wesentlich angenehmer in der Anwendung, beruhigte Bürgermeister Sebastian Stiegeler.

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