Bademeister Olaf Döhring vom Waldfreibad Höchenschwand-Häusern kann in vielerlei Hinsicht auf die Unterstützung der DLRG-Ortsgruppe St. Blasien mit ihrem Vorsitzenden Martin Huber zählen – zu Land und zu Wasser. Jetzt stiegen zehn Rettungsschwimmer mit dem Bademeister ins Schwimmerbecken, um eine Fliese nach der anderen auf ihren Zustand zu überprüfen, um Verletzungsgefahren zu vermeiden.

Laut Prognose werden die Temperaturen in den nächsten Tagen in die Höhe klettern, was einen Besuch im Waldfreibad möglich macht. Bademeister Olaf Döhring will den Besuchern auch dieses Jahr wieder einen sicheren Aufenthalt im Bad ermöglichen. Dankbar ist er dabei für die Unterstützung der Rettungsschwimmer.

Die DLRG-Ortsgruppe St. Blasien ist im Waldfreibad aktiv.
Die DLRG-Ortsgruppe St. Blasien ist im Waldfreibad aktiv. | Bild: Cornelia Liebwein

Keine Frage: Das Waldfreibad mit seiner gepflegten Anlage hat Charme, ist nach über 40 Jahren aber schon in die Jahre gekommen und nach dem strengen Winter waren defekte Fliesen vorprogrammiert. 97 von ihnen seien schon von Fördervereinsmitglied Wilfried Weisheit ehrenamtlich ausgetauscht worden, berichtet Döhring und lobt: „Wilfried ist Gold wert“. Der 72-Jährige kümmere sich bereits seit vielen Jahren um die Fliesenarbeit und habe sich für diesen Zweck einen Vorrat an Beckenfliesen zugelegt, damit die ausgetauschten zu den übrigen passen. Obwohl der Beckenkopf – das ist das Bauteil zwischen Beckenumgang und Wasserfläche, welches die Überlaufkante, die Handläufe und das Rinnensystem umfasst – im Winter mit Teichfolie abgedeckt und diese mit Dachlatten und Sandsäcken vom Bademeister beschwert wurde, fallen im Becken immer wieder Schäden an.

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„Noch bevor das Wasser eingelassen wurde, habe ich die Fliesen nach scharfen Kanten oder losen Teilen untersucht. Täglich mache ich einen Kontrollgang um das Becken und begutachte den Beckenkopf“, betont der Bademeister, „aber lieber nochmal nachschauen, sicher ist sicher“. Auf keinen Fall will er es soweit kommen lassen, dass sich jemand an den Boden- oder Wandfliesen des Schwimmerbeckens blutige Verletzungen oder andere Blessuren holt. Deshalb hat er die Rettungsschwimmer um Hilfe gebeten: Sie sollten das Becken auf schadhafte Fliesen untersuchen.

20 Retter waren zur Stelle – und die gestellte Aufgabe war kein Problem für das DLRG-Team. Gerne stiegen die Schwimmer ins Wasser, um sich das Becken vorzunehmen. „Zum Kontrollieren der Fliesen wäre es ideal, wenn ihr die Taucherbrille überzieht“, riet der Bademeister. Eine Fläche von 50 Meter auf 17,5 Meter lag vor ihnen.

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„Arbeiten Euch von den Ecken aus zu zweit oder dritt in die Mitte vor“, empfahl Martin Huber, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe St. Blasien. Wer einen Gefahrenstelle fand, musste diese Bademeister Döhring anzeigen. Unter Wasser würden manchmal scharfe Kanten, die dann mit Schleifpapier abgeschmirgelt werden. „Entdeckt ihr eine lose Fliese, habe ich dafür einen Zweikomponentenkitt, der auch unter Wasser aushärtet“, erklärt der Bademeister. Zufrieden resümierte er nach nicht ganz einer Stunde Arbeit: „Die Fliesen sind jetzt einmal kontrolliert worden – nun sollte alles in Ordnung sein.“

Jetzt kann wieder trainiert werden

Der Teil der Retter, der für die Kontrolle nicht gebraucht wurde, begann mit dem Training. Lange mussten die Aktiven aufgrund der Pandemie darauf warten, wieder trainieren zu können. Es konnten auch keine Rettungsschwimmerabzeichen abgenommen werden, sagt Martin Huber, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe St. Blasien. „Den Winter über haben wir Theorie in Onlineschulung gemacht und ab jetzt schauen wir, dass wir zweimal wöchentlich trainieren können“.

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Sobald man vier Wochen trainiert habe, sollen die Wiederholungen des Gelernten,welche die Schwimmer regelmäßig machen müssen, im Juli erledigt haben. Nach Möglichkeit will man auch im Juli die Rettungsschwimmerabzeichen, die eigentlich vergangenes Jahr abgenommen werden sollten, zügig durchbekommen. „Schwimmen verlernt ja keiner, aber nach so langer Zwangspause fehlt es an Kondition“, sagt Huber.

Genutzt wurde die Zusammenkunft im Waldbach auch, um die Rettungsschwimmer in die geltenden Corona-Regeln einzuweisen und allgemeine Fragen für die Arbeit im Bad zu klären – um so die Sicherheit der Badegäste bestmöglich zu bewährleisten.