Wie in vielen anderen Kommunen auch, hat die Corona-Pandemie auch in Höchenschwand deutliche Spuren hinterlassen, hieß es am Montag in der ersten Gemeinderatssitzung 2021. Die Gemeinde will auf notwendige Investitionen dennoch nicht verzichten.

In normalen Zeiten wäre ein solches Zahlenwerk wohl nicht genehmigungsfähig, sagte Kämmerer Michael Herr. Das Innenministerium habe aber den Aufsichtsbehörden Vorgaben gemacht, wie mit den coronabedingten Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte umzugehen ist, erläuterte er.

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Er hoffe, dass sich die Einnahmen nach dem Ende der Pandemie wieder deutlich verbessern, sagte Bürgermeister Sebastian Stiegeler. Eine Beschränkung notwendiger Investitionen wäre seiner Meinung nach falsch. Die Pläne sollen bei der nächsten Gemeinderatssitzung beschlossen werden.

  • Der Haushalt: Die Gemeinde gehe im Ergebnishaushalt von Erträgen in Höhe von 5.057.400 Euro und einem Defizit in Höhe von 427.820 Euro aus, erläuterte Kämmerer Michael Herr. Im Finanzhaushalt plant er mit Auszahlungen in Höhe von 5.209.220 Euro, die also 151.820 Euro höher als die Einzahlungen liegen. Gründe für das letztlich negative Ergebnis sieht Herr vor allem in den gesunkenen Schlüsselzuweisungen (minus 274.700 Euro), der höheren Kreisumlage (plus 74.800 Euro) und der gestiegenen Finanzausgleichsumlage (plus 43.500 Euro) sowie den deutlich niedrigeren Einnahmen aus der Gewerbesteuer (minus 100.000 Euro). Die Gemeinde will Darlehen in Höhe von 375.320 Euro aufnehmen.
  • Die Investitionen: Investieren will die die Gemeinde in diesem Jahr 2.684.500 Euro. Der Finanzierungsmittelbedarf hierfür liegt bei rund 183.500 Euro. Über Zuschüsse, Erschließungsbeiträge und Grundstücksverkäufe erwartet der Kämmerer Einnahmen in Höhe von rund 2.461.000 Euro. Auf dem Investitionsplan stehen die Sanierung der Panoramastraße (750.000 Euro), die Erneuerung der Poststraße (rund 1,06 Millionen Euro), der Brandschutz in der Halle Attlisberg (100.000 Euro), die Ersatzbeschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges (180.000 Euro), der Erneuerung des Daches des Feuerwehrgerätehauses und Montage einer Photovoltaikanlage (93.000 Euro) sowie eine Investition in die Straßenbeleuchtung (75.000 Euro). Außerdem sollen Räume der Kindertagesstätte (20.000 Euro) und in der Schule (Schaffung von Räumlichkeiten für die Vereine, 100.000 Euro) umgebaut werden.
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  • Wasser und Abwasser: Der Wirtschaftsplan für die Wasserversorgung sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 525.900 Euro vor. Die größten Projekte sind der Bau der Wasserleitungen für die Panoramastraße (135.000 Euro), die Poststraße (500.000 Euro) und der Ringschluss in Strittberg (75.000 Euro). Kämmerer Christian Herr erwartet gleichzeitig geringere Gebühreneinnahmen, da die Belegung der Hotels stark zurückgegangen sei. Der Wirtschaftsplan Abwasserbeseitigung hat ein Volumen von 700.200 Euro. Größte Ausgaben sind der Ausbau des zweiten und dritten Abschnittes der Kläranlage Heppenschwand (rund 2,2 Millionen Euro) sowie der Kanalbau für die Panoramastraße (50.000 Euro) und die Poststraße (200.000 Euro). Die Gemeinde hat Zuschussanträge gestellt.
  • Kurbetrieb: Der Kurbetrieb wurde durch die Corona-Pandemie deutlich beeinträchtigt, sagte Herr. „Hier war es für uns sehr schwer, verlässliche Zahlen zu schätzen“, erläuterte der Kämmerer. Die Gemeinde gehe von 110.000 Übernachtungen aus. Den erwarteten Einnahmen von 607.500 Euro stehen Ausgaben von rund 1,05 Millionen Euro gegenüber. Die größten in diesem Wirtschaftsplan vorgesehenen Investitionen sind die Sanierung der Tennishalle und deren Heizung (230.000 Euro), eine geplante Studie zum Natursportzentrum (15.000 Euro) sowie die Absenkung des Gehweges beim Haus des Gastes (15.000 Euro). Am Ortseingang soll es außerdem neue Stelen (10.000 Euro) geben und den Parkplatz Dumrig will die Kommune erweitern (8000 Euro). Der Jahresverlust wird über den Haushalt der Gemeinde ausgeglichen.