Seit einem Jahr bestimmt mittlerweile die Corona-Pandemie das öffentliche Leben in Höchenschwand und im ganzen Land. Während der beiden Lockdowns mussten die meisten Geschäfte schließen, der Tourismus, das kulturelle und gesellschaftliche Leben kamen vollständig zum Erliegen. Viele zusätzlichen Aufgaben hatte dagegen die Gemeindeverwaltung zu erledigen, um die unterschiedlichen Bekämpfungsstrategien des Landes und des Landkreises umzusetzen. Seither ist der Regelbetrieb im Rathaus massiv beeinträchtigt.

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Viel ist seit dem ersten Quartal des vergangenen Jahres geschehen. Etwa eine Woche vor dem ersten Lockdown im März 2020 habe er den Krisenstab, der aus Mitarbeitern der Verwaltung und den Leitern der kommunalen Einrichtungen besteht, zusammengerufen, erinnert sich Bürgermeister Sebastian Stiegeler. Er fand die Situation damals surreal, denn einige Wochen zuvor hatten alle noch zusammen Fastnacht gefeiert und nun mussten Überlegungen angestellt werden, wie die Gemeinde durch diese Pandemie gebracht werden könne.

Regelmäßige Krisenbesprechungen

Neben den regelmäßigen wöchentlichen Besprechungen der Krisenstäbe im Rathaus, im Landkreis und im Gemeindeverwaltungsverband St. Blasien (GVV), mussten in einem ersten Schritt medizinische Schutzmasken beschafft werden, damit wichtige kommunale Einrichtungen wie die Schule oder die Kindertagesstätte geöffnet bleiben konnten. Zusätzlich wurden für die Bediensteten eine kleinere Menge an Schutzkleidungen und sogenannte Faceshields gekauft.

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Ein Problem sei der Kauf von Desinfektionsmittel gewesen, erinnert sich Stiegeler. Durch die langfristige Zusammenarbeit mit einem Lieferanten sei die Gemeinde auch bei Engpässen zu fairen Preisen weiter beliefert worden.

Auch an den örtlichen Lebensmittelladen habe der Krisenstab gedacht. „Als es plötzlich Engpässe beim Toilettenpapier gab, haben wir fürsorglich eine Palette beschafft, um gegebenenfalls aushelfen zu können“, sagte der Bürgermeister.

Das Rathausteam sei während des gesamten Jahres 2020 durch die Auswertung und Umsetzung der Vielzahl unterschiedlichster Corona-Verfügungen stark beschäftigt gewesen. So mussten zum Beispiel für alle öffentlichen Einrichtungen Hygienekonzepte entwickelt und die einheimische Unternehmen und Vereine bei der Erstellung solcher Konzepte beraten werden. Der Gemeinderat sollte als wichtiges Organ weiter arbeiten können, weshalb dies Sitzungen sehr früh in den Kursaal verlegt wurden.

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Mit dem zweiten Lockdown im November trat neben dem Impfen die Corona-Schnelltests in den Fokus. Dafür entwickelte der Krisenstab interne Regeln, wie bei Corona-Verdachtsfällen verfahren werden sollte. „Wir wollten in solchen Fällen unsere Mitarbeiter und das Personal der Schule und der Kindertagesstätte regelmäßig testen. Es war zu Beginn aber gar nicht so einfach, solche Tests zu beschaffen“, so Stiegeler. Als dann das Land die ersten Tests geliefert habe, seien diese zunächst an die örtlichen Arztpraxen weitergegeben worden. Der Arzt Waldemar Ehret hatte sich bereit erklärt, diese Tests zu machen und einen Rathausmitarbeiter darin zu schulen.

Zum Jahreswechsel wurde im alten Rathaus eine Teststation eingerichtet. Dort lagert seither ein Vorrat an Teströhrchen. Seither hat der Pandemiebeauftragte der Gemeinde zwei Mal wöchentlich die Erzieherinnen der Kindertagesstätte und die Grundschullehrer getestet. Bei Symptomen können sich auch die Bediensteten des Rathauses dort testen lassen. Mittlerweile wurden 125 Schnelltests gemacht. „Durch das Engagement unseres Mitarbeiters, der auch verschiedene Fortbildungsveranstaltungen im Land besuchte, erkennt das Gesundheitsamt Waldshut zwischenzeitlich diese Testate auch an“, freut sich Stiegeler. Eingebunden war auch der Nachbarschaftshilfeverein Höchenschwand, insbesondere Angela Mauer, als die über 80 Jahre alten Einwohner geimpft wurden. Sie bereite alles perfekt vor, melde die Senioren im Kreisimpfzentrum an, drucke alle notwendigen Unterlagen aus und führe das ärztliche Fachgespräch. Dank der Unterstützung konnten mehr als 50 Senioren ins Kreisimpfzentrum oder zum dezentralen Impftag in Häusern vermitteln werden.