Die Signatur eines freundlich lächelnden Hundes ziert den Zugang zu den Gästezimmern der Fachkliniken Sonnenhof in Höchenschwand, die für Reha-Patienten mit Hunden vorgesehen sind. Waren früher Reha-Patienten mit Hunden im Gästehaus „Kaiser“ gegenüber der Klinik untergebracht, bietet nun die Klinik eigene Räumlichkeiten an – aus hygienischen Gründen getrennt vom allgemein zugänglichen und genutzten Bereich der Klinik. Erster Reha-Gast mit Vierbeiner ist der 33-jährige Rolund-Siegfried Chazhjewitsch aus Binzwangen bei Biberach. Er ist Hundeführer bei der Bundeswehr.

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Er sei eher zufällig auf das Angebot der Fachkliniken Sonnenhof gestoßen, erzählt Chazhjewitsch. Als eine Wiederholungs-Reha mit seinem Hund anstand, habe er – wie sonst auch – fünf Kliniken auf einer Liste der Bundeswehr ausgewählt. „Die Fachkliniken Sonnenhof waren nicht aufgeführt“, sagt der Soldat. Zu seinem Erstaunen erhielt er dann aber den Bescheid, die Reha in Höchenschwand anzutreten.

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Zur Sicherheit habe er bei seiner vorgesetzten Dienstelle und zusätzlich bei der Geschäftsleitung der Klinik in Höchenschwand nachgefragt, denn sein Hund, ein belgischer Schäferhund, sei durch einen leichten Bandscheibenvorfall etwas gehandicapt. „Es hat aber alles gepasst. Für mich ist wichtig, dass neben den therapeutischen Anwendungen genügend Zeit für die Pflege und Betreuung meines Hundes bleibt“, sagt Rolund-Siegfried Chazhjewitsch. Nach den Vorstellungen des Hundeführers sollte er, neben den Anwendungen, drei Mal täglich eine Stunde Zeit haben, um sich um den Vierbeiner kümmern zu können.

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„Bei der Aufstellung des Therapieplanes für Hundebesitzer achten wir darauf, dass die Pflichtanwendungen der Reha gewährleistet sind, aber auch genügend Freiräume für Essenszeiten und die Betreuung und Pflege des Tieres bleiben“, sagt der Geschäftsführer der Klinik, Georg Villinger.

Untergebracht ist Rolund-Siegfried Chazhjewitsch mit seinem Hund in einem Zimmer in einem Gebäudeteil der Klinik, in dem keine Patienten wohnen. Sein Hund mache keine Probleme, er sei ausgebildet und könne durchaus für eine gewisse Zeit alleine im Zimmer bleiben ohne zu bellen, die Wände zu zerkratzen oder das Zimmer zu markieren, sagt der Hundeführer.

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Direkten Kontakt zu den übrigen Patienten gebe es im Allgemeinen nicht. Bei Aktivitäten im Freien wie Wandern oder Joggen sei der Hund aber immer dabei. Zur Sicherheit habe er Verhaltenshinweise an die Mitglieder der Gruppe gegeben, denn es handele sich bei seinem Schäferhund um keinen Schoßhund. Beschwerden wegen des Tiers gebe es nicht. Er halte dennoch hauptsächlich Kontakt zu den anderen Bundeswehrsoldaten, die ihre Reha im Sonnenhof verbringen.

Kampfhunde sind tabu

Die Klinik, so Georg Villinger, prüfe bei Anfragen nach einer Reha mit Hund über einen Kriterienkatalog, ob das Tier mitgebracht werden könne. „Ein Kampfhund darf natürlich nicht mitkommen“, betont der Geschäftsführer. Das Angebot einer Reha mit Hund sei zwar derzeit noch ein Nischenprodukt. Da aber das Haustier einen immer höheren Stellenwert in vielen Familien habe und das Tier auch therapeutisch während der Reha von Nutzen sei, sehe er zukünftig einen höheren Bedarf bei der Belegung der Klinik.

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