„In unserem Garten sollen sich Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen wohlfühlen“, sagt die Familie Doiwa und versucht auf ihrem Grundstück in Attlisberg, genau das zu erreichen. Dafür schuf sie mit einer naturnahen Gestaltung einer Benjeshecke (Totholzhecke) und einigen zusätzlichen Hilfen, wie Nistmöglichkeiten, mit wenig Aufwand ein Paradies für nützliche Gartenmitbewohner.

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Ein Wohnhaus zwischen den vielen Ästen und Zweigen, in dem sich Käfer, Insekten, Vögel und Kleinsäugetiere wie Igel gleichermaßen wohlfühlen, das sei ihr Ziel gewesen. Nicht ganz zwei Jahre sei die Hecke jetzt alt, sagt Ina Doiwa, Stück für Stück sei sie erweitert worden. Inzwischen ist sie etwa 20 Meter lang und circa einen halben Meter in die Höhe gewachsen. Zum Ensemble gehören unter anderem Nisthilfen für Vögel, ein Insektenhotel oder beziehbare, auf dem Kopf stehende Kisten.

Naturschutz fange im eigenen Garten an, sagen Ina und Michael Doiwa. Deshalb beschlossen sie, dort auch für einheimische Tiere etwas zu tun. Die Idee zu einer Benjeshecke entstand aus der Betrachtung heraus, „dass es immer weniger Bienen und Vögel gibt“, so Ina Doiwa. Der Lebensraum der Tiere werde immer kleiner, auch Kleintieren fehlen ein Zuhause oder ein Unterschlupf, bedauert sie. „Darum haben wir uns überlegt, was können wir in unserem kleinen Garten für einen Beitrag leisten, ein Rasen nützt keinem Tier.“

Aus Totholz entsteht Benjeshecke

Das Ergebnis ihrer Überlegungen war die Benjeshecke. Damit gemeint ist eine wertvolle lockere Anhäufung von Totholz, das durch im Boden eingebrachte Pfosten befestigt wird und dadurch einen stabilen Wall bildet, erläutert sie. „Wir haben den Untergrund so belassen, wie er ist, nur ein bisschen aufgehäckelt, es kommen ja auch von unten Tiere.

Nun entwickele sich darin ein spannendes Eigenleben. „Allerdings wissen wir nicht genau, was für Tiere dort leben, wir wollen sie nicht stören, sie sollen für sich sein.“ Auch das angrenzende kleine Mäuerchen des Nachbargrundstücks sei wertvoll, weil es „ein zusätzlicher fabelhafter Schutz für Igel vor Katzen“ sei.

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Dieser Lebensraum für unterschiedliche Tiere soll noch größer werden. Zusätzlich soll vor der Hecke bald eine Wildwiese wachsen. Für die Tiere ist die Benjeshecke eine gute Sache. Auch Mäuse scheinen sich dort wohlzufühlen. „Ein kleines Mäuschen hat an meinen Salatsetzlingen genascht“, gesteht die 37-Jährige und fügt hinzu: „Man muss sich schon bewusst sein, was für Konsequenzen so eine Benjeshecke auch haben kann.“

So kann man eine Totholzhecke anlegen

Anlegen könne man so eine Hecke leicht, sagt Ina Doiwa und erläutert die die Arbeitsschritte. Am Anfang lagen da zwei Haufen Schnittholz. Dann richteten sie und ihr Mann stabilwachsende Hölzer auf, die das Totholz an Ort und Stelle halten. Als Stabilisatoren seien auch kleine Bäume möglich oder Holzpfähle. Bei der Auswahl des Gehölzschnittes sollte man aber darauf achten, möglichst auf Hartholz zurückzugreifen.

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Ideal seien langsam wachsende Obsthölzer, Eiche, Buche und ähnliches. „Man muss aber genau beobachten, dass das verwendete Material nicht von Pflanzenkrankheiten oder Schädlingen befallen ist“, rät sie. So sollte man auch vermeiden, Gehölzschnitt von dominanten Pflanzen, wie beispielsweise der Brombeere, zu verwenden.

„Außerdem legen wir Pflanzen wie Sommerflieder mit rein, wenn wir den abschneiden hat er ja noch die Blüten dran und das ist wieder Futter für die Bewohner.“ Auch Gras habe man abgeschnitten und den Vögeln angeboten, damit sie sich davon was abzupfen und drin ein Nest bauen können. Durch das gezielte Einbringen von Pflanzen lasse sich nicht nur die Artenvielfalt erhöhen, die Hecke könne so auch optisch schöner werden.

Geringe Pflege

Eigentlich benötige die Hecke kaum Pflege, erklärt Ina Doiwa. Eventuell müsse man, wenn sich das Gehölz über die Zeit setzt, ein wenig nachfüllen. Im Laufe der Jahre entwickele sich so aus dem lockeren Wall eine stabile Baumhecke, die nicht nur ein attraktiver und praktischer Sichtschutz sei, sondern auch einen wichtigen Mehrwert für das natürliche Gleichgewicht im Garten bilde sagt Doiwa.