Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation, die mit einer steigenden Anzahl von Patienten mit dem sogenannten „Post-Covid 19 –Syndrom“ einhergeht, wird im Anschluss an die Behandlung im Krankenhaus eine indikationsübergreifende Rehabilitation zunehmend wichtiger. Die St. Georgkliniken in Höchenschwand haben sich von Beginn an mit dieser Erkrankung beschäftigt und spezielle Behandlungsmethoden für die Rehabilitation entwickelt. Zwischenzeitlich wurden dort bereits 60 Patienten behandelt.

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Die Reha-Maßnahmen bei Covid-19-Patienten zählen nicht zu den Schwerpunkten der Klinik. Hauptsächlich würden in den St. Georg Kliniken Lungen- und Krebserkrankungen behandelt, berichtete der Geschäftsführer, Frank Porten. Da sein Pflege- und Ärzteteam in diesen Bereichen seit vielen Jahren erfolgreich arbeite, sei es für seinen Chefarzt, Robert Müller, keine Frage gewesen, sich diesem neuen Thema zu stellen.

Chefarzt Robert Müller und die Kardiologin Irene Brommbacher.
Chefarzt Robert Müller und die Kardiologin Irene Brommbacher. | Bild: Stefan Pichler

Eine Rehaklinik müsse sich stetig entwickeln, denn die Partner und auch die Kostenträger erwarteten beim Auftreten neuer Krankheiten entsprechende Behandlungsangebote für eine adäquate medizinische Betreuung.

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Viele Patienten hätten nach einer überstandenen, akuten Covid-Erkrankung weiterhin Beschwerden, die eine Reha erforderlich machen. Diese Konstellation werde mittlerweile häufig als „Long Covid“ bezeichnet, erläuterte Chefarzt Robert Müller. Unumstritten seien bei diesen Patienten Erschöpfungszustände wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit eines der häufigsten Symptome, die auch viele Wochen anhalten können. „Häufig kommen auch kardiale Beschwerden, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen hinzu, die in den Akutkliniken nicht bemerkt werden, weil sie in der Regel erst 50 Tage nach der Behandlung auftreten“, ergänzte Irene Brombacher, die als Kardiologin der Klinik an den Behandlungskonzepten mitgearbeitet hat.

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Während der Reha werde durch ein entsprechendes Ausdauertraining sowie Atem- und Krankengymnastik versucht, die Patienten körperlich wiederaufzubauen. Alle Patienten bekämen eine pneumologische und kardiologische Diagnostik und eine intensive psychologische Betreuung. „Viele Patienten sind aufgrund der schweren Erkrankung deutlich physisch eingeschränkt, haben Angststörungen und sind teilweise depressiv“, sagte Robert Müller. Diese Symptome könnten bei der zumeist dreiwöchigen Reha deutlich verbessert werden.

Allgemein wurden seit Corona die Abläufe in der Klinik modifiziert. So werden das Pflegepersonal und die Ärzte regelmäßig mit Schnelltests auf Covid-19 geprüft. Alle Rehabilitanden werden nach der Anreise in der Klinik isoliert und auf Corona getestet. Um die Wartezeiten der Untersuchung durch auswärtige Labore zu verkürzen, hat die Klinik im Januar 2021 ein PCR-Testgerät beschafft. „Mussten die Patienten früher teilweise bis zu fünf Tage in Quarantäne auf das Ergebnis warten, haben wir nun binnen einer Stunde ein positives oder negatives Ergebnis“, so Müller.