Die Diskussionen zum Thema „Mundschutz“ nehmen in der aktuellen Corona-Krise zwischenzeitlich einen breiten Raum ein. Da zertifizierte Schutzmasken nicht einmal für besonders gefährdete Berufsgruppen wie Ärzte, Krankenschwestern oder Apotheker in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, werden in Baden-Württemberg durch die Textilindustrie Stoffmasken produziert. Dieser Mundschutz bietet zwar laut Experten dem Träger keinen Schutz vor den Coronaviren, Wissenschaftler halten das Tragen der Masken dennoch für sinnvoll, um bei Erkältungen oder sonstigen Krankheiten seine Mitmenschen zu schützen. Wir haben mit einigen Initiatoren der Idee gesprochen.

Nicole Heilmeier, Krankenschwester, Höchenschwand

„Ich habe die Diskussion um die Stoff-masken in den Medien verfolgt. Da meine Mutter krank ist und auf Grund ihres Alters als besonders gefährdet einzustufen ist, habe ich beschlossen ihr einen Mundschutz zu nähen. Als Vorlage diente mir eine Einmalmaske von meinem Arbeitsplatz.

Nicole Heilmeier.
Nicole Heilmeier. | Bild: privat

Es folgten weitere Masken für meine Familie, Verwandten und Freunde, schließlich wurden es immer mehr. So habe ich für das Rathausteam, die Kindertagesstätte Höchenschwand, die Touristinformation Höchenschwand und alle Gemeindebediensteten Stoffmasken geschneidert. Auch beim Altenheim habe ich nachgefragt, die wurden aber bereits von anderer Stelle im Ort versorgt.

Ich habe zwischenzeitlich 120 Schutzmasken aus Baumwollstoffen genäht. Damit die Maske dicht ist, habe ich sie doppelt gelegt, auch habe ich vor der Auslieferung geprüft, ob man durch die Maske gut atmen kann. Unser aller Ziel im Ort muss es sein, dass die Leute nur noch mit Mundschutz in unserem Lebensmittelgeschäft einkaufen gehen. Ich sehe die Gefahr, dass die Beschäftigten krank werden und wir dann dort nicht mehr einkaufen können.“

Adeline Kehr, Schweizer Rentnerin, Höchenschwand

„Ich habe im Fernsehen von dem Drama um genügend Schutzmasken in Deutschland gehört. Als frühere Schneiderin habe ich deshalb beschlossen, für die örtliche Arztpraxis und das Seniorenheim Schutzmasken aus Stoff zu nähen. Zuerst habe ich beim Seniorenheim angerufen und die dortige Schwester hat mir gesagt: „Sie kommen wie gerufen, denn ich suche schon ganz verzweifelt nach Masken!“

Adeline Kehr.
Adeline Kehr. | Bild: privat

Ich habe ihr dann zuerst eine Probemaske gezeigt, sie war begeistert. So habe ich mit der Produktion begonnen. Probleme gab es mit fehlenden Gummibändern. Ich habe deshalb über unsere WhatsApp-Gruppe „Nachbarschaftshilfe“ um Unterstützung gebeten und ich bekam das fehlende Material. Bisher habe ich 50 Masken ausgeliefert, es werden aber nochmals so viele benötigt. Für die Masken will ich kein Geld, ich habe aber das Seniorenheim gebeten, für die Nachbarschaftshilfe Höchenschwand eine Spende zu machen.“

Karin Schmidt, Vorsitzende der Landfrauen vom Höchenschwanderberg

„Wir wurden von Frau Elisabeth Mörs aus Häusern um Unterstützung gebeten. Wir sollten für ein SOS-Kinderdorf Stoffmasken nähen, weil dort ihre Tochter arbeitet. Wir haben dafür in der letzten Woche 50 Masken genäht. Zwischenzeitlich unterstützen wir auch den Bezirk unserer Vereinigung und nähen für soziale Einrichtungen weitere Masken. Wir haben auch den „Nachbarschaftshilfeverein Höchenschwand“ mit Gummibändern unterstützt.“

Nicole Vogelbacher, Hausfrau aus Heppenschwand

„Ich verfolge ständig die Nachrichten in der Corona-Krise. Nachdem in Österreich bereits das Tragen von Schutzmasken beim Einkaufen vorgeschrieben worden ist, habe ich vorsichtshalber für meine Familie einen Mundschutz genäht. Man weiß ja nie, wann auch bei uns eine solche Vorschrift kommt. Für das Nähen weitere Schutzmasken für Freunde und Bekannte fehlt mir aber die Zeit.“

Nicole Vogelbacher.
Nicole Vogelbacher. | Bild: privat

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