Herr Hoyanic, Sie waren zwölf Jahre in der Pfarrei Vogstburg am Kaiserstuhl tätig. Weshalb haben Sie sich danach in die Schwarzwaldgemeinde Höchenschwand beworben?

Nach den vielen Restaurierungen und Renovierungen in meiner Pfarrei in Oberrotweil und Niederrotweil habe ich zu mir gesagt: „Du brauchst jetzt eine Gemeinde, wo bereits alles gebaut worden ist und Du nur noch als Seelsorger arbeiten musst.“ Wie Sie wissen, habe ich mich beispielsweise mit großen persönlichen Engagement für die Renovierung der Kirche St. Michael in Niederrotweil und für andere Kirchen in der Gemeinde Oberrotweil eingesetzt. Ich wollte in einer Gemeinde mit besonders guter Luft wohnen. Diese Gründe waren wohl auch ausschlaggebend dafür, dass ich nach Höchenschwand versetzt worden bin. Diese Pfarrei war 2001 freigeworden.

Wie wurden Sie im „Dorf am Himmel“ empfangen?

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich auf der Suche nach dem Pfarrhaus war. Ich hatte meinen Pkw vor einem Haus gegenüber dem Kurhaus geparkt, ohne zu wissen, dass es das Pfarrhaus war. Als ich dann im Kurhaus mit dem Besitzer, Direktor Frank Porten, sprach, kam ein Mann hinzu, der mich im strengen Ton rügte, weil ich mein Auto beim Pfarrhaus geparkt hatte. Es war Zunftmeister Thomas Kaiser, der mich darauf hinwies, dass ich in einem Kurort nicht einfach mein Auto irgendwo abstellen könne. Ich konnte das dann klären. Heute sind wir beide befreundet. Er war es auch, der mir mit Mitgliedern der Narrenzunft beim Umzug vom Dorfhaus in das Pfarrhaus, wo ich vorübergehend einige Zeit gewohnt hatte, geholfen hat. Auch in Häusern wurde ich von den Vereinen und Bürgermeister Thomas Kaiser sehr herzlich empfangen; ebenfalls von der damaligen Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, Frau Inge Ganzmann und dem Pfarrgemeinderat.

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Wie war der berufliche Start?

Ich habe ja erzählt, dass ich nicht die Absicht hatte, in der neuen Pfarrei Gebäude zu renovieren. Aber schon im Frühjahr 2001 hatte ich einen Gottesdienst in der St. Annakapelle in Tiefenhäusern gehalten. Die Kapelle war damals in einem sehr schlechten Zustand. Gesprächsweise wurde mir angedeutet, dass die Kapelle entweder renoviert oder abgerissen werden müsste. Für mich kam ein Abriss nicht infrage und so habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Kapelle ein Jahr später renoviert wurde.

Sie haben in den vergangenen 20 Jahren eine große Ministrantenfamilie in Höchenschwand und Häusern aufgebaut.

Ja das stimmt, ich habe mich schon immer für eine Stärkung des Ministrantendienstes eingesetzt. Ich selbst war seit dem fünften Lebensjahr Ministrant und fühle mich heute noch als ein solcher. In Höchenschwand und Häusern habe ich über viele Jahre in der dritten Klasse Religionsunterricht erteilt. Meine Schüler und ich hatten damals sehr viel Spaß, das hat dazu geführt, dass teilweise ganze Klassen zu den Ministranten kamen. So entstand mit den Jahren eine große Ministrantenfamilie. Gerne erinnere ich mich an viele Reisen, die ich mit ihnen unternommen habe.

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Eine große Leistung war der Neubau des Gemeindezentrums Erzbischof Oskar Saier.

Ja, das Gebäude steht nun auch schon wieder zehn Jahre. Es war 2009, als ich einen Seniorenkaffee in dem alten Gemeindezentrum abhielt. Dabei fiel die gesamte Infrastruktur aus. In der Folgezeit gab es viele Gespräche mit verschiedenen Gremien, mit dem Ergebnis, dass eine Renovierung des Gebäudes unwirtschaftlich gewesen wäre. So haben wir einen Neubau realisiert. Hier möchte ich ausdrücklich den ehemaligen Bürgermeister von Höchenschwand, Stefan Dorfmeister, erwähnen, der das Dorfhaus und das Gebäude des Kindergartens, die damals der Kirche gehörten, mit einer großzügigen Summe für die Gemeinde ankaufte. Auch die vielen Fachgespräche mit dem örtlichen Bauunternehmer waren sehr hilfreich. Finanziell unterstützt wurde ich aber auch von der Erzdiözese Freiburg und über einen von mir gegründeten Förderverein.

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Sie haben auch im Jahr 2013 die Kolpingfamilie Höchenschwand-Häusern gegründet.

Es war schon immer mein Wunsch, in meiner Pfarrei einen Kolpingverein zu gründen. Während meiner Studienzeit in Freiburg hatten mir die Schwestern des dortigen Kolpinghauses ein Zimmer angeboten. Damals habe ich beschlossen, mich für die Gründung einer Kolpingfamilie einzusetzen.

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Woran erinnern Sie sich besonders, wenn Sie auf die vergangenen 20 Jahre zurückblicken?

Die Zeit ist wie im Flug vergangen, denn meine Aufgabe als Seelsorger ist sehr vielfältig. So habe ich in dieser Zeit 309 Kinder getauft, auch musste ich 431-mal von Gläubigen Abschied nehmen, darunter auch von vielen Freunden. Besonders gerne erinnere ich mich aber an meine Ernennung zum Ehrenbürger von Höchenschwand und vor allem an die Arbeit mit der Jugend und den Ministranten. Es hat mir doch sehr weh getan, als die kleine Schule in Oberweschnegg abgerissen worden ist. Viele meiner Schüler haben als Ministranten in der Kirche das freie Sprechen gelernt und nehmen heute wichtige Funktionen im Ort ein.