Der Feuerwehrbedarfsplan 2020 stand im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung am Montag. Vorgestellt wurde er von Patrik Habeth, einem Gutachter für Brandschutz von der Firma Forplan. Er hatte die Höchenschwander Feuerwehr unter die Lupe genommen.

Für seinen Bericht untersuchte Habeth das Einsatzgeschehen seit 2006 (bisher letzter Feuerwehrbedarfsplan). Dabei waren für seine Risikoanalyse das Feuerwehrgerätehaus, die Personalverfügbarkeit und Altersstruktur, der Ausbildungsstand der Einsatzmannschaft sowie die Jugendarbeit von besonderer Bedeutung.

Insgesamt stellte der Gutachter der Höchenschwander Feuerwehr ein gutes Zeugnis aus: „Der Feuerwehrbedarfsplan ist ein Ist/Soll-Vergleich und soll die Fragen ‚Wo stehen wir‘ und ‚Wie sind wir aufgestellt‘ beantworten“, sagte er. Ziel der Feuerwehr sei es, dass die erste Einheit nach einer Alarmierung mit einer Stärke von neun Einsatzkräften innerhalb von zehn Minuten am Einsatzort eintreffe. In mindestens 80 Prozent der Fälle solle es erreicht werden. Eine weitere Einheit mit einer Mindeststärke von neun Einsatzkräften solle in mindestens 90 Prozent der Fälle innerhalb der folgenden fünf Minuten, also 15 Minuten nach der Alarmierung, eintreffen.

Die Feuerwehr Höchenschwand liege dabei leicht unter den Anforderungen der Schutzzieldefinition, erfuhren die Mitglieder des Gemeinderates.

An Werktagen stehen in der Zeit von 6 bis 18 Uhr in weniger als fünf Minuten neun Einsatzkräfte zur Verfügung, werden auch die Schichtarbeiter berücksichtigt, wären es 13 Einsatzkräfte. Nach weiteren fünf Minuten können 16 Aktive das Feuerwehrhaus erreichen. Zu sonstigen Zeiten stünden 23 Einsatzkräfte mit entsprechenden Qualifikationen innerhalb von fünf Minuten zur Verfügung.

Dieser Sachstand sei kritisch zu betrachten und zeige, dass die Feuerwehr Höchenschwand gegebenenfalls nur bedingt einsatzfähig sei, erläuterte Patrik Habeth. Positiv sei aber, dass sich die Tagesverfügbarkeit werktags im Vergleich zum Feuerwehrbedarfsplan 2006 von acht auf neun Einsatzkräfte erhöht habe. Gut seien die Altersstruktur und die Jugendarbeit der Feuerwehr.

Das allgemeine Durchschnittsalter der Einsatzkräfte und das Durchschnittsalter der Atemschutzträger bewege sich auf einem guten Niveau. Aufgrund der geringen Tagesverfügbarkeit empfahl der Gutachter dringend, sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte sowohl zu Atemschutzgeräteträgern auszubilden und sie die Führerscheinprüfung für die Klasse C/CE absolvieren zu lassen.

Den Fuhrpark und die technische Ausstattung der Feuerwehr sei befriedigend, sagte der Gutachter. Das Gesamtdurchschnittsalter der Fahrzeuge liege bei rund 18 Jahren.

Das neueste Fahrzeug der Höchenschwander Wehr ist die 2015 beschaffte Drehleiter. Unser Foto zeigt Pfarrer Ivan Hoyanic (Dritter von links) bei der Segnung des Fahrzeuges.
Das neueste Fahrzeug der Höchenschwander Wehr ist die 2015 beschaffte Drehleiter. Unser Foto zeigt Pfarrer Ivan Hoyanic (Dritter von links) bei der Segnung des Fahrzeuges. | Bild: Stefan Pichler

In Anbetracht der Größe der Feuerwehr sowie der vorgehaltenen Technik befinde sich das Feuerwehrgerätehaus auf einem allgemein ausreichenden Niveau. Der Standort entspräche aber nicht vollständig der DIN-Norm. Die Lagerkapazitäten sowie der Werkstatt- und Umkleidebereich seinen ausgereizt.