Traumberuf Innenarchitekt – wer ihn wählt, braucht handwerkliches Geschick, Technikverständnis und einen Sinn für ganzheitliche Ästhetik. Die Diplom-Innenarchitektin Sabine Neuhaus mit Büro Höchenschwand entwirft für die Kunden eines Möbelherstellers Räume – auf Wunsch klassisch, im Landhausstil oder modern. Sie nimmt den gewünschten Stil auf und entwickelt ihn von der Visualisierung bis zur Produktion.

Die Handzeichnung ist immer noch wichtig.
Die Handzeichnung ist immer noch wichtig. | Bild: Cornelia Liebwein

Das Ergebnis sollen harmonisch gestaltete Räume sein, sagt Sabine Neuhaus. Transparentpapier, Stifte, Klebezettel, Textmarker liegen sorgfältig sortiert in ihrem Büro für den Gebrauch bereit. Hier hat die Handzeichnung keinesfalls ausgedient und besticht mit ihrem Charme. „Ich zeichne viel von Hand, kann aber auch auf die Computerarbeit nicht verzichten“, erläutert die 42-Jährige, die in Feldberg-Falkau lebt.

Trend zu hochwertiger Ausstattung

Beim Unternehmen Baur Wohnfaszination in Tiefenhäusern sorgt sie zusammen mit Geschäftsführerin Pamela Baur, die ebenfalls Diplom-Innenarchitektin ist, für die Umsetzung der Kundenwünsche. Während der Corona-Pandemie stellen sie einen Trend hin zu hochwertiger Ausstattung fest – auch im privaten Bereich. Das Unternehmen stelle ohnehin hochwertige oder sogar exklusive Möbel her.

Das könnte Sie auch interessieren

Derzeit werden viele Maßküchen in Auftrag gegeben, sagt Neuhaus. Die Kunden richten sich jetzt mit dem Geld ein, was sie sonst vielleicht für größere Reisen verwendet hätten. Und sie wollen es mit professioneller Hilfe richtig gemütlich haben, sagt sie. Die Nachfrage nach innenarchitektonischer Leistung sei also in diesem Jahr gestiegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Sabine Neuhaus hat ein Fachhochschulstudium in Rosenheim und diverse Praktika absolviert. 2002 hatte sie schließlich ihr Diplom in der Tasche. Die Anstellung bei Baur vor zweieinhalb Jahren sei für sie ein Glücksgriff gewesen. „Da habe ich gefunden, was ich mir immer gewünscht habe, die klassische Innenarchitektur.“ Sie könne dort den Privatbereich und den Spezialbereich des Unternehmens, die Hotelplanung, Innenausbau von öffentlichen Bereichen, Restaurants, Lobbybereichen und Hotelzimmern bedienen.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass sie einmal einen kreativen Beruf ausüben will, stand für Sabine Neuhaus schon früh fest. Hinzu kam, dass ihre Mutter Schneidermeisterin war, sie also mit Stoffen aufgewachsen ist. Für einen Studienplatz an der Fachhochschule bewarb sie sich mit einer Bewerbungsmappe, erzählt sie. So konnten sich die Verantwortlichen ein Bild machen, ob Kreativität, zeichnerisches Talent sowie das Interesse an der Gestaltung und Kunst vorhanden sind. Außerdem sollte ein Eignungstest zeigen, ob das Gefühl für das Gestalterische, für Formen, Farben, Materialien vorhanden ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Ausbildung ist nun schon Jahre her und die Berufserfahrung groß. Bevor die Innenarchitektinnen mit ihrer Arbeit beginnen, haben Kollegen im Außendienst die Wünsche der Kunden ermittelt. Eine Checkliste hilft dann bei der Planung, bei der Erstellung des Raumkonzepts. Festgelegt werde also beispielsweise bei einem Hotelzimmer, wie die Bettanlage, die Schrankkombination, Sitzgelegenheiten mit Sofa und weitere Einrichtungsgegenstände angeordnet werden. Den Kunden präsentieren die Innenarchitektinnen dann kolorierte 3D-Ansichten und auch eine Materialzusammenstellung. Wird der Auftrag erteilt, folgen weitere Treffen und Gespräche: Stoffe und Holzoberflächen werden festgelegt. Sind alle Details geklärt, beginnt die Produktion.

Die Berufschancen

Die Berufschancen lassen sich nur schwer prognostizieren, gibt die gebürtige Freiburgerin zu. Aber sie ist sich dennoch sicher: „Wenn man wirklich gut ist, mit den ein oder anderen Spezialkenntnissen aufwarten kann, findet man immer einen guten Job.“