Über gute Umsätze bei ihren Brettlemärkten berichten die Skizunft Bernau und der Wintersportclub (WSC) Bannholz-Höchenschwand. Beide Märkte fanden am zurückliegenden Wochenende statt, nachdem sie im vergangenen Jahr coronabedingt ausgefallen waren. Diese Zeitung hat bei Vereinsvertretern nachgefragt, welche Bedeutung diese jährlichen Börsen für Wintersportartikel im Verein haben. Ein überraschendes Ergebnis: Bei beiden Veranstaltern hält sich die finanzielle Bedeutung der Brettlemärkte in bescheidenen Grenzen. Der ideelle und praktische Wert für die Wintersportler und den heimischen Wintersport ist dagegen hoch.

Bernau

„Wintersport ist eine kostspielige Sache, vor allem, wenn eine Familie ein paar Kinder ausstatten muss. Wir möchten mit unserem Brettlemarkt möglichst vielen Leuten den Zugang zum Wintersport ermöglichen“, sagt der Bernauer Skizunft-Vorsitzende Hubert Baur. Die meisten Dinge, die die Skizunft von Verkäufern erhält, stammen aus Bernau, hier gebe es noch viele Menschen, die Wintersport betreiben und die entsprechende Ausrüstung besitzen. Außerdem erhält die Skizunft von einem Sportgeschäft in Innerlehen und der Skischule ausgediente Ausleihskier. „Das sind Artikel in einem sehr gutem Zustand“, erläutert Baur.

Für die Käufer sind diese hochwertigen Artikel ein Glücksfall, denn beim Brettlemarkt kosten Skier, Schuhe oder Zubehör grob geschätzt rund 25 Prozent des Neuwerts, erklärt Hubert Bauer. Rund 200 Käufer – mit Begleitung von Angehörigen oder Freunden seien es wohl etwa 400 Besucher gewesen – hat die Skizunft an Allerheiligen beim 40. Brettlemarkt der Vereinsgeschichte gezählt. Mit dem Umsatz ist der Verein zufrieden. Die Skizunft selbst behält davon zehn Prozent ein – beim aktuellen Brettlemarkt habe das einen hohen dreistelligen Betrag bedeutet, berichtet Hubert Baur. Finanziell haben die jährlichen Brettlemärkte also kaum Bedeutung für die Skizunft. Auf seine Kosten kommt der Verein über die Veranstaltungen in der Wintersportsaison und über die Beiträge seiner stabil zahlreichen Mitglieder.

Bevor die Sportartikel angenommen werden und auf die Verkaufstische kommen, prüfen Skizunftmitgliedern, ob die Sachen überhaupt aktuelle Sicherheitsstandards erfüllen. „Alles, was älter als zehn Jahre ist, nehmen wir nicht an.“ In der Regel seien die Sachen aber nicht nur gut, sondern auch gut gepflegt, berichtet Hubert Bauer.

Höchenschwand

„Wir haben gut verkauft“, berichtet Markus Probst, der stellvertretende Vorsitzende des Wintersportclubs (WSC) Bannholz-Höchenschwand. Zwischen 100 und 120 Kaufwillige wollten sich am Samstag in der Aula der Höchenschwander Schule für die kommende Saison ausstatten. Um 13.30 Uhr, eine halbe Stunde vor der Öffnung, hatte sich schon eine Käuferschlange vor dem Eingang gebildet, berichtet Markus Probst. Wer zuerst kommt, hat die größte Auswahl. Aus dem Angebot von Skiern, Snowboards, Schlitten, Zubehör und Winterkleidung hatten sich Käufer vor allem für Skier und Skischuhe für den alpinen Wintersport interessiert.

Skier und Skistiefel waren häufig verlangte Artikel, auch hier in Höchenschwand.
Skier und Skistiefel waren häufig verlangte Artikel, auch hier in Höchenschwand. | Bild: Stefan Pichler

Auch der WSC veranstaltet seine Brettlemärkte nicht aus wirtschaftlichem Interesse, sondern möchte mit seinem Angebot eine Art Warenkreislauf in Gang halten, eine Austauschbörse für Wintersportartikel bieten. Jeder, der nicht mehr genutzte Wintersportartikel loswerden möchte, kann sie den WSC-Mitgliedern am Vormittag bei der Artikelannahme anbieten, erläutert Markus Probst. Auch hier wird wie in Bernau vor der Annahme die Qualität der Stücke geprüft. „Wir haben schließlich einen gewissen Sicherheitsauftrag“, erläutert Probst.

Appell

Dass der Austausch im Fluss bleibt, dass einer günstig bekommt, was ein anderer nicht mehr braucht oder haben will, ist Markus Probsts wichtigstes Anliegen. Sein Appell: „Es gibt Leute, die lassen ausgediente Schlitten oder gute Skier jahrelang in Kellern oder auf Dachböden vergammeln. Wir möchten Besitzer dazu animieren, mit solchen Sachen zu uns zu kommen, bevor die Sachen so alt sind, dass sie niemand mehr brauchen kann.“

Der Verein unterhält zudem eine Partnerschaft mit einem großen Tiengener Sportgeschäft. Wie auch in Bernau liefert das Sportgeschäft ausgediente, teils sehr hochwertige Ausleihartikel, die die Besucher des Brettlemarkts dann zu einem attraktiven Preis im Angebot sehen. Beim Kauf von Skiern und Skischuhen des besagten Sportgeschäfts erhalten die Käufer einen Vergünstigungsschein, den sie in Tiengen einlösen können, um ihre Skier und Schuhe professionell einstellen zu lassen. Auch Serviceangebote wie Kantenschleifen oder die Erneuerung von Belägen sind mit dem Vergünstigungsschein möglich.