Die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Höchenschwanderberg besteht seit 40 Jahren. Feiern können die Mitglieder diesen runden Geburtstag ihres Vereins aber nicht. 20 Mitglieder waren es bei der Gründungsversammlung, fünf Jahre später gehörten der Gemeinschaft bereits 100 Waldbesitzer an. Die Hauptaufgaben des wirtschaftlichen Vereins sind der Bau und die Unterhaltung des etwa 40 Kilometer umfassenden Waldwegenetzes im Privat- und Gemeindewald sowie die Vermarktung des Holzes der Mitglieder.

Die Entwicklung des Vereins

„Wir bedauern sehr, dass wir dieses Jubiläum aufgrund der Beschränkungen der derzeitigen Corona-Pandemie nicht feiern können“, sagte FBG-Vorsitzender Werner Rautenberg. Er erinnerte an die von Oberforstrat Wolf Hockenjos vom Forstamt Waldshut am 7. Mai 1980 geleitete Gründungsversammlung im „Café Waidmannsheil“ in Amrigschwand. 20 Waldbesitzer seien damals dem Verein beigetreten. Neben Rautenberg als Vorsitzendem wurde der damalige Förster Erich Vetter zum Geschäftsführer gewählt.

FBG-Vorsitzender Werner Rautenberg.
FBG-Vorsitzender Werner Rautenberg. | Bild: Stefan Pichler

Die FBG Höchenschwanderberg hat sich schnell entwickelt. Fünf Jahre nach der Gründung wurde bereiits das 100. Mitglied aufgenommen und im Jahr 2000 waren es rund 150 Mitglieder. „Heute gehören über 90 Prozent der Privatwaldbesitzer der Forstbetriebsgemeinschaft an“, sagt Werner Rautenberg. 1987 wurde mit dem Labacherberg-Weg die bislang letzte große Wegebaumaßnahme abgeschlossen. Seither ist für die FBG die Wegeunterhaltung eine Daueraufgabe, erläuterte der Altbürgermeister von Höchenschwand.

Naturereignisse wie das Jahrhunderthochwasser im Jahr 1990 richteten immer wieder große Schäden an den Wegen an. Mitte der 80er Jahre war das Waldsterben ein Hauptthema. Der Wald habe sich aber erstaunlich schnell erholt, erinnert sich der Vorsitzende.

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1992 ging Revierförster Erich Vetter in den Ruhestand, Nachfolger als Geschäftsführer der FBG wurde Förster Robert Becker. Eine der vielen Forstreformen habe dazu geführt, dass er 2015 die Funktion des Geschäftsführers nach 23 Jahren nicht mehr ausüben durfte. Einen neuen Geschäftsführer bestellten die FBG-Mitglieder nicht, die Geschäfte führe seither der Vorstand. Seit der jüngsten Forstreform ist Becker nur noch im Staatswald tätig. Den Wald der Forstbetriebsgemeinschaft Höchenschwanderberg betreut nun Försterin Elena Kummer.

„Unsere FBG hat trotz mehrfacher Überlegungen eines Zusammenschlusses zu größeren Einheiten ihre Eigenständigkeit behalten und ist damit gut gefahren“, stellte Werner Rautenberg fest. Der Holzverkauf werde heute zum Großteil über die Waldgenossenschaft Südschwarzwald, deren Mitglied die Höchenschwander FBG ist, abgewickelt. Im Bereich der FBG werden in normalen Jahren zwischen 4000 und 6000 Festmeter Holz eingeschlagen. Bei großen Schadenereignissen, wie beispielsweise den Schneebruchschäden an Weihnachten 1993 oder durch Orkan Lothar 1999, mussten aber bis zu 12.000 Festmeter vermarktet werden, erinnert der Vorsitzende. „Wir haben das in all den Jahrzehnten durch einen weitgehenden stabilen Holzmarkt geschafft“, sagt er.

Katastrophale Zustände

Seit dem Jahr 2019 hätten sich jedoch der Zustand der Wälder und die Situation auf dem Holzmarkt katastrophal entwickelt. Bereits im vergangenen Jahr habe der Einschlag mit mehr als 10.000 Festmetern beinahe ausschließlich aus Schadholz bestanden, verursacht durch den Borkenkäfer und die Trockenheit. Das Holz habe teilweise zu Dumpingpreisen oder sogar mit Verlust verkauft werden müssen. „Die Kosten für den Einschlag waren höher als der Verkaufserlös“, berichtete Rautenberg. Große Fichtenbestände seien bereits abgestorben. Die Fichte habe früher als „Brotbaum“ gegolten. Nun hätten die Waldbesitzer Vermögensverluste in Millionenhöhe erlitten.

Durch die aktuelle Corona-Pandemie sei der Holzabsatz fast völlig zum Erliegen gekommen. „Wir befürchten, dass größere Flächen mit Käferholz als Baumruinen im Wald stehen bleiben werden“, sagt der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft.

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