Wenig lief in den vergangenen Monaten im Kulturbereich. Künstler waren zum Beispiel auf einer digitalen Bühne in der Teamwelt aufgetreten. Jetzt soll es wieder mehr Veranstaltungen in Höchenschwand geben. Dafür sorgen wird auch Eva Jenzen-Georgii. Die langjährige Gemeinderätin will die Kleinkunst in Höchenschwand fördern. Das Klappstuhlkabarett im Kurgarten ist ihre erste Veranstaltung.

Bereits Anfang des Jahres hatte Eva Jenzen-Georgii ihre Kulturpläne Bürgermeister Sebastian Stiegeler vorgestellt, und der war begeistert. Sie möchte sich eigenverantwortlich um das Programm, die Absprache mit den Künstlern sowie die übrige Organisation kümmern. Die Kommune unterstützt, wo sie kann – zum Beispiel mit Räumen. So wird Jenzen-Georgii, die zehn Jahre lang Mitglied des Gemeinderates war, sozusagen zur ehrenamtlichen Kulturbeauftragten.

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Längst waren erste Veranstaltungen geplant, als das gesellschaftliche Leben in eine lange Pause geschickt wurde. Nun kann sie unter dem Titel „Kultur im Dorf am Himmel“ endlich loslegen – aufgrund der Corona-Bestimmungen aber unter erschwerten Bedingungen.

Marianne Schätzle, eine Kabarettistin, die als Doppelgängerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt ist, kommt mit ihrem neuen Programm „Früher war nix to go“ am Samstag, 29. August, nach Höchenschwand. „Ich wollte irgendwas in Höchenschwand tun“, sagt Eva Jenzen-Georgii. Sie besuche, genauso wie etliche ihrer Bekannten, gerne Kleinkunstveranstaltungen in der ganzen Region. Sie will aber über die Kleinkunst hinausgehen und beispielsweise auch Ausstellungen organisieren oder Kochkurse speziell für Männer oder Weinseminare für Frauen anbieten.

„Es soll was los sein, die Leute sollen zusammenkommen“, sagt Eva Jenzen-Georgii. Wobei sie ihr Angebot aber nicht als Konkurrenz zu den Vereinen versteht, sondern als Ergänzung des kulturellen Lebens.

Viel Organisationsaufwand

„Ich besuche viele Veranstaltungen, um mir Ideen zu holen und Künstler zu gewinnen“, sagt sie. Eine Bekannte organisiere in Laufenburg die Programmreihe „die Brücke“ – auch von dort erhalte sie wichtige Tipps. Sie schaue sich die Auftritte der Künstler an. Gefällt ihr das Programm, nimmt sie Kontakt auf. Mit deren Zusage, nach Höchenschwand zu kommen, sei es aber nicht getan. Eine Lokalität müsse gefunden und auch der richtige Rahmen geschaffen werden.

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Die Auftretenden benötigen manchmal bestimmte Dinge, zum Beispiel eine bestimmte Mindestgröße der Bühne, Licht- oder Tontechnik, weiß Jenzen-Georgii. „Die meisten Künstler brauchen einen schwarzen Vorhang“, sagt sie. Den gebe es in Höchenschwand bislang aber noch nicht. Aber Bürgermeister Sebastian Stiegeler habe zugesagt, sich darum zu kümmern. Die Gemeinde wird aber nicht nur den Vorhang beisteuern, sondern stellt auch eigene Bühnenelemente zur Verfügung, die an verschiedenen Orten eingesetzt werden können.

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Viele Ideen hat Eva Jenzen-Georgii. Sie möchte auch gerne das Hirschmuseum stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken oder auch Einheimischen eine Bühne bieten. Sie denkt zum Beispiel an eine Ausstellung örtlicher Künstler im Hirschmuseum, das der Gemeinde gehört. „Die Leute, die in Höchenschwand etwas tun, sollten auch eine Plattform haben“, sagt die ehrenamtliche Kulturbeauftragte, die das Programm auf eigene Rechnung auf die Beine stellt. Sie ist aber froh um jede Unterstützung. Hallenmiete verlange die Gemeinde zum Beispiel keine, und auch Frank Porten, Eigentümer des Veranstaltungsorts „Kuhstall“, unterstütze sie.

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