Für Kunstfreunde gibt es in Höchenschwand ein Kleinod, das Hirsch-Museum. Untergebracht ist es im Malerhäuschen, dem letzten Wohnhaus von Christian Gotthard Hirsch. Der Maler selbst hat das Gebäude der Gemeinde mit seinen besten Bildern zur späteren Nutzung als „Hirsch-Museum“ überlassen – erstarb im Jahr 1977. Der gebürtige Breslauer Christian Gotthard Hirsch wurde 1914 an der akademischen Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg aufgenommen. Häufig reiste der Maler zum Malen nach Tschechien, wissen Bernd Huschens und Helmut Jagusch, die das Museum ehrenamtlich betreuen. Bei einem Bombenangriff während des Zweiten Weltkrieges verlor Hirsch, der seit 1924 mit Margarete Schier verheiratet war, sein Berliner Atelier und sämtliches Inventar.

1946 zog das Ehepaar in den Schwarzwald und fand vorübergehend im Jagdhaus ihres Freundes Dr. Bettinger in Aisperg eine Bleibe. Später bezog das Ehepaar eine Wohnung in Tiefenhäusern. 1951 wurde das „Malerhäusel“ in Höchenschwand gebaut. Durch eisernes Sparen, berichtet Huschens, habe es der freiberuflich schaffende Hirsch zu einem gewissen Wohlstand gebracht. In den letzten Lebensjahren habe er wegen eines Leidens nur noch Gedichte geschrieben. Christian Gotthard Hirsch starb 1977 und hinterließ der Gemeinde Höchenschwand Wohnhaus und Bilder zur späteren Nutzung als „Hirsch-Museum.“

Höchenschwand sei überhaupt ein schöner Ausgangspunkt für Kunstgenießer, sagte Helmut Jagusch. Er verwies auf eine Figur aus Stahl des Malers, Grafikers und Bildhauers Horst Antes, die auf dem Grundstück eines Wohnhauses in der Poststraße steht, weiter auf die Holzskulptur „Hope“ von Simon Stiegeler am Eingang des Kurgartens und auf die Skulptur „Die zwei Ruhenden“ auf dem Kurhausplatz. „Das sind zwei Contergan-Figuren, proportional missgestaltet und nicht schön“, kritisierte eine Teilnehmerin die zuletzt genannten Steinfiguren. Jagusch erwiderte, Kunst habe nichts mit Schönheit zu tun. Schön sei, was sofort gefalle, Kunst brauche Zeit.

Im Hirsch-Museum sind nicht nur die Werke des früheren Bewohners zu sehen, dort wurden und werden auch immer wieder die künstlerischen Arbeiten anderer Künstler gezeigt. Der Namensgeber des kleinen Kunstmuseums, Christian Gotthard Hirsch, habe sich nie für die figürliche Malerei, sondern nur für das Malen von Landschaften interessiert. Er sei ein „Seelenverwandter“ von Kasper David Friedrich, wie er einmal selbst gesagt habe. Während Friedrich in seinen Landschaftsbildern auch Personen darstellte, habe Hirsch nur die Schönheit der Landschaft in den Mittelpunkt gestellt.

Einführung in Malstile

Jagusch erläuterte im Rahmen einer Führung für eine Seniorengruppe aus der Gemeinde auch verschiedene Malstile. Dabei ging er auch kurz auf die Porträtmalerei ein und zeigte dazu einige seiner eigenen Arbeiten, aber auch ausdrucksstarke Gemälde und künstlerische Arbeiten, beispielsweise einen zerschlissenen Sitzkissenbezug hinter Glas. Dieses Werk habe er kürzlich zum Thema „Begegnungen“ in Häusern ausgestellt. „Lassen Sie immer die Kunst auf sich wirken“, sagte Jagusch und gab den Rat, beim Besuch einer Galerie nur einige der dort ausgestellten Bilder zu betrachten, dafür aber länger. Gehen Sie lieber nochmals in dieselbe Ausstellung, um weitere Bilder kennenzulernen, sagte Jagusch.