Werner Rautenberg, Alois Heinen und Klaus Danner sind ihrer Partei seit Jahrzehnten treu. Dafür ehrte sie die CDU vor wenigen Tagen. Ihre politische Heimat sehen sie alle immer noch bei den Christdemokraten – etlichen Entscheidungen und Entwicklungen stehen sie aber auch kritisch gegenüber.

Werner Rautenberg

Er sei schon immer politisch interessiert gewesen, sagt Werner Rautenberg, Altbürgermeister und Ehrenbürger von Höchenschwand – seit 50 Jahren ist er Mitglied der CDU. Er habe als 16-Jähriger die 68er Jahre erlebt, als die meisten Studenten den Kommunismus und Sozialismus verteidigten und unterstützten. Der Einmarsch russischer Truppen zur Niederschlagung des Prager Frühlings sei für viele rote Intellektuelle, wie er es ausdrückt, nur ein „kleiner Unfall der Geschichte“ gewesen. Er sah das anders und schloss sich deshalb den Konservativen an.

In Schonach gründete er eine Ortsgruppe der Jungen Union und schloss sich dem Wahlkampfteam von Erwin Teufel an, der sich 1972 als jüngster Kandidat um ein Landtagsmandat bemühte. „Erwin Teufel wurde mein Vorbild und blieb es zeit meines Lebens“, sagt Rautenberg.

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Mit den Jahren wuchsen aber die Zweifel am Kurs der Partei. Er habe einfach das Gefühl, dass die CDU ihre christlich-konservative Prägung viel zu sehr vernachlässige, ja in manchen Fragen beinahe verrate, sagt Rautenberg. Natürlich sei es für ihn hart gewesen, dass in seinen letzten Amtsjahren als Bürgermeister die Gesundheitsreform von Horst Seehofer dazu führte, dass etliche Kliniken im Ort schließen mussten. Deshalb aus der CDU austreten? Nein, sagt Rautenberg, eine andere Partei komme für ihn nicht infrage. Er ergänzt: „Ich habe Respekt vor dem Engagement vieler Politiker, kann aber etliches nicht mehr unterschreiben.“

Alois Heinen

Alois Heinen
Alois Heinen | Bild: Pichler, Stefan

Zeit seines Lebens sei er der CDU nahegestanden, sagt Alois Heinen, ebenfalls seit 50 Jahren Parteimitglied und von 1984 bis 2005 Gemeinderat. Eingetreten sei er, weil die Partei seiner Überzeugung und seiner christlichen Erziehung am ehesten entsprochen habe.

Die Landespolitik

Persönlich hätten ihn der frühere CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Hans-Georg Kiesiger sowie Ministerpräsident Erwin Teufel sehr beeindruckt, die Politik von Stefan Mappus habe er dagegen eher kritisch gesehen. Enttäuschend findet er, dass es die CDU nicht geschafft habe, einen guten Kandidaten gegen Ministerpräsident Winfried Kretschmann aufzustellen. Auch verstehe er nicht, dass Thomas Strobl, der kein Direktmandat gewinnen konnte, die Sondierungsgespräche mit den Grünen leitete.

Die Flüchtlingspolitik

Als Hotelier sei er der Meinung, dass Deutschland die Flüchtlinge brauche. Allerdings sollte das Aufenthaltsrecht besser geregelt werden. „Wir kämen in unserer Branche ohne Ausländer gar nicht aus“, sagte Heinen. Obwohl er nicht mit allem einverstanden sei, was die Bundes- und Landesregierung mache, fühle er sich in der CDU noch gut aufgehoben.

Klaus Danner

Klaus Danner
Klaus Danner | Bild: Pichler, Stefan

Als er Mitte der 1970er Jahre in die CDU eingetreten sei, sei intensiv über den Nato-Doppelbeschluss diskutiert worden, erinnert sich Klaus Danner, der für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde. Helmut Kohl, zu der Zeit Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion, imponierte ihm. Anders als Helmut Schmidt habe er für mehr Druck gesorgt und eine klarere Position bezogen. Als 23-jähriger Polizeibeamter erlebte er in Singen eine Schießerei mit den RAF-Terroristen Günter Sonnenberg und Verena Becker. Kohl habe beim Thema „Innere Sicherheit“ und bei der Verstärkung der Polizei eine klare Kante gezeigt.

Das Engagement

Während seines Arbeitslebens bei der Polizei engagierte sich Danner immer auch für die CDU: Im Landkreis Esslingen war er stellvertretender Bezirksvorsitzender. Und als er nach Tätigkeiten beim Landeskriminalamt und als Leiter der Kripo in Waiblingen Chef der Polizeidirektion in Waldshut wurde, arbeitete er im Kreis- und Bezirksvorstand der CDU mit.

Die Bundespolitik

Die Politik der CDU habe er teilweise sehr kritisch gesehen, denn er sei ein Mensch, der klare Positionen beziehe und auch vertrete. „Ich schätze Frau Merkel sehr, aber ihre Flüchtlingspolitik war ein Schuss in den Ofen“, sagt Danner. Auch die Entscheidung der Kanzlerkandidatur sieht er eher kritisch. CDU-Mitglied bleibe er dennoch, sagt Danner. Man müsse für seine Überzeugung, seine Werte und Auffassungen eintreten. Unterliege man, sei das schmerzlich, aber demokratisch. Nur so könne man die demokratischen Parteien weiter auf Kurs halten.