Die Corona-Pandemie hat in Höchenschwand das kulturelle Leben zum Erliegen gebracht. So mussten in den vergangenen Tagen etliche Veranstaltungen und Konzerte abgesagt und der Kursaal im Haus des Gastes geschlossen werden. Schweren Herzens hat sich auch der Vorstand der Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern dazu entschlossen, das für den heutigen Samstag, 4. April, geplante Jahreskonzert abzusagen. Als Entschädigung haben nun Freunde und Gönner des Musikvereines die Möglichkeit, zum geplanten Konzerttermin um 20 Uhr ein kurzfristig produziertes Musikvideo mit einer Überraschungsmelodie anzuschauen.

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„Die Absage ist besonders bitter für uns, denn das Konzert sollte das erste unter der Leitung unseres neuen Dirigenten Dennis Frommherz werden. Alle Musiker haben seit Monaten voller Dynamik und unermüdlichen Einsatz auf dieses Ereignis hingearbeitet. Auch sollten an diesem Abend 14 Jungmusiker in das Stammorchester integriert werden“, sagte der Vorsitzende des Musikvereins, Patrick Schachner, bedauernd.

Trotz Kontaktverbot gemeinsam musizieren

Nachdem der erste Schock verdaut war, motivierte Dennis Frommherz die Musiker, mit Hilfe moderner digitaler Medien, ein gemeinsames Musikvideo zu produzieren. „Sinn des Ganzen war es, nicht aus dem musikalischen Tritt zu kommen und aktiv zu bleiben. Wir wollten aber auch, trotz Kontaktverbot und räumlicher Distanz, weiterhin im Verein zusammenspielen und die Gemeinschaft stärken“, sagte der Vorsitzende. Etwa 50 Musiker der Trachtenkapelle beteiligten sich an diesem Projekt.

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Die Umsetzung war aber gar nicht so einfach, denn der Verein konnte natürlich kein Studio aufsuchen, sondern musste mit einfachsten Mitteln das Video herstellen. So spielte Frommherz zunächst die Solostimme einer einfachen, aber bekannten Melodie – der Titel soll eine Überraschung sein – auf seiner Trompete und zeichnete sie mit seinem Smartphone auf. Über eine WhatsApp-Gruppe schickte er das Ergebnis mit den Tempovorgaben an die 50 Musiker. Diese konnten zu Hause über einen Kopfhörer die Melodie abhören und passend dazu die jeweilige Registerstimme spielen und ebenfalls mit dem Smartphone aufzeichnen.

„Der kleine Studioauftritt war für jeden Blasmusiker durchaus eine Herausforderung und ein neues Erlebnis, denn es galt besonders darauf zu achten, dass das Tempo strikt eingehalten und die richtige Stimmung des Instrumentes getroffen wird“, sagte Schachner. Die meiste Arbeit hatte aber zum Schluss Dennis Frommherz, denn er musste alle 50 Video- und Tonsequenzen zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen.

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Nun freuen sich die Mitglieder der Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern, das Ergebnis der gemeinsamen musikalischen Aktivitäten in einem digitalen Konzert vorzustellen.