Herr Frommherz, bei Ihrem Herbstkonzert am Samstag, 6. November, im Kursaal finden Ehrungen statt. Ist das Herbstkonzert der Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern ein vorgezogenes Jahreskonzert, das eigentlich auf den April 2022 terminiert war?

Nein, der Termin für unser Jahreskonzert bleibt im April. Tatsächlich sollten da auch unsere langjährigen Musiker geehrt werden. Da wir aber die Konzerte im letzten Jahr und in diesem Jahr wegen der Lockdowns absagen mussten, warten die Musiker nun schon seit zwei Jahren auf ihre Ehrung auf Vereinsebene. Als wir nach dem zweiten Lockdown im November 2020 wieder proben konnten, haben wir beschlossen, ein Ehrungskonzert als Herbstkonzert zu veranstalten.

Dennis Frommherz dirigiert die Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern.
Dennis Frommherz dirigiert die Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern. | Bild: Pichler, Stefan

Auf welche Musik können sich die Blasmusikfans freuen?

Wir spielen Polkas und Märsche, aber auch moderne Literatur. Das Programm ist nicht sehr anspruchsvoll, für uns hat dieser Abend nach der sehr langen Coronapause trotzdem den Charakter eines kleinen Jahreskonzertes.

Welche Höhepunkte gibt es?

Beispielsweise wird Nick Ketterer im ersten Konzertteil bei dem Titel „Andi spielt auf“ ein Solo auf dem Tenorhorn spielen. Für den jungen Musiker ist das sein erstes Solo überhaupt. Wie von uns gewohnt, spielen wir im zweiten Teil eher modernere Titel.

Wie haben Sie und Ihre Musiker sich auf das Konzert vorbereitet?

Wir dürfen ja seit September wieder normal proben. Das hat vieles erleichtert. Ganz allgemein hatten wir seit Juli im Freien geprobt. Ab Ende August wurden die Proben witterungsbedingt in die Halle Attlisberg verlegt. Teilweise mussten wir dabei wegen der Abstandsregeln das kleine und große Blech und die Hölzer auf drei Etagen verteilen. Das war schwierig, denn der Klang war ungewohnt. Die Vorbereitung auf das Herbstkonzert war insgesamt sehr kurz, auch fehlte uns die Routine. Trotzdem ist die Vorfreude auf diesen Abend bei allen sehr groß.

Wie hat sich die Pandemie auf das Vereinsleben ausgewirkt?

Eine spannende Frage. Ich glaube, die endgültige Antwort kann man jetzt noch gar nicht geben. Nach dem ersten Lockdown dachten wir, dass das nur eine kurze Episode sein würde. Auch die Proben hatten sich bis in den Oktober 2020 normalisiert. Im November aber kam der zweite Lockdown. Der hat die Menschen verändert. Trotzdem haben wir versucht, unsere Musiker zu motivieren und bei der Stange zu halten.

Wie haben Sie das gemacht?

Wir haben zum Beispiel dazu aufgefordert, sich an unserem Weihnachtsvideo zu beteiligen. Es war ein schöner Erfolg. Auch haben wir gelegentlich zu Corona-Stammtischen eingeladen. Trotzdem war es eine schwierige Zeit. Ich habe das auch an mir selbst gemerkt. Irgendwann gewöhnt man sich daran, dass der Freitag frei ist. Wobei ich aber klar feststellen kann, dass bei der ersten Probe die meisten Musiker da waren. Trotzdem hat Corona etwas verändert. Es ist noch ein weiter Weg, bis wir wieder dort sind, wo wir vor Corona waren.

Wie verliefen die ersten Proben nach dieser langen Zeit?

Alle waren froh, dass man wieder gemeinsam musizieren konnte. Wer fürchtete, sich anzustecken, durfte auch wegbleiben. Im Sommer haben wir zur Abwechslung ein Platzkonzert bei der Halle Attlisberg gegeben. Das war auch für unsere Jugendspieler sehr wichtig. Denn eigentlich hätte unser Nachwuchs schon beim Jahreskonzert 2020 mitspielen sollen. Nun mussten sie zwei Jahre proben und hatten ansonsten keine Abwechslung, etwa bei Probenwochenenden oder bei Feiern im Verein. Es nötigt mir Respekt ab, dass alle klaglos zu den angesetzten Proben gekommen sind.

Hat die Jugendausbildung insgesamt unter der Corona-Pandemie gelitten?

Gelitten würde ich nicht sagen, es war aber sehr schwierig. Der Onlineunterricht ist kein adäquater Ersatz. Teilweise konnte er gar nicht stattfinden, weil die Internetversorgung auf dem Höchenschwanderberg nicht überall gut ist. Trotzdem haben wir im September zwölf neue Zöglinge dazubekommen.